Mehr als 50 neue Tierarten in der Wildnis entdeckt
30.03.2009, 08:51 Uhr | Von Kristen Gelineau, AP
Der Litoriafrosch ist einer von 50 bisher unbekannten Tieren, die Forscher in der Wildnis von Papua-Neuguinea entdeckten (Foto: Reuters)
Ein leuchtend grüner Baumfrosch mit großen schwarzen Glubschaugen, springende Spinnen und ein gestreifter Gecko: Mehr als 50 neue Tierarten haben Forscher nach eigenen Angaben auf Papua-Neuguinea gefunden. Die Entdeckungen wurden am Mittwoch von der amerikanischen Naturschutzorganisation Conservation International bekanntgegeben.
Mitglieder der Organisation hatten voriges Jahr im Juli und August zusammen mit Wissenschaftlern aus Kanada, den USA und Papua-Neuguinea selbst eine Expedition in eine entlegene Bergregion des pazifischen Inselstaats unternommen. Sie brachten insgesamt mehr als 600 Spezies mit.
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Schrilles Zirpen, lautes Quaken
Bei der Überprüfung in den vergangenen Monaten stellte sich der Organisation zufolge heraus, dass davon 50 Spinnenarten, drei Frösche und ein Gecko offenbar noch niemals zuvor in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben worden waren. Bei den Fröschen sind das neben dem quietschgrünen Exemplar ein winziges braunes, schrill zirpendes Tierchen und ein anderes mit laut klingendem Quaken. Eine der springenden Spinnen ist glänzend blassgrün, eine andere pelzig braun.
Wildnis wichtig für das Klima
"Das Kaijende-Hochland und seine Täler sind eine Wildnis, die kaum entwickelt ist", sagt Expeditionsleiter Steve Richards. Die dichten Wälder spielten beim Klimaschutz eine unerlässliche Rolle, weil sie große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid speichern. "Wenn man etwas Neues findet, das so groß und so eindrucksvoll ist, dann zeigt das wirklich, dass da draußen noch so viel ist, von dem wir nichts wissen", sagt Richards. "Es erstaunt mich immer wieder, was auf dieser Insel alles Spektakuläres auftaucht."
Tiere zeigen Umweltzustand an
Der Zoologe Craig Franklin von der University of Queensland in Australien hält die Funde für bedeutsam. Frösche seien oft ein großartiger Bioindikator für den Zustand der Umwelt, erklärt der Experte. Oftmals weise ein Rückgang der Frösche direkt auf eine Schädigung der Umwelt hin. Das Expeditionsgebiet ist eine wichtige Trinkwasserquelle für zehntausende Menschen in den umliegenden Gebieten und unerlässlicher Jagdgrund für die dort lebenden Stämme.
Bei der Forschungsreise arbeitete ein Anthropologe mit dem Hewa-Stamm zusammen, um die Vorkommen in der Region zu dokumentieren. Die Einheimischen seien eng mit der Natur verbunden, erklärt der an dem Projekt beteiligte Wissenschaftler Bruce Beehler. "Wenn man mit ihnen zusammenarbeitet, können sie einem unter die Arme greifen. Man erfährt so viel mehr, weil sie schon so viel wissen."
"Man denkt, man kennt alles schon"
Conservation International will dieses Jahr noch drei Expeditionen nach Papua-Neuguinea unternehmen in der Hoffnung, weitere unbekannte Arten zu finden. "Die meisten von uns leben in städtischer Umgebung und denken, man kennt alles schon", sagte Beehler. "Das ist eine kleine Erinnerung daran, dass wir unsere Welt wirklich besser kennenlernen müssen, wenn wir besser mit ihr umgehen wollen."