06.10.2010, 20:41 Uhr
Opfer der Massenvergewaltigung im Kongo bei einem Vortrag der UN-Sondergesandten Wallström (Foto: Reuters)
UN-Truppen haben im Ost-Kongo einen Mann festgenommen, der für die Vergewaltigung von fast 250 Frauen und Kindern verantwortlich sein soll. Trotz dieser Festnahme bleibt die sexuelle Gewalt im Ost-Kongo Alltag in einem brutalen Konflikt.
Derzeit wird geprüft, ob es sich bei dem Verdächtigen tatsächlich um den Milizenführer Mayele handelt - Augenzeugen haben ihn inzwischen identifiziert. Als die Nachricht von der Verhaftung des Verdächtigen im Kongo eintraf, sprach Margot Wallström zufrieden von einem "Sieg der Gerechtigkeit". Wallström ist UN-Sonderbeauftragte gegen Gewalt in bewaffneten Konflikten; der sogenannte Oberstleutnant Mayele, ein Führer der im Ost-Kongo aktiven Mai-Mai-Milizen, soll verantwortlich für eine viertägige Gewaltorgie seiner Kämpfer Ende Juli sein.
Fast 250 Frauen und Kinder wurden bei dem Überfall auf fünf Dörfer in der Provinz Nord-Kivu vergewaltigt, auch einige Männer wurden Opfer sexueller Gewalt. Die UNO musste dabei eigene Fehler einräumen, weil in dem Land stationierte Blauhelmsoldaten nicht einschritten.
Viele Menschen in den seit mehr als 15 Jahren von Gewalt geprägten Kivu-Provinzen dürften froh sein, dass Mayele sich demnächst vor einem Militärgericht im Kongo verantworten muss. Doch er ist nur einer der Männer in Uniform, die den Menschen in Kivu das Leben zur Hölle machen. Und die Mai-Mai-Miliz ist keineswegs die einzige, die Vergewaltigungen gezielt und systematisch als Kriegswaffe einsetzt - im Laufe des Augusts sollen sich noch etwa 260 weitere Vergewaltigungen in anderen Teilen von Nord- und Süd-Kivu ereignet haben. Verschiedene Milizen, die in Kivu um Einfluss und Rohstoffe kämpfen, terrorisieren so die Zivilbevölkerung. Einige von ihnen sind inzwischen in die Regierungstruppen integriert worden.
Dass die Exzesse Ende Juli und Anfang August überhaupt so starke internationale Aufmerksamkeit erhielten, lag an der Zahl der Opfer bei einem einzigen Überfall. Ein Einzelfall ist die Brutalität gegen Frauen und Mädchen aber nicht. Mehr als 8000 Vergewaltigungen wurden im vergangenen Jahr im Ostkongo angezeigt - doch das ist nach Einschätzung von Experten nur die Spitze des Eisbergs.
Vergewaltigungen in Zeiten des Krieges - das hat es schon immer gegeben. Im Kongo, wo der Bürgerkrieg offiziell bereits seit 2003 beendet ist, ist das Ausmaß der Gewalt aber schon seit Jahren extrem. Helfer und Ärzte etwa im Krankenhaus von "Heal Africa" in Goma oder im Panzi Hospital in Bukavu berichten von schwerst traumatisierten Patienten. Darunter etwa ein zehnjähriges Mädchen, dass nach stundenlanger Vergewaltigung durch ein halbes Dutzend Rebellen mit schweren Unterleibsverletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde und sechs Monate lang kein einziges Wort sprach.
In einem seit Jahren ungelösten Konflikt wie in Kivu, wo die Männer fürchten müssen, entweder von der einen oder anderen Miliz zum Kämpfen gezwungen oder getötet zu werden, sind es die Frauen und Mädchen, die auf den Feldern arbeiten, Holz sammeln oder Wasser holen - und dort vergewaltigt werden.
"Die meisten Opfer gehen nach Hause und erzählen nichts von dem Vorfall, weil sie sich schämen oder Angst haben, von ihrem Mann wegen der Schande verstoßen zu werden", sagt Kasereka Lusi, der Gründer und ärztliche Leiter von der Hilfsorganisation "Heal Africa". "Viele werden immer wieder vergewaltigt, so lange die Rebellen in der Gegend sind. Für die Frauen ist es die Hölle."
Oft kommt es aber auch vor, dass Frauen und Mädchen vor den Augen ihrer Männer, Eltern oder Geschwister Gewalt angetan wird - eine gezielte Demütigung. Manche Frauen werden vor die Wahl gestellt, sich von den Rebellen sexuell missbrauchen zu lassen oder mit einer Weigerung den Tod des Mannes oder der Familie zu verantworten. Wenn die Frauen die Vergewaltigung als das vermeintlich geringere Übel wählen, werden zahlreiche dieser Opfer hinterher von ihren Familien oder Dorfgemeinschaften ausgestoßen - sie haben, so heißt es dann, Schande über die Familie gebracht.
Quelle: AFP , dpa
U. schrieb:
am 6. Oktober 2010 um 19:15:05
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das Problem ist doch ein ganz anderes ...
das die jenigen dann nach gewisser (Haft) Zeit nach Hause kommen und es weiter läuft, wie davor.
Du kannst innerhalb eines Landes nicht wegen der selben Sache zwei Mal bestraft werden, aber einmal im Lande dann noch würde ja schon reichen! Erinnere mich gerade an den Fremdenlegionär aus unserem Ort, der mir erzählt hat, von seinen unzähligen Auftragsmorden in Afrika. Das Geld, was er dafür bekam hat ihm seine damalige Partnerin abgeknöpft. Mindeststrafe!
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Sirpercival schrieb:
am 6. Oktober 2010 um 18:24:01
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Kongo
Das sind keie REBELLEN sonder schlichtweg TERRORISTEN warum wird das
immer wieder beschönigt!
Rebellen wollen einen Umsturz um etwas
zu verändern-Terroristen wollen
alles vernichten.
Und UNO-Soldaten sind gut beraten ,nicht wegzuschauen,sondern wenn nötig
mit der Waffe in der Hand schutzlose zu beschützen.
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Oli schrieb:
am 6. Oktober 2010 um 18:16:45
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Blauhelme
Wie sagt Levi? "Blauhelme sind das Lächerlichste ... sie sind Absurdität dieser Zeit ... wenn bei Kafka Soldaten vorkämen,
wären es Blauhelme". Wann schafft man diese Clique (Politiker) feiger UN-Nichtstuer endlich ab? Mit dem Geld sollte man eine private Schutztruppe aufbauen, die diesen Namen verdient!
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