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Marienkäferplage: Marienkäfer legten an der Küste wohl "Notbremsung" hin

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Marienkäfer legten an der Küste wohl "Notbremsung" hin

31.07.2009, 15:57 Uhr

Millionen von Marienkäfern scheinen sich wie die Menschen am Ostseestrand zu sonnen (Foto: dpa) Millionen von Marienkäfern scheinen sich wie die Menschen am Ostseestrand zu sonnen (Foto: dpa)

Die tagelange Invasion der Marienkäfer an der Ostseeküste ist offenbar auf den Wind zurückzuführen. Große Mengen der Tiere seien vermutlich durch ablandige Winde vom Inland Richtung Meer geweht worden, erklärte Helge May vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). "An der Küste haben viele Käfer quasi eine Notbremsung vollzogen, um nicht auf hoher See zu landen."

Von einer Insekten- oder Käferplage könne in Deutschland insgesamt aber keine Rede sein.

Viele Blattläuse erfreuen die Käfer

Zwar gebe es deutschlandweit in diesem Jahr durch die große Zahl der Blattläuse hervorragende Bedingungen für die Vermehrung von Marienkäfern oder auch von Schwebfliegen. Von einer generellen außergewöhnlichen Häufung könne aber nicht die Rede sein. So fühle sich der Marienkäfer generell im Süden wohler, sagte May. Aber dort trete er nicht häufiger auf als sonst.

Invasion von Sieben-Punkte-Marienkäfern

Bei den an der Küste geballt aufgetretenen Tieren handelt es sich laut May um den heimischen Sieben-Punkt-Marienkäfer. Berichte, wonach sich dort der meist mit 19 Punkten versehene asiatische Marienkäfer massenhaft ausgebreitet habe, hätten sich als falsch herausgestellt, sagte der NABU-Experte. Es sei also offenbar nicht richtig, dass der zur Schädlingsbekämpfung importierte asiatische Artgenosse den heimischen vertreibt. Für beide Arten gelte gleichermaßen, dass sie für Menschen ungefährlich sind.

Wespen vermehren sich normal

Entwarnung gibt der NABU auch bei anderen Insekten. So sei die Zahl der Wespen in diesem Jahr bisher auf normalem Niveau. Sie fänden zwar auch eine gute Nahrungssituation vor, litten aber unter dem wechselhaften und teils feuchten Wetter. "Bombenwetter im August verbunden mit reifenden Obstbäumen könnte die Situation aber durchaus noch einmal ändern", sagte May.

Massenhaft Schmetterlinge in Thüringen

Nach Auskunft des NABU hat es vor der Marienkäfer-Häufung bereits im Mai ein außergewöhnliches Phänomen gegeben. Der Diestelfalter sei vor allem in Thüringen in ungewöhnlich großer Zahl aufgetreten, sagte May. Er ist sonst hauptsächlich in Nordafrika und Südspanien zu finden.

Auf knallige Farben verzichten

Das Rostocker Landesamt für Gesundheit und Soziales hat wegen der Insektenmassen mittlerweile Verhaltenstipps herausgegeben: Bei der Kleidung solle auf knallige Farben verzichtet werden, in den Wohnungen helfen Fliegengitter vor den Fenstern. Schwebfliegen und Marienkäfer in Massen sind zwar lästig, aus gesundheitlicher Sicht jedoch völlig ungefährlich. Die Bisse, von denen Urlauber berichteten, sind völlig harmlos und oberflächlich.


Quelle: dpa

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