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Mars-Mission: Rover soll Lebensbedingungen erforschen

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Rover soll Lebensbedingungen auf dem Mars erforschen

16.01.2012, 15:18 Uhr | Von Christian Retzlaff

Die von der NASA veröffentlichte Computersimulation zeigt den Mars-Rover "Curiosity" (Quelle: Reuters\NASA/JPL-Caltech)

Die von der NASA veröffentlichte Computersimulation zeigt den Mars-Rover "Curiosity" (Quelle: NASA/JPL-Caltech/Reuters)

Für Ashwin Vasavada von der US-Weltraumbehörde NASA ist es eine "Traummaschine", seine Kollegin Colleen Hartman spricht von einem "gedopten Rover", der"mehr als 200 Wissenschaftler ersetzt" - wenn die Mitarbeiter des aktuellen Marsprogramms von ihrem neuen Marsfahrzeug reden, geraten sie ins schwärmen. Offiziell heißt die Mission "Mars Science Laboratory" oder Mars-Wissenschaftslabor, aber alle Beteiligten sprechen nur von "Curiosity" - auf Deutsch: Neugier.

Voraussichtlich am Samstag um 15.02 Uhr soll die neue unbemannte Marsmission der NASA gestartet werden. "Curiosity" soll nach neunmonatiger Flugzeit im kommenden August weich auf der Oberfläche des Nachbarplaneten aufsetzen. Dort soll "Curiosity" ein Marsjahr (fast zwei Erdjahre) lang die Gegend im Gale-Krater erforschen. Dabei ist der direkte Nachweis von organischem Leben diesmal nicht das vorrangige Ziel der Mission. Vielmehr soll herausgefunden werden, ob die Voraussetzungen für Leben auf dem Mars gegeben sind - oder jemals waren.

Neues Landeverfahren entwickelt

Das Fahrzeug hat die Ausmaße eines kompakten Kleinbusses und ist mit zehn voneinander unabhängigen Labors zur Erforschung von Staub, Steinen und Atmosphäre ausgestattet. Doug McCuiston, Teamleiter des Marsprogramms bei der NASA sagt, "Curiosity" sei "das größte und komplizierteste Stück Technik, das jemals auf der Oberfläche eines anderen Planeten abgesetzt" sein werde - wenn alles gut geht. Denn vor allem die Landung erforderte die Entwicklung eines neuen Systems.

Die Zwillingsrover "Spirit" und "Opportunity" wurden vor sieben Jahren aus dem Orbit abgeworfen und überstanden den Aufprall von großen Luftkissen geschützt - ein Verfahren, das bei "Curiosity" nicht infrage kommt. Der neue Rover ist dafür zu groß und zu schwer. Stattdessen wird die "Curiosity"-Raumkapsel in den oberen Schichten der Marsatmosphäre abgebremst, bevor sich die Kapsel in 1600 Metern Höhe öffnet und sich vom Rover trennt. "Curiosity" soll dann am Haken eines Landegestells hängen, das die restliche Geschwindigkeit mit Bremsraketen abbaut und das Fahrzeug weich absetzt. Die NASA-Techniker nennen das Verfahren "Sky crane" und vergleichen es mit einem Lastenhubschrauber.

Video vom Landeanflug geplant

Auf dem Nachbarplaneten soll das Marslabor dann mit den unterschiedlichsten Methoden Proben von der Marsoberfläche untersuchen. "Curiosity" kann die Proben ausgraben, hoch erhitzen, mit einem Laser verdampfen lassen, mit Alphateilchen beschießen und vor allem: messen und gucken. Der Rover ist mit einer Vielzahl von hoch spezialisierten Kameras ausgestattet, von denen eine auch das Landemanöver in als Farbvideo aufzeichnet. Die NASA hat Raumfahrtfans versprochen, den Film unmittelbar nach dem Empfang zunächst in Youtube-Qualität online zu stellen und später auch in voller Auflösung zu zeigen.

Bei all seinen Fähigkeiten ist das technische Multitalent alles andere als schnell: Ein Beobachter auf dem Mars müsste schon sehr genau hinsehen, um eine Bewegung zu erkennen. Auf fester, ebener Fläche kommt "Curiosity" in einer Stunde gerade 150 Meter weit - mit Höchstgeschwindigkeit.

Zunächst muss "Curiosity" aber zum Mars gebracht werden. Eine zweistufige Atlasrakete soll, von vier Boostern unterstützt, der Kapsel die nötige Anfangsgeschwindigkeit für den langen Flug geben. Zuletzt hatten die Schwierigkeiten der russischen Marsmondmission "Phobos Grunt" gezeigt, dass interplanetare Flüge keineswegs zur Routine zählen. "Phobos Grunt" hängt in der Erdumlaufbahn fest und droht abzustürzen. Immerhin ist es Technikern am vergangenen Dienstag gelungen, wieder Funkkontakt zu der russischen Sonde aufzunehmen. Sollten bei "Curiosity" technische Schwierigkeiten auftreten oder das Wetter einen Start am Samstag unmöglich machen, hat die NASA noch bis zum 18. Dezember täglich ein Startfenster von 44 bis 103 Minuten.


Quelle: dapd

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