06.10.2011, 11:55 Uhr
Atommülllager Asse: Auch Experten wissen nicht, was genau sich in den einzelnen Kammern des maroden Salzbergwerks befindet (Quelle: dpa)
Wegen zahlreicher Risiken, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kaum abwägen kann, dürfte das marode Atommülllager Asse mindestens noch bis 2021 Atommüll lagern. In das undichte Salzbergwerk, das in der Gemeinde Remlingen in Niedersachsen liegt und einmal Prototyp für ein Endlager sein sollte, dringt seit Jahrzehnten Wasser ein - was bis 2008 bestritten wurde.
"In zehn Jahren werden wir eine Rückholung nicht abgeschlossen haben", erklärte BfS-Präsident Wolfram König in Remlingen. Bis 1978 wurden in dem früheren Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel 126.000 Behälter mit schwach- und mittelradioaktivem Müll abgekippt. Nach schweren Versäumnissen wurde dem Betreiber, dem Helmholtz-Zentrum aus München, 2009 die Verantwortung entzogen und dem BfS übertragen.
In das Lager dringen täglich 12.000 Liter Wasser ein. Möglich ist, dass sich der Atommüll wegen der Einflüsse wie Salz und Wasser nicht mehr in Fässern befindet.
Um den mittel- und schwachradioaktiven Müll bergen zu können, soll ein neuer Schacht etwa 500 Meter vom Bergwerk entfernt gebaut werden. Wegen 1400 Einzelschritten und 32 Auflagen hatte sich der Beginn erster Bohrungen in eine Kammer mit Atommüllfässern immer wieder verzögert. "Wir wollen alles daran setzen, zeitnah mit den Bohrungen beginnen zu können", sagte König. Dies könnte noch in diesem Jahr passieren. Man wisse allerdings nicht genau, was sich in den Kammern verbirgt.
Ein Bohrer soll sich durch eine 27 Meter dicke Wand bis zu einer ersten Kammer vorarbeiten. Insgesamt müssen bis zu 100.000 Tonnen Atommüll geborgen werden, die zunächst in einem eigenen Zwischenlager gelagert werden sollen. Die Bergung könnte mehrere Milliarden Euro kosten und soll zum Teil durch die Einnahmen aus der Brennelementesteuer bezahlt werden, die seit diesem Jahr erhoben wird.
Unklar ist, in welches Endlager der Asse-Müll kommen könnte, da das Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Schacht Konrad, ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk in Salzgitter, nach der bisherigen Genehmigung diese Mengen nicht aufnehmen könnte. Atomkraftgegner befürchten, dass der radioaktive Abfall dann in Gorleben gelagert werden könnte. Das Salzbergwerk dort ist als Endlager für alle Arten von Atommüll vorgesehen; die Eignung dafür ist allerdings stark umstritten und alles andere als geklärt. Bislang gibt es in Deutschland kein Endlager.
Für das Bundesamt für Strahlenschutz, das die Probleme mit seiner Fachkompetenz lösen soll und beweisen will, dass der Atommüll zurückgeholt werden kann, bedeuten die Folgen des Asse-Skandals einen Wettlauf mit der Zeit. Das Wasser gefährdet die Standfestigkeit des einsturzgefährdeten Bergwerks. Zudem drückt das darüber liegende Gebirge massiv.
Mikrofone im Bergwerk nehmen derzeit alle Geräusche in der Erde auf. "Wir wissen, dass wir eine Aktivität haben, die nicht beruhigt", sagte Amtsleiter König mit Blick auf die Aufgabe, für die es international kaum Vergleiche gibt. Die BfS-Experten hoffen das Bergwerk mit umfassenden Stabilisierungsmaßnahmen noch für mehr als zehn Jahre sichern zu können. Das oberste Ziel sei es, die Asse sicher zu schließen. Bis dahin müsse aber der Atommüll herausgeholt werden - nur so sei die Umwelt langfristig vor Strahlung geschützt.
Quelle: dpa , je
Müllmann schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 18:26:25
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Asse
War im Besucherzentrum, habe einen sehr abgeklärten Ingeneur getroffen, sagte der erste Müll kam aus Karlsruhe ! Im BW / Schweiz
Grenzgebiet gibt es undurchlässige Tonschichten, die Schweizer nutzen sie schon. Bezahlen müssen das die Nachfolger der Energieversorger von damals.
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employer schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 16:55:59
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Sauerei!
Fakt ist: Eine der Hauptverantwortlichen für die Sauereien in der Asse: Angela Merkel .
Schon seit 1996 weiß Merkel um die
Sauereien im Atommülllager Asse. Damals war sie, und das ist kein Scherz, Umweltministerin(!) im Kabinett Kohl.
Auch diese extrem hohen Kosten der Beseitigung des Atommülls werden dem Steuerzahler aufoktroyiert- garantiert!
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Solarstromproduzent schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 14:34:03
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Unrentabel?
Da mekern manche das Solarstrom zu Teuer ist und nur wegen der hohen Staatsförderung Rentabel ist.
Aber der Atomstrom und das
Riesenproblem mit dem Giftigen Abfall und seine Folgekossten sind Fatal für die Wirtschaft und somit den Strompreis.
Die ersten Solaranlagen laufen jetzt schon seit 47 Jahren und produzieren immer noch-und das ohne weitere Betriebskosten (Wie Brennmaterial).
Wenn man in der Welt einen Solaranlagenring von Ost nach West bauen würde hätte man 24 h Strom.
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