08.02.2012, 13:35 Uhr
Berlin (dpa) - Höfe mit auffällig hohem Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung sollen künftig stärker ins Visier genommen werden. Antibiotika dürfen nur zur Behandlung kranker Tiere eingesetzt werden.
Studien hatten aber ergeben, dass bis zu 96 Prozent der Masttiere damit behandelt werden, vor allem Geflügel. Über Fleisch können auch Menschen Keime aufnehmen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Das kann dazu führen, dass die Arznei bei Krankheiten nicht mehr wirkt. In einem Test des Magazins "Stern" wurden in 5 von 20 Proben abgepackten Schweinefleisches aus Supermärkten in fünf deutschen Städten solche Bakterien entdeckt.
Das Bundesagrarministerium will die Befugnisse der Überwachungsbehörden der Länder erweitern, damit sie Betriebe zu konkreten Konzepten für die Minimierung von Arzneigaben verpflichten können. "Wir müssen die Haltungsbedingungen für Nutztiere verbessern, um den Krankheitsdruck und die Ansteckungsrisiken zu verringern", sagte Ministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch. Oft seien Hygieneprobleme im Stall Ursachen für starke Antibiotika-Verwendung, die aber beseitigt werden könnten.
Aigner kündigte an, mit den Ländern über rechtliche Grundlagen für ein stärkeres Ansetzen bei einzelnen Höfen zu reden. Sie unterstütze damit auch eine Initiative Niedersachsens. Um auffällige Antibiotika- Verwendung zu erkennen, müssten die Behörden schnell auf Unterlagen in Betrieben zugreifen können. Das Bundesministerium plant außerdem Gesetzesänderungen, die die alltägliche Verschreibungspraxis von Tierärzten beschränken. Veterinäre sollen sich etwa strikt an die Anwendungsbestimmungen der Packungsbeilage halten müssen. Bisher können sie aus fachlichen Erwägungen auch von Dosierungen abweichen.
Quelle: dpa
Tina schrieb:
am 8. Februar 2012 um 19:29:12
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nachweis
Der Betrieb aus dem die belasteten Proben stammen ist doch bekannt, es wird ein lückenloser Nachweis bei Nutztieren gefordert. Da
brauchen die Behörden, sofern sie wollen oder können, einfach mal auf die Verpackung schauen und nun ganz einfach zurückverfolgen und schon ist der Betrieb bekannt. Aber die Großen haben Narrenfreiheit, die Kleinen sollen weg, da wird "Verbraucherschutz" vorgeschoben. Warum wird nicht einfach veröffentlicht,welche Betriebe es sind und der Käufer ist gewarnt??
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Neumüscher schrieb:
am 8. Februar 2012 um 16:15:53
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erfolgreiche Arbeit des BUND
Ein Dank an den Umweltverband der beharrlich diesen Mißstand angeprangert und damit Frau Aigner zum Handeln
gezwungen hat! Bitte macht weiter, dieser Teilerfolg sollte Mut machen. Gewissenlose Massenviehzüchter, die dem Fleischpreisdumping gerecht sein wollen und dafür immer mehr Masse statt Klasse produzieren müssen ausgesiebt werden! Auch wenn wir am Ende nur noch dreimal statt siebenmal in der Woche Fleisch essen. Wäre jedenfalls gesünder!
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Martin schrieb:
am 8. Februar 2012 um 15:05:21
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hmmm
Ich lese zZt gerade das Buch von Hans-Ulrich Grimm "Katzen würde Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter". Ich muss es immer mal
wieder zur Seite legen, weil einen das Thema würgen lässt.
Was da an Unappetitlichkeiten zum Vorschein kommt, lässt einen eigentlich einen großen Bogen um jede übliche Fleischtheke machen. Neben Antibiotika und Abfällen zB auch Klärschlamm als Tierfutter, Chemie aller Art &Menge & vieles mehr. Nur noch: BÄÄÄÄH! Aber billig ist es allemal - und das ist das Wichtig
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