14.05.2010, 15:13 Uhr
Margot Käßmann trat erstmals nach ihrem Rücktritt als Landesbischöfin und Kirchenratsvorsitzende wieder öffentlich auf (Foto: ddp)
Käßmann, die nach einer Trunkenheitsfahrt im Februar von ihren Ämtern als evangelische Landesbischöfin in Hannover und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurückgetreten war, trat in München erstmals wieder öffentlich auf.
Den Applaus und die herzlichen Begrüßungsworte des evangelischen Kirchentagspräsidenten Eckhard Nagel nahm Käßmann mit den Worten "danke, das tut mir gut" entgegen. In ihrer Bibelarbeit zur Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Mose und zu Noahs Kampf gegen die Sintflut ließ Käßmann auch persönliche Erfahrungen einfließen. "Was, wenn dein ganzes bisheriges Leben unterzugehen scheint, weil eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert wird. Weil der Ehepartner dich verlässt. Auch das sind Untergangserfahrungen, in denen wir uns fragen, wie Gott erretten kann. Ob es einen neuen Anfang geben kann." Die Antwort gab Käßmann, die solche Erlebnisse in den vergangenen Jahren durchleben musste, selbst: "Ja, es gibt eine zweite Chance."
Mit Blick auf das Ringen um Frieden ging Käßmann erneut auch kritisch auf die internationale Afghanistan-Politik ein und verglich die Aufstockung der Ausgaben der Bundesrepublik für die Schutztruppe im Vergleich zu den weit geringeren für die Entwicklungshilfe in Afghanistan als unverhältnismäßig. "Ich jedenfalls kann darin keinen 'Vorrang für zivil' sehen, wie wir ihn als evangelische Kirche immer gefordert haben", sagte Käßmann. "Wo sind denn da die Visionen für ein Leben nach der Sintflut?" Als EKD-Ratsvorsitzende hatte sie zu Weihnachten mit ihren Äußerungen zum Krieg in Afghanistan für eine breite innenpolitische Debatte gesorgt.
Käßmann ging beim Ökumenischen Kirchentag auch auf die Fehlbarkeit des Menschen ein. "Kein Mensch ist ohne Fehl und Tadel", betonte Käßmann. "Wir kennen als Christinnen und Christen keinen Gott, der nur das Perfekte gelten lässt und alles andere verachtet." Nicht zuletzt der vorbildliche Umgang mit ihrer eigenen Verfehlung hatte Käßmann hohen Respekt in Kirche und Gesellschaft eingetragen.
Quelle: dpa
Ganzfreundlich schrieb:
am 13. Mai 2010 um 16:45:55
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Frau Kässmann
Ich persönlich habe mit der Kirche als Institution nichts zu tun, finde es aber gut, dass Frau Kässmann so empfangen wurde.
Zu viel trinken kann jedem Mal passieren, wenn ich mir aber vorstelle, was andere "christliche Personen" mit ihren abhängigen Kindern und Jugendlichen angestellt haben und keine Reue zeigen, sogar noch bestreiten, dann lieber mal einen über den Durst trinken - auf jeden Fall Hochachtung für die bisherige Leistung von Frau Kässmann
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"sünder" schrieb:
am 13. Mai 2010 um 16:42:56
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käßmann
du lieber himmel,ein sünder ist frau käßmann sicher nicht,schon gar nicht wegen dieser lachhaften fahrt,die aufgebauscht
wird.ein vergehen,riskant,ist gut gegangen,einsicht,übertriebene konsequenzen wegen des öffentlichen aufschreis.eine heldin ist sie deshalb andererseits auch nicht.ein hochrangiger intelligenter kirchenfunktionär mit gespür und kalkül.mir ist diese institution suspekt,prinzipiell.beides-verdammung der person und jubel jetzt -finde ich überflüssig.
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Ronald Hörstmann schrieb:
am 13. Mai 2010 um 16:41:36
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Käßi ist eine nette Person....
aber sie gleich als Märtyrrerin hinzustellen? Na, ja, mache es, wer wolle. Kirche sollte sich aus Politik
(jedenfalls nicht so wie sie es tut) und umgekehrt die Politik aus der Kirche heraushalten. Allenfalls - was Politik anbetrifft - die Justiz sollte sich einmischen, wenn es um die letztbekannten Verfehlungen handelt. Das sind Verbrechen. Auch wenn Lesben oder Schwule, Mädchen oder Jungen zu deren Eigennutz benutzen. Wenn z.B. zwei Hühner alleine aufwachsen, kräht eines davon. Tatsache.
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