Rede vor US-Kongress

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Merkel dankt USA für Beitrag zur deutschen Einheit

Erschienen am 03. November 2009
Große Ehre für Angela Merkel: Die Kanzlerin spricht vor den Abgeordneten des US-Kongress (Foto: AP)
Große Ehre für Angela Merkel: Die Kanzlerin spricht vor den Abgeordneten des US-Kongress (Foto: AP) Vergrößern
20 Jahre nach dem Mauerfall hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den USA vor beiden Häusern des Kongresses für die Hilfe bei der Wiedervereinigung gedankt. In einer historischen und oft bewegenden Rede sagte sie, niemals würden die Deutschen und sie persönlich dies dem amerikanischen Volk vergessen.

Merkel beendete ihre Ausführungen auf Englisch und versicherte den Vereinigten Staaten, Deutschland und Europa seien auch in Zukunft starke Partner. Zuvor hatte Präsident Barack Obama die Bundeskanzlerin bei einem Treffen im Weißen Haus als "außergewöhnliche Führungspersönlichkeit" gewürdigt.

Standing Ovations

Merkel wurde mit lautem und herzlichem Applaus im US-Kongress begrüßt. Es war das erste Mal seit mehr als 50 Jahren, dass ein deutscher Regierungschef die Ehre hatte, vor beiden Häusern des amerikanischen Kongresses zu sprechen. Nur Kanzler Konrad Adenauer (CDU) hatte vor mehr als einem halben Jahrhundert im Mai 1957 ebenfalls in der US-Hauptstadt eine Rede gehalten - allerdings nacheinander in Senat und Repräsentantenhaus.

Bewegende Erinnerungen

"Einen besseren Partner als Amerika gibt es für Europa nicht, und einen besseren Partner als Europa gibt es für Amerika nicht", betonte Merkel. Die in einen schwarzen Hosenanzug gekleidete Kanzlerin erinnerte in ihrer oft von Beifall unterbrochenen, etwa halbstündigen Rede an die Berliner Luftbrücke und an den Einsatz der Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan für Deutschland. Sie dankte auch Präsident George Bush senior, der Deutschland bereits im Mai 1989 Partnerschaft und Führung angeboten habe.
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Jugend hinter Mauern

Merkel erinnerte in bewegenden Worten und mit teilweise sehr persönlichen Gedanken an den Mauerfall vor zwei Jahrzehnten. Der 9. November sei aber auch der Jahrestag der Pogromnacht und des Beginns der systematischen Tötung von Juden. Sie erinnerte an ihre Jugend in der DDR hinter Mauern. Sie habe sich nie vorstellen können, in die USA zu reisen oder gar vor dem amerikanischen Kongress zu stehen. Sie habe sich damals für Jeans "einer bestimmten Marke" und für die Weite der amerikanischen Landschaft begeistert, sagte Merkel.

Obama lobt "starken Verbündeten"

Präsident Obama würdigte derweil den Einsatz und die Opfer Deutschlands für den Frieden und die Stabilität in Afghanistan. Deutschland sei ein "außerordentlich starker Verbündeter bei vielen internationalen Fragen" und ein "außerordentlich starker Stützpfeiler der transatlantischen Beziehungen". Deutschland habe viel dazu beigetragen, dass die Afghanen selbst mehr Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen könnten. Merkel sagte, der Einsatz der Staatengemeinschaft am Hindukusch sei hart. Erfolgreich werde man aber sein, wenn die Allianz jeden weiteren Schritt gemeinsam gehe. Deutschland stelle sich dieser Verantwortung.

Zusammen gegen Klimaerwärmung

Merkel ermunterte die USA vor dem voll besetzten Kongress zu Anstrengungen beim Klimaschutz. "Wir brauchen eine Einigung bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen", sagte sie. Obama hatte zuvor erklärt: "Überall in der Welt beginnt man anzuerkennen, wie wichtig es ist, angesichts der möglichen Katastrophe zusammenzuarbeiten." Diese drohe, wenn die globale Klimaerwärmung nicht bekämpft werde.

Atombombe im Iran verhindern

An die Adresse des Iran gewandt warnte Merkel die Regierung in Teheran. Eine Bedrohung Israels durch Iran müsse verhindert werden. "Atombomben in den Händen des iranischen Präsidenten, der den Holocaust leugnet und Israel bedroht, darf es nicht geben." Die Sicherheit Israels sei nicht verhandelbar. "Wer Israel bedroht, bedroht auch uns." Obama sagte, er habe die Kanzlerin bei Fragen der Weiterverbreitung von Nuklearwaffen und in der Wirtschaftspolitik als "nachdenklich und energiegeladen" kennen gelernt.

Auftakt zu 20 Jahren Mauerfall

Merkel wollte ihren Auftritt im Kuppelsaal des Kapitols offensichtlich als Einleitung zu den offiziellen Feiern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls nutzen. Am 9. November werden in Berlin zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet. Aber kein Land - auch nicht Frankreich oder Großbritannien - habe seinerzeit die deutsche Einheit so gefördert wie die Vereinigten Staaten. Der eintägige Besuch beim transatlantischen Hauptverbündeten ist knapp eine Woche nach Beginn ihrer zweiten Amtszeit Merkels erste größere Reise. Zuvor war sie bei den wichtigsten europäischen Nachbarn und beim EU-Gipfel in Brüssel.

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Quelle: dpa
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Vor dem US-Kongress dankte Merkel für den Beitrag zur deutschen Einheit.
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