15.12.2011, 12:57 Uhr
Es war ein bizarrer Angriff: Eine 15-jährige Schülerin hat im Lateinunterricht an einem Freisinger Gymnasium am Mittwoch ihre Sitznachbarin niedergestochen. Die 16-Jährige erlitt bei der Messerattacke schwere Verletzungen. Mitschüler der 10. Klasse überwältigten die Angreiferin, die sich bei der Tat selbst leicht verletzte. Sie wurde nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Jetzt berichten Münchner Zeitungen, Eifersucht sei möglicherweise das Motiv für die Messerattacke der Gymnasiastin auf ihre ein Jahr ältere Mitschülerin gewesen. Den Berichten zufolge seien beide Mädchen in einen Jungen verliebt gewesen, der sich aber nur für die 16-Jährige interessiert habe.
Dass die Jugendliche tatsächlich aus diesem Grund von ihrer Banknachbarin niedergestochen und schwer verletzt wurde, wollte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen. Die 16-Jährige war nach dem Messerangriff in der Lateinstunde am Mittwoch operiert worden. Gegen die Angreiferin wird wegen versuchter Tötung ermittelt wird.
Wie Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer mitteilte, ereignete sich der Angriff im Josef-Hofmiller-Gymnasium gegen 10.00 Uhr. Die Lehrerin habe kurzzeitig das Klassenzimmer verlassen, weil sich eine Kollegin einen Schlüssel leihen wollte. In diesem Moment habe die 15-Jährige ein Küchenmesser mit 15 Zentimeter langer Klinge gezückt und mehrmals gezielt auf ihre Klassenkameradin eingestochen.
Die 16-Jährige wurde den Angaben zufolge mit teils schweren Schnitt- und Stichverletzungen am Oberkörper und an den Händen in eine Klinik gebracht. Dort wurde sie am Nachmittag operiert. Lebensgefahr besteht nicht. Die Mitschüler übergaben die Täterin der Schulleitung, die sofort die Polizei alarmierte. 25 Beamte rückten an und nahmen das Mädchen fest. Gegen sie wird wegen versuchter Tötung ermittelt.
Das Motiv für die Tat blieb zunächst offen. Am Nachmittag wurde die 15-Jährige vernommen. Polizeisprecher Kammerer sagte anschließend, es müssten noch weitere Zeugen, insbesondere Mitschüler, vernommen werden. Die Täterin sei "psychisch auffällig" und werde als Gefahr für die Allgemeinheit eingestuft. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Landshut sei beschlossen worden, dass sie in einer Psychiatrie untergebracht werde.
Nach Kammerers Angaben war die Schülerin vor der Attacke unauffällig. Der Polizei sei sie jedenfalls nicht bekannt gewesen. Die Ermittlungen deuten auf eine geplante Tat hin. Das Küchenmesser hatte die 15-Jährige von zu Hause mitgenommen.
Die rund 20 Schüler der betroffenen zehnten Klasse wurden von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut. In den anderen Klassen ging der Unterricht regulär weiter.
Am Nachmittag besuchte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) das Gymnasium, um der Schulfamilie sein Mitgefühl auszudrücken. Der Minister sprach von einem "gravierenden Vorfall". Zugleich lobte er die zeitnahe Reaktion der Schulleitung und der Polizei. Nach ersten Erkenntnissen sei "schnell und konsequent" gehandelt worden.
Quelle: dapd
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