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Merkels symbolischer Gang über Bornholmer Brücke

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Merkels symbolischer Gang über Bornholmer Brücke

13.11.2009, 09:50 Uhr

Der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und Kanzlerin Angela Merkel an der Bornholmer Brücke (Foto: ddp) Der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und Kanzlerin Angela Merkel an der Bornholmer Brücke (Foto: ddp)Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zur Erinnerung an den Mauerfall vor 20 Jahren zusammen mit dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow über die Bornholmer Brücke in Berlin gegangen. Im dichten Gedränge wurde sie bei dem symbolischen Spaziergang auch vom früheren polnischen Gewerkschafter und Staatspräsidenten Lech Walesa, Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern begleitet. Immer wieder wurden "Gorbi"-Rufe laut.

Der Kontrollpunkt an der Bornholmer Straße war am Abend des 9. November 1989 der erste, über den die Menschen in den Westen stürmten.

Dank für Perestroika-Politik

Die Kanzlerin dankte Walesa für seine Vorreiterrolle bei der Öffnung des Ostblocks als Solidarnosc-Führer seit den 80er Jahren sowie Michail Gorbatschow für seine Perestroika-Politik.

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"Bevor das Glück kam, haben viele auch gelitten"

Der Mauerfall sei das "Ergebnis einer langen Geschichte von Unfreiheit und vom Kampf gegen die Unfreiheit" gewesen, sagte die Kanzlerin in einer kurzen Ansprache auf der Brücke. "Bevor das Glück der Freiheit kam, haben viele auch gelitten." So habe etwa die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR ,"zumindest damals meine Fantasie überschritten".

Merkel ging selbst an der Bornholmer Straße in den Westen

Die Kanzlerin verbindet mit der früheren Grenzbrücke zwischen den damaligen Berliner Stadtteilen Prenzlauer Berg im Osten und Wedding im Westen auch persönliche Erinnerungen: Merkel war vor 20 Jahren selbst über den Grenzübergang am S-Bahnhof Bornholmer Straße in den Westen gegangen.

Bürgerrechtler an symbolträchtigem Ort

Zum Mauerfall-Jubiläum waren auch viele frühere Bürgerrechtler an den symbolträchtigen Ort gekommen. Zu ihnen gehören der langjährige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, seine Nachfolgerin Marianne Birthler, die Sänger Wolf Biermann und Stephan Krawczyk und die früheren Pfarrer Reinhard Eppelmann und Markus Meckel.

"Unmögliches als möglich erlebt"

"Wir haben das Unmögliche als möglich erlebt", sagte die CDU-Chefin. Das müsse auch an anderen Stellen dieser Welt versucht werden, beispielsweise im Nahen Osten oder im Kampf gegen den Terrorismus.

Staats- und Regierungschefs am Brandenburger Tor

Am Abend kommen die Staats- oder Regierungschefs aller EU-Mitgliedsstaaten, US-Außenministerin Hillary Clinton und der russische Präsident Dmitri Medwedew am Brandenburger Tor zusammen.

Die Mauer soll noch einmal fallen

Symbolisch soll bei der Feier die Mauer noch einmal einstürzen. Rund 1000 bemalte, übermannsgroße Dominosteine, die den Mauerverlauf zwischen Reichstag und Potsdamer Platz nachbilden, werden dort umfallen und damit an den November 1989 erinnern.

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Mauerfall irrtümlich verkündet

Mehr als 28 Jahre nach dem Mauerbau hatte der SED-Funktionär Günter Schabowski am 9. November 1989 fast beiläufig die Öffnung der Grenzen verkündet. Die Mauer um den Westteil Berlins war 155 Kilometer lang. Durch das DDR-Grenzregime starben an der Berliner Mauer mindestens 136 Menschen, zumeist DDR-Flüchtlinge.

"Einheit noch nicht vollendet"

Zum Jahrestag des Mauerfalls rief Merkel zu weiteren Bemühungen für die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West auf. "Die deutsche Einheit ist noch nicht vollendet", sagte die Kanzlerin im ARD-Morgenmagazin.

"Viele blühende Landschaften"

Auf die Frage, ob das Versprechen "blühender Landschaften" in den neuen Bundesländern durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl erfüllt worden sei, antwortete Merkel: "Ja natürlich haben wir viele blühende Landschaften." So sei in besonders belasteten Regionen wie Bitterfeld die Verschmutzung durch die Industrie verringert worden. Auch seien die damaligen Unterschiede in der durchschnittlichen Lebenserwartung "heute fast ausgeglichen".

"Noch etliches zu tun"

Dennoch sei "bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse noch etliches zu tun", sagte Merkel. So sei die Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern etwa doppelt so hoch wie im Westen. Bei der Angleichung müsse man an den "strukturellen Unterschieden zwischen Ost und West" ansetzen.
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Quelle: AFP , dapd , dpa

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