Die Deutschen zieht es in die Welt (Foto: imago)Immer mehr Deutsche kehren ihrer Heimat den Rücken. Im vergangenen Jahr war die Zahl so hoch wie zuletzt in den 50er Jahren. Dies geht aus dem Migrationsbericht hervor, den das Kabinett am Mittwoch billigte. 2007 verzeichneten die Behörden danach 161.000 Fortzüge von Deutschen. Dies entspricht wiederum 25 Prozent aller Ausreisenden. Allerdings kamen der Statistik zufolge auch rund 100.000 Deutsche wieder zurück.
Insgesamt verharrt die Zuwanderung nach Deutschland auf niedrigem Niveau. 2007 kamen insgesamt 680.766 Menschen nach Deutschland, davon 574.752 Ausländer. 636.854 zogen weg, davon wiederum 475.749 Ausländer. Damit erhöhte sich der sogenannte Wanderungssaldo, der 2006 mit 23.000 auf den niedrigsten Stand seit 1984 gefallen war, wieder leicht auf rund 44.000.
Fast 60 Prozent der zugezogenen Menschen kamen dem Bericht zufolge aus der EU. Umgekehrt zogen etwas über 50 Prozent der Ausreisenden in einen anderen EU-Mitgliedstaat. Ende 2007 lebten laut Ausländerzentralregister knapp 6,75 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland. Damit liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung weiterhin bei 8,8 Prozent.
Die größte Ausländergruppe sind die EU-Bürger (34,6 Prozent) gefolgt von der Gruppe türkischer Staatsangehöriger (25,4 Prozent). Nach dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien Anfang 2007 lässt sich ein deutlicher Anstieg der Zahl von Staatsangehörigen aus diesen Ländern feststellen (47.000 beziehungsweise 85.000).
Immer weniger Asylbewerber
Der seit 1993 anhaltende Rückgang bei Asylbewerbern setzte sich weiter fort. 19.000 waren es 2007. Auch die Zahl von Spätaussiedlern sank weiter auf 5792 Personen. Im Vorjahr waren es noch 7747. Mehr als 70 Prozent der Ausländer lebt seit acht oder mehr Jahren in Deutschland. Und mehr als die Hälfte (58 Prozent) verfügen über eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung.
Neues Ausländerrecht zeigt Wirkung
Die aktuelle Umgestaltung des Ausländerrechts zeigt den Angaben zufolge Wirkung: Im vergangenen Jahr erhielten 3411 ausländische Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie und weitere 2205 Fachkräfte anderer akademischer Bereiche eine Aufenthaltsgenehmigung. Auch die Zahl ausländischer Studienanfänger an deutschen Hochschulen hat sich leicht erhöht. Und mehr als 2000 ausländische Absolventen deutscher Hochschulen machten 2007 von der Möglichkeit Gebrauch, nach dem Studium eine Aufenthaltserlaubnis zur Suche nach einem angemessenen Job zu erhalten.