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Debatte über Sicherheit in Gerichten entbrannt
03.07.2009, 13:44 Uhr
Angst vor Trittbrettfahrern: Einlasskontrolle im Dresdner Landgericht (Foto: ddp)
Einen Tag nach der Bluttat im Dresdner Landgericht ist eine Debatte über die Sicherheit in Gerichten entbrannt. "Wir müssen konkret die Gerichtsgebäude und damit auch die Bürger, die diese Gerichtsgebäude betreten, schützen", sagte der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, Christoph Frank, im ZDF.
Auch Sachsens Strafverteidiger forderten Kontrollen in Gerichten. Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) und der Chef des Bundesverbandes ehrenamtlicher Richter, Hasso Lieber, sprachen sich gegen schärfere Kontrollen aus. In dem Dresdner Gerichtsgebäude gab es am Tag danach aus Angst vor Trittbrettfahrern eine Einlasskontrolle am Eingang.
"Nicht aus jedem Gericht eine Festung machen"
Der sächsische Justizminister Geert Mackenroth kündigte eine Überprüfung an, warnte aber vor einer massiven Aufrüstung und vorschnellen Konsequenzen. "Wir wollen keine Hochsicherheitstrakte in unserer Justiz", sagte er im Sender N24. Verbandschef Lieber sagte im MDR, man dürfe nicht aus jedem Gericht eine Festung machen. "100-prozentige Sicherheit gibt es nicht."
Ausländerfeindlichkeit könnte Grund sein
Unterdessen wird nach Angaben von Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz unter anderem ein ausländerfeindlicher Hintergrund der Tat geprüft. "Es gibt Anzeichen dafür", sagte er bei einer Veranstaltung in Dresden.
Zeugin mit Messer getötet
Ein aus Russland stammender Angeklagte hatte bei einer Berufungsverhandlung plötzlich eine 31 Jahre alte Zeugin mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt. Der Täter (28) konnte von Bundespolizisten überwältigt und festgenommen werden. Nach bisher unbestätigten Medienberichten soll die junge Mutter aus Ägypten stammen und den Mann angezeigt haben.
Vor den Augen des Kindes
Einem Bericht der "Welt" zufolge spielte sich die grausige Tat auch vor den Augen ihres Kleinkindes ab, das sie zur Verhandlung mitgenommen hatte.
Mann hatte Frau mit Kopftuch beschimpft
Bei dem Gerangel wurden zwei weitere Menschen verletzt. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung wurde dabei auch der Mann des Opfers verletzt, als sich ein Schuss aus der Waffe eines Beamten löste. Der Angeklagte war Ende 2008 vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 780 Euro verurteilt worden, weil er im Streit auf einem Spielplatz eine Frau mit Kopftuch beschimpft hatte.
Quelle: dpa
, dapd
, AFP