04.10.2011, 14:36 Uhr
Griechenland muss weiter um neue Hilfsgelder bangen (Quelle: dpa)
Weil die sogenannte Troika mehr Zeit für die Überprüfung der griechischen Spar- und Reformbemühungen benötigt, muss Athen länger als geplant um die nächsten Hilfsgelder zittern. Die Entscheidung über die Auszahlung der nächsten Rate in Höhe von acht Milliarden Euro wurde von den Euro-Finanzministern in Luxemburg verschoben. Griechenland kann nun wohl erst im November auf neues Geld hoffen.
Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker teilte nach stundenlangen Gesprächen in Luxemburg mit, die für den 13. Oktober geplanten Beratungen der Euro-Finanzminister über die Freigabe der Tranche in Höhe von acht Milliarden Euro seien abgesagt. Bis zu diesem Termin seien die notwendigen Prüfungen nicht zu schaffen. Der luxemburgische Regierungschef zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Griechenland die Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Kreditrate erfüllen wird.
Die Entscheidung über die Freigabe der Gelder soll Juncker zufolge nun bis Ende Oktober fallen. Ohne weitere Milliarden-Hilfen ist Griechenland demnächst pleite. Belgiens Finanzminister Didier Reynders sagte, Athen brauche "in der zweiten Novemberwoche" neues Geld.
Die Troika-Experten von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) sind nach einer Unterbrechung wegen Unzufriedenheit mit den griechischen Sparbemühungen inzwischen wieder in Athen. Ihr positives Zeugnis für die Sparbemühungen ist die Voraussetzung für jede weitere Überweisung.
Griechenland hatte jedoch am Vorabend des Luxemburger Treffens erklären müssen, dass die mit den Gläubigern vereinbarten Sparziele nicht erreicht werden: Die Regierung in Athen erwartet inzwischen für 2011 ein Haushaltsdefizit von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts statt der ursprünglich angestrebten 7,4 Prozent.
Einen Erfolg gab es nach dem Luxemburger Treffen aber zu vermelden: Der Streit um das "Finnen-Pfand" im Rahmen des zweiten Hilfspakets für Griechenland ist beigelegt. Zwar bekommt Finnland eine Sicherheit für seine Kredite, muss dafür aber schlechtere Bedingungen als die anderen Euro-Länder hinnehmen, die auf eine Gegenleistung Griechenlands verzichten, unter anderem niedrigere Zinsen für seine Hilfskredite.
Neue Unklarheit herrscht dagegen über die anvisierte Beteiligung von Banken beim zweiten Hilfspaket für Griechenland, diese soll womöglich nach oben geschraubt werden. Das zweite Paket war im Juli von den Euro-Ländern beschlossen worden und sieht unter anderem vor, dass sich auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen mit Milliardensummen an der Bewältigung der Schuldenkrise beteiligen. Womöglich sollen die privaten Gläubiger nun mehr beitragen als damals geplant: Die Ausgangsposition habe sich seit dem Juli-Beschluss geändert, sagte Juncker.
Wegen der verschobenen Entscheidung zu den Hilfen für Athen gingen die Börsen in Asien auf Talfahrt. Auch der Euro gab nach und fiel gegenüber dem japanischen Yen auf den schwächsten Wert seit zehn Jahren. Angesichts dieser Entwicklungen drängt die japanische Regierung auf schnelle Hilfen für Griechenland. "Das Gefühl der Unsicherheit (auf den Finanzmärkten) kann nur verschwinden, wenn die Euro-Staaten klar machen, dass sie die Hilfen für Griechenland schnell umsetzen wollen", sagte Finanzminister Jun Azumi in Tokio.
Quelle: AFP
Kalle schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 17:42:24
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bodhimaus 16:03
Du bringst es auf den Punkt.
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bodhimaus schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 16:03:37
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Grie4chen am tropf
milliardenzahlung wird verschoben...es sollte heissen milliarden wurden zuerst VON den griechen verschoben ! und dann
Merkel hat milliarden nach griechenland verschoben...und weitere milliarden werden dort hin verschoben.dann sind wir der wahrheit etwas näher !
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Ottokar schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 14:54:20
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Die widerliche Schmierenkomödie um die Euro-"Rettung" geht in die nächste Runde!
Für wie blöde halten eigentlich Merkel und
Konsorten das Deutsche Volk? - Die Griechen werden zuerst die den ersten Topf von 110 MRD € ausplündern und dann den Topf 2 mit 440 MRD € verfrühstücken - Anschließend kommt Topf 3 (ESM) mit 780 MRD an die Reihe, bis Deutschland endgültig bankrott ist! - So und nicht anders wird es kommen, wenn sich das dumme Deutsche Volk nicht endlich auf die EU-kritischen Parteien besinnt und diese auch wählt!
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