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Merkel und Obama legen Libyen-Streit bei

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Merkel und Obama legen Libyen-Streit bei

08.06.2011, 09:00 Uhr

Demonstrieren Einigkeit: Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama in Washington (Foto: dpa)

Demonstrieren Einigkeit: Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama in Washington (Foto: dpa)

Mit seinem Nein zum Waffengang in Libyen löste Berlin in den USA Irritationen aus - jetzt rücken Barack Obama und Angela Merkel wieder zusammen. Beim Besuch der Kanzlerin in Washington einigten sich beide Seite darauf: Deutschland muss sich in Libyen mehr engagieren - nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi.

"Wir haben verabredet, dass sich Deutschland sehr wohl verantwortlich fühlen wird für den Fortgang in Libyen", sagte Merkel mit Blick auf den Wiederaufbau in dem nordafrikanischen Land. Beide bekräftigten vor Journalisten im Weißen Haus, dass Gaddafi die Macht abgeben müsse. "Aber dann gibt es eine Menge Arbeit zu tun", fügte Merkel hinzu.

Obama erwartet "robuste" Unterstützung

Obama machte unmissverständlich deutlich, dass er eine "volle und robuste Unterstützung" durch Berlin erwarte. Diese müsse ein "breites Aufgabenspektrum" umfassen, sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen.

Der zweitägige Besuch Merkels war vom Bemühen beider Seiten geprägt, den amerikanischen Ärger über die Enthaltung Deutschlands bei der Entscheidung über den NATO-Einsatz in Libyen zu besänftigen. Obama bereitete dem Gast einen großen Empfang samt hochemotionalen Tönen.

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Staatsbesuch mit großen Gefolge

Merkel besucht Obama: die Kanzlerin soll die Freiheitsmedaille erhalten - eine seltene Ehre. zum Video

US-Präsident spricht Deutsch

"Deutschland im Herzen Europas ist einer unserer stärksten Verbündeten und Kanzlerin Merkel ist einer meiner engsten globalen Partner", sagte Obama zum Auftakt. Das Verhältnis Deutschlands zu Amerika zeige: "Kriege können zu Ende gehen. Feinde können Verbündete werden. Mauern können fallen." Auf Deutsch fügte er hinzu: "Herzlich Willkommen".

"Wir Deutsche wissen, dass wir in Amerika einen wahren Freund haben", antwortete die Kanzlerin. Es gebe keinen besseren Partner für Deutschland und Europa als die Vereinigten Staaten. Merkel, die sich auch kurz auf Englisch äußerte, sprach von einem "überwältigenden Empfang".

Gottschalk ist auch dabei

Höhepunkt der zweitägigen Visite ist ein Staatsbankett. Dabei verleiht Obama der Kanzlerin die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Merkel ist die erste europäische Regierungschefin, die von Obama so gewürdigt wird. Unter den Gästen bei der offiziellen Begrüßung auf dem South Lawn war auch der TV-Unterhalter Thomas Gottschalk.

Obama vermied Kritik an Deutschland wegen der Libyen-Entscheidung. Berlin habe dafür zusätzliche Aufgaben in Afghanistan übernommen, dadurch seien NATO-Kapazitäten für den Libyeneinsatz frei geworden. "Nicht jeder kann bei allem mitmachen", sagte Merkel.

US-Präsident fordert Gaddafis Rücktritt

Obama sagte, der NATO-Einsatz in Libyen sei auf einem erfolgversprechenden Weg. "Unsere bisherigen Fortschritte in Libyen sind bedeutend." Er fügte hinzu: "Bundeskanzlerin Merkel und ich teilen die Ansicht, dass Gaddafi zurücktreten muss, um seines Volkes Willen."

Weitere Themen zwischen Obama und Merkel waren die europäische Schuldenkrise und die Lage der Weltwirtschaft. Berlin spiele eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise. Merkel erklärte, Deutschland und Europa seien sich der Verantwortung für die Weltwirtschaft bewusst. Sie wollte sich allerdings nicht zum amerikanischen Schuldenproblem äußern. Jedes Land und jede Region müsse mit den eigenen Problemen fertig werden. Europa habe alle Hände voll zu tun, fügte sie hinzu.

"Das Brandenburger Tor steht noch eine Weile"

Zu einem humorigen Schlagabtausch kam es über die Frage eines möglichen Berlinbesuchs des US-Präsidenten. Obama sagte, er habe dazu noch reichlich Zeit - er rechne schließlich mit einer zweiten Amtszeit. Merkel reagierte mit dem Hinweis, dass Berlin den Präsidenten mit offenen Armen begrüßen würde. Doch die Berliner hätten Geduld: "Ich kann versprechen, das Brandenburger Tor steht noch eine Weile." In Deutschland herrscht teilweise Irritation, dass Obama bislang noch nicht in Berlin war.

Bereits am Montagabend (Ortszeit) hatte Obama eine besondere Geste gezeigt: Er hatte Merkel samt einer hochrangigen Delegation zu einem vertraulichen Gespräch in ein Restaurant in Washington eingeladen. Themen seien die arabische Revolution, der Krieg in Afghanistan, der Nahost-Konflikt und die Eurokrise gewesen, verlautete aus deutschen Regierungskreisen. Es sei ein "schönes, zweistündiges Gespräch in entspannter Atmosphäre" gewesen.

Mittagessen mit Clinton und Biden

Seit der Amtszeit von Kanzler Helmut Kohl hat es keinen solchen deutschen Besuch in den USA gegeben. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: "Dieser außergewöhnliche Empfang der deutschen Delegation durch die amerikanische Regierung zeigt, dass das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika wirklich vorzüglich ist." Merkel, die von fünf Ministern begleitet wurde, traf außerdem mit Außenministerin Hillary Clinton und Vizepräsident Joe Biden zum Mittagessen zusammen.


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Quelle: dpa

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Kommentare (4)

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Thema: "Merkel und Obama legen Libyen-Streit bei"

Wetten das.. schrieb: am 7. Juni 2011 um 21:01:02
(0) (0) ich mir die Sendung mit Gottschalk nicht mehr anschaue !
Weil der zum Dank für die Merkel-Einladung sicher in seiner Sendung die Merkel hochleben läßt. Das muss ich nicht haben. Dieses Schmierentheater.

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HANJO schrieb: am 7. Juni 2011 um 20:55:59
(0) (0) ROLF
dem kann ich nur zustimmen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!! DANKE

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Deutscher schrieb: am 7. Juni 2011 um 20:49:36
(0) (0) Gottschalk
"Was macht der Gottschalk denn dabei ? Kann das sein, dass der in Deutschland plötzlich Steuern zahlt, oder braucht Frau
Merkel nur einen Pausenclown? Dann hätte sie doch gleich Beckenbauer, Becker und Co. mitnehmen können, die sich ja bekannterweise auch nicht sonderlich als Steuerzahler betätigen, aber einen roten Teppich erwarten.
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