Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Wissen > Tierreich >

Massensterben der Bienen im Rheintal

...

Massensterben der Bienen im Rheintal

09.05.2008, 09:30 Uhr

Mysteriöser Tod: Bienen sind in Gefahr (Quelle: imago) Mysteriöser Tod: Bienen sind in Gefahr (Quelle: imago)Im badischen Rheintal stehen Weidekätzchen und Wildkirschen zwar schon längst in voller Blütenpracht. Doch in den Bäumen ist es erschreckend still: Es fehlt das Summen der Bienen. Hektik herrscht dagegen in der Geschäftsstelle des Landesverbands Badischer Imker im beschaulichen Appenweier. Dort rufen immer mehr der landesweit rund 7000 Imker an und klagen über ein massives Bienensterben entlang der Rheinlinie. Der plötzliche millionenfache Tod in den Bienenstöcken setzte in den vergangenen Tagen unvermittelt mit der Mais-Aussaat ein. Viele der Samenkörner waren zur Insekten-Bekämpfung mit dem Nervengift Clothianidin der Firma BayerCropscience gebeizt. Das könnte der Killer sein, vermuten die Imker.

Schlimmstes Bienensterben "seit 30 Jahren"

Der Imker-Verband spricht vom schlimmsten Bienensterben in der Region "seit 30 Jahren". Den Verdacht gegen das Nervengift aus dem Bayer-Konzern begründet der stellvertretende Verbandsvorsitzende Manfred Raff mit ähnlichen Erfahrungen italienischer Imker, bei denen schon vor einigen Wochen Mais ausgesät worden war. Dort fand sich in verendeten Bienen das Clothianidin. Es ist dem Verband zufolge Bestandteil des Agrargiftes Poncho Pro, welches für das Beizen des Mais-Saatgutes verwendet wird. Die Imker vermuten nun, dass die von den Saatmaschinen aufgewirbelten Stäube auf blühende Rapsfelder und Blumenwiesen wehten, wo das Gift von den Bienen aufgenommen wurde.

Forschungsinstitut untersucht tote Bienen

Nach einem Brandbrief der badischen Imker an den Stuttgarter Agrarminister Peter Hauk (CDU) lassen nun die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe tote Bienen auf Giftrückstände im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig untersuchen. Imker Raff befürchtet das Schlimmste. "Ich habe einige meiner Bienen als Erster untersuchen lassen: Die Todesursache war zu 80 Prozent Nervengift", sagt er.

Gefahr durch Gift Clothianidin

Nach der Varroa-Milbe, die jeden Winter in den Stöcken der Honigsammlerinnen wütet, droht der Biene durch aggressive Agro-Gifte nun bundesweit eine womöglich weit größere Gefahr: Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund weist darauf hin, dass Clothianidin in Deutschland mittlerweile zugelassen wurde für Kartoffeln, Mais, Zucker- und Futterrüben, Getreide und Raps. Internationalen Studien zufolge baue sich das Gift aber kaum ab. Es könne sich deshalb im Boden jedes Jahr trotz Fruchtfolge immer stärker ansammeln und wegen seiner guten Wasserlöslichkeit etwa in Bodensenken noch höher konzentriert sein.

Imkerdemonstrationen im Elsass

Wie gefährlich Clothianidin eingeschätzt wird, zeigt auch eine Warnung der französischen Veterinärämter zu Frühjahrsbeginn: Darin rieten sie den Imkern eindringlich, mit ihren Bienenvölkern die Gebiete, in welchen das Gift eingesetzt wurde, für Jahre zu meiden. Im Elsass demonstrierten bereits Imker für ein Verbot von Clothianidin.

"Drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein"

Eine Ausweisung großräumiger "No-Go-Gebiete" für Imker und ihre Bienen würde hierzulande auf die Landwirte mit voller Wucht zurückschlagen: 80 Prozent aller knapp 3000 Wild- und Nutzpflanzen werden nach Angaben des Deutschen Imkerbundes (DIB) von Bienen bestäubt. Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Bestäubungsleistung sei mit rund zwei Milliarden Euro im Jahr in Deutschland zehn Mal so hoch wie der der Honigproduktion, sagte Petra Friedrich vom DIB gegenüber
t-online.de. "Damit ist die Biene das drittwichtigste Nutztier nach Rind und Schwein."

Rapsbauern auf Bienen angewiesen

Besonders betroffen von Flugverbot oder massenhaftem Bienentod wären vor allem die Rapsbauern in Schleswig-Holstein. Dort ist Raps nicht nur die wirtschaftliche Grundlage für die 2500 Imker und ihre rund 25.000 Bienenvölker. Die Bienen sorgen mit dem Bestäuben der Ölpflanze zu Ertragssteigerungen von immerhin bis zu 30 Prozent.

Todesursache nicht endgültig geklärt

In Süddeutschland ist dagegen Mais die am häufigsten angeflogene Pflanze der Bienen. Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Bienenkunde enthält ein Drittel des bayerischen Honigs inzwischen Maispollen. Dort wird der Mais allerdings ebenso wie in Baden-Württemberg vom Mais-Wurzelbohrer bedroht - und Saatgut deshalb mit Clothianidin behandelt. Raff räumt allerdings ein, dass ihm noch unklar sei, welches Gift seine Bienen getötet habe. "Das kann auch von einem Feld mit Energiepflanzen für Biosprit kommen. Die dürfen dort noch härtere Gifte einsetzen als bei Pflanzen für den menschlichen Verzehr", sagt er.



 

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Massensterben der Bienen im Rheintal" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Massensterben der Bienen im Rheintal" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (0)

zum Forum

Thema: "Massensterben der Bienen im Rheintal"

Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Perfekte Hosen für Damen
Die neuen Trends von AtelierGS

Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Unsere DFB-Jungs blamieren sich
Die DFB-Elf verliert den EM-Test gegen die Schweiz. (Quelle: dapd)

Fünf Gegentore gegen die Schweiz. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Regionale Nachrichten
News aus Ihrer Region
Nachrichten aus Ihrer Region (Foto: imago)

Aktuelle Meldungen aus den Bundesländern. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige