26.09.2011, 15:00 Uhr
Michail Gorbatschow kritisiert Regierungschef Putin. (Quelle: AFP)
Angesichts der Ankündigung des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, erneut Präsident in Russland werden zu wollen, hat der frühere sowjetische Staatschef und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow seine Landsleute vor "verlorenen Jahren" gewarnt. Der Schritt Putins sei zwar zu erwarten gewesen, schrieb Gorbatschow in der Tageszeitung "Nowaja Gaseta", an der er selbst Anteile hält. Russland befinde sich derzeit jedoch in einer schwierigen Lage und steuere auf eine "Sackgasse" zu.
Gorbatschow rief in der Zeitung zu Reformen auf. "Es wird ein Fehler sein, wenn der künftige Präsident alles unverändert lässt, nur an seinen Machterhalt denkt und seine alte Mannschaft zu halten versucht", schrieb er. Russland werde sich nicht vorwärts bewegen, "wenn es keine ernsthaften Veränderungen im gesamten System gibt".
Russlands derzeitiger Präsident Dmitri Medwedew hatte Putin, derzeit Ministerpräsident, am Samstag für die Kandidatur zur Präsidentschaftswahl im kommenden März vorgeschlagen. Putin war bereits in den Jahren 2000 bis 2008 Staatschef gewesen. Da die russische Verfassung einem Präsidenten nur zwei Legislaturperioden in Folge zugesteht, machte er den Posten für Medwedew frei und wurde Regierungschef. Dieses Amt soll nach der Präsidentschaftswahl nun Medwedew übernehmen.
Die einflussreiche russisch-orthodoxe Kirche nahm die Ankündigung mit Wohlwollen auf. Intellektuelle reagierten hingegen mit Skepsis. "Russland bekommt ein Regime lebenslänglich regierender Diktatoren", sagte der international bekannte Krimiautor Boris Akunin. Der Politologe Gleb Pawlowski kritisierte, dass "der Posten des Präsidenten einer Atommacht durch einen privaten Deal wechselt". Proteste gab es auch im Internet. Viele Nutzer nannten die Entscheidung eine "Schande für das Land".
Quelle: dpa , AFP
andreas schrieb:
am 26. September 2011 um 16:38:35
(0)
(0)
"Verlorene Jahre"
Der Westen hat Gorbatschow vieles zu verdanken. Nur: Die Roßkur v. Kommunismus z. Kapitalismus ging daneben. In d.
Augen d. Russen hat er das Land verraten, Rußland (mil.) d. Westen ausgeliefert. Der damalige Umbruch kam einem Genickbruch gleich. Dort e. Demokratie n. westl. Muster aufzubauen, ist unrealistisches Wunschdenken. Der Westen sollte sich abgewöhnen, hier als Lehrmeister aufzutreten. Deutschland kennt Rußland länger (ü. 1000 Jahre) u. besser als Amerika.
mehr
Kommentar melden
KONDI schrieb:
am 26. September 2011 um 14:16:48
(1)
(0)
Putin
Diesen Schachzug hatten ja schon viele seit Jahren geahnt.Die Oligarchen bereichern sich schamlos mit Putins Zustimmung,dafür erhalten
sie ihm die Macht.Das Volk..scheiß egal,wie bei uns in DE nur ungenierter.Schröder ist bei seinem Freund und lupenreinen Demokraten dann ja gut aufgehoben.Sage mir mit wem du gehst und ich sage dir wer du bist.Altes Sprichwort.Mit Sicherheit wird Russland so nie eine Demokratie.Das Land stagniert,die Reichen werden noch reicher die Armen noch ärmer.Schade.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS