27.12.2011, 14:12 Uhr
Mit der Festnahme des Sicherheitschefs des Sinaloa-Kartells ist den mexikanischen Streitkräften nach eigener Einschätzung ein harter Schlag gegen die mächtigste Drogenbande des Landes gelungen. Felipe Cabrera, alias "Der Ingenieur", wurde in der Stadt Culiacán verhaftet und am Montag den Medien in Mexiko-Stadt vorgeführt. Cabreras Verhaftung werde "Auswirkungen auf die Struktur und die Führung des Sinaloa-Kartells" haben, hieß es.
Cabrera soll in den nördlichen Bundesstaaten Durango und Chihuahua für die Sicherheit des mächtigen Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán zuständig gewesen sein. Er sei aber auch für Gewalt und Rauschgiftschmuggel verantwortlich gewesen.
Nach Angaben des Verteidigungsministerium wurden zusammen mit Cabrera 23 weitere wichtige Mitglieder der Drogenmafia festgenommen. Zudem wurden Unterlagen und Computerdaten sichergestellt. Ein Militärsprecher äußerte sich aber nicht dazu, ob die Sicherheitskräfte auch dem flüchtigen Kartellchef Guzmán ein Stück näher gekommen sind.
Guzmán ist der mächtigste Drogenbaron Mexikos, er steht mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Dollar auf der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt. Auf ihn ist ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar ausgesetzt. Seit seinem spektakulären Gefängnisausbruch in einem Wäschewagen im Jahr 2001 konnte er den Behörden immer wieder entwischen. Fahnder vermuten, dass er sich in den Bergen des Bundesstaates Durango versteckt hält.
In Mexiko sind in einem Rehabilitationszentrum fünf Drogenabhängige an einem Weihnachtsessen gestorben. zum Video
Cabrera wurde den Medien in einer kugelsicheren Weste vorgeführt. Als er am Freitag in Culiacán, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, gefasst wurde, fiel nach Militärangaben kein einziger Schuss. "Der Ingenieur" bleibt wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Drogenhandels für mindestens 40 Tage in Untersuchungshaft.
Gemeinsam mit dreien seiner Brüder hatte Cabrera als Marihuanapflanzer begonnen und sich mit roher Gewalt gegen Konkurrenten im Kartell hochgearbeitet, berichtete der Sprecher. In den letzten Monaten soll er einen Bandenkrieg gegen eine rivalisierende Gruppe des Sinaloa-Kartells geführt haben. Seit April wurden im Bundesstaat Sinaloa 14 Massengräber mit insgesamt 287 Leichen entdeckt.
Die Festnahmen ranghoher Drogenhändler und -bosse haben bislang nur wenig zur Eindämmung der Kriminalität in Mexiko beigetragen. Seit die Regierung im Jahr 2006 den Drogenbanden den Kampf angesagt hatte, starben im mexikanischen Drogenkrieg rund 45.000 Menschen.
Quelle: AFP , dapd
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