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Merkel will Angola mit Kriegsschiffen versorgen

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Merkel will Angola mit Kriegsschiffen versorgen

14.07.2011, 09:42 Uhr

Kanzlerin Merkel hat Angolas Präsident Dos Santos ein Rüstungsgeschäft vorgeschlagen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Kanzlerin Merkel hat Angolas Präsident Dos Santos ein Rüstungsgeschäft vorgeschlagen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Deutschland bereitet ein 60-Millionen-Euro-Rüstungsgeschäft mit der Marine des südwestafrikanischen Staates Angola vor. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einem Treffen mit Staatspräsident José Eduardo dos Santos in der Hauptstadt Luanda, es gehe um "Patrouillenschiffe für die Grenzsicherung". Es sei in deutschem Interesse, wenn Afrika regionale Konflikte durch regionale Truppen selbst befrieden könne.

Die Opposition im Bundestag kritisierte die Pläne scharf und warf der Kanzlerin - auch mit Blick auf den Panzerdeal mit Saudi-Arabien - Lobbyarbeit für die Rüstungsindustrie vor. "Angola braucht sicher jede Hilfe und Unterstützung, aber ganz sicher keine Patrouillenschiffe zur Grenzsicherung", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth. "Merkel will den deutschen Wohlstand und Export auf dem Rücken der Ärmsten sichern."

SPD-Außenexperte Rolf Mützenich sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", in der jetzigen Situation "brauchen viele afrikanische Staaten mit Sicherheit keine deutschen Rüstungsgüter und auch sonst keine Rüstungsgüter". Linken-Fraktionschef Gregor Gysi erklärte, Angola befinde sich keineswegs in einem stabilen Zustand. "Schon deshalb verbietet es sich, an dieses Land Waffen zu verkaufen."

Merkel: "Wir helfen auch bei der Ausbildung."

Merkel wies solche Bedenken zurück. "Angola gehört zu den Ländern in der Afrikanischen Union, die sich für Stabilität einsetzen", sagte die Kanzlerin in Luanda. "Ich glaube nicht, dass wir in umfassendem Sinne hier die Aufrüstung betreiben. Das sind Grenzsicherungsboote." Und weiter: "Wir helfen bei der Ausbildung der Streitkräfte." Die angolanischen Soldaten kämen aus Bürgerkriegen und müssten sich jetzt darauf vorbereiten, im Rahmen der Afrikanischen Union Sicherheitsmissionen zu übernehmen. Das entlaste auch die Europäer. "Bei allen Defiziten, glaube ich, strengt sich Angola an."

Angola, das nach der Unabhängigkeit 1975 bis 2002 im Bürgerkrieg lebte, zählt zu den wichtigsten Ölexporteuren Afrikas und dennoch zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Regierung wird vorgehalten, nur unzureichend die Armut in der eigenen Bevölkerung zu bekämpfen. Viele deutsche Firmen meiden Angola wegen der massiven Korruption.

Werft: Boote zum Schutz gegen Piraten

Der Chef der Lürssen Werft (Bremen), Friedrich Lürssen, der zur Wirtschaftsdelegation der Kanzlerin gehört, teilte mit, es gehe um sechs bis acht Boote. Sie seien zwischen 28 und 41 Meter lang und kosteten jeweils zwischen zehn bis 25 Millionen Euro. Sie könnten auch zum Schutz gegen Piraten eingesetzt werden.

Der Präsident des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Jens Peter Breitengross, sagte, die Boote dienten auch dazu, Fischer der Küstenländer vor illegalem Abfischen ihrer Gewässer durch hoch gerüstete Fischflotten etwa aus Taiwan und Japan zu bewahren.

Dos Santos will Streitkräfte modernisieren

Der seit 1979 herrschende Staatschef dos Santos sagte, Angola modernisiere seine Streitkräfte und schreibe die Aufträge international aus. Auf die Frage, was er dem Vorwurf einer schlechten Regierungsführung entgegenhalte, sagte er: "Zu diesem Schluss kann man nur kommen, wenn man Angola nicht vor der Unabhängigkeit kannte."

Angola sei immer ein armes Land gewesen. Seit Ende des Bürgerkrieges bemühe es sich um die Entwicklung auf dem Land und lege spezielle Programme dafür und für die Infrastruktur auf. Dos Santos würdigte, dass mit Merkel erstmals überhaupt ein Regierungschef der Bundesrepublik Angola besucht habe. Die politische Lage in Angola sei stabil.

Handelsvolumen um 40 Prozent geschrumpft

Merkel will die Handelsbeziehungen mit Angola ankurbeln. Bei einer deutsch-angolanischen Wirtschaftskonferenz sagte sie: "Angola ist ein wichtiger Partner für uns. Wir können aber noch mehr miteinander auf den Weg bringen." Durch die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise sei das deutsch-angolanische Handelsvolumen um 40 Prozent auf 500 Millionen Euro geschrumpft. Angolas Wirtschaftswachstum liegt bei acht Prozent.

"Wir wollen natürlich wirtschaftlich erfolgreich sein, aber wir wollen auch den Erfolg der Menschen in Ihrem Land", sagte Merkel. Und weiter: "Dauerhaft werden die Menschen in Angola nur zu Wohlstand kommen, wenn es eine gute Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Ausgleich gibt." Als Investitionsbereiche nannte sie die Energiewirtschaft, Rohstoffe, moderne Technologien, Ausrüstung von Schulen und Universitäten. Dos Santos sicherte Merkel den Schutz von Investitionen und Privateigentum sowie einen gesunden Wettbewerb zu.


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Quelle: dpa

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Kommentare (15)

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Thema: "Merkel will Angola mit Kriegsschiffen versorgen"

Waldemar schrieb: am 13. Juli 2011 um 20:15:41
(0) (0) Gutmensch
Für mich sind Gutmenschen viel eher zu akzeptieren als Schlechtmenschen die sich um Lieferaufträge für Kriegsgerät in Krisengebiete bemühen.

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Alibaba schrieb: am 13. Juli 2011 um 20:02:00
(0) (0) Entwicklungshilfe
sieht anders aus Frau M., den Saudis Panzer verweigern aber Kriegsschiffe in so ein Land, das ist kaum noch zu toppen, einfach nur traurig.

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Andreas schrieb: am 13. Juli 2011 um 19:52:24
(0) (0) Jahrzehnte Krieg
Es scheint so, daß einige Schlechtmenschen in Deutschland dem angolanischen Volk noch viele weitere Jahrzehnte bewaffnete
Auseinadersetzungen auf den Hals wünschen. Angola braucht so ziemlich alles für seine Entwicklung, die Bundesrepublik könnte im zivilen Bereich dicke ins Geschäft kommen. Aber ausgerechnet Waffen? Gestern die Saudis, heute Israel und Angola. Es ist einfach peinlich und widerlich!
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