Marco W. (Foto: dpa)Der 18-jährige Marco W. berichtet in seinem Buch über eine neue große Liebe, die er nach seiner Haft in der Türkei gefunden habe. Oft habe er in seiner Zelle darüber nachgegrübelt, ob je wieder einem Mädchen vertrauen könne, schreibt der Uelzener in seinem Buch „Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast.“
Das Mädchen habe ihn im Januar 2008 in einer Uelzener Bar angesprochen. Zunächst habe er sich Zügel angelegt, schreibt Marco. „Jetzt hast du schreckliche acht Monate wegen eines Mädchens hinter dir und plötzlich empfindest du was für ein Mädchen“, beschreibt er seine Gedanken. Dann sei jedoch die Entscheidung sehr schnell gefallen. Heute könne er gar nicht mehr ohne sie sein.
Die Buchveröffentlichung am Freitag zieht für Marco W. einigen Ärger nach sich: Seine beiden deutschen Anwälte, Matthias Waldraff und Michael Nagel, hatten in der vergangenen Woche das Mandat niedergelegt. Sie befürchten negative Konsequenzen für den Prozessausgang. Der in der Türkei wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Marco stellt sich in dem Buch als schüchternen Jungen dar, der von dem 13-jährigen britischen Mädchen Charlotte verführt worden sei. Außerdem äußert er sich negativ über die Haftverhältnisse.
"Vielleicht bin ich der 10.000. Besucher"
Nach einem Kennenlernen in der Disko, bei der sich die Britin als 15-Jährige ausgegeben hätte, sei es auf Initiative des Mädchens zu Zärtlichkeiten, nicht aber zum Geschlechtsverkehr gekommen, schreibt Marco. Tags darauf habe ihn die Mutter der 13-Jährigen angezeigt. "Vielleicht bin ich der 10 000. Besucher und kriege eine kostenlose Urlaubsverlängerung", ging dem damals 17-Jährigen durch den Kopf, als er zur Hotelrezeption gerufen wurde, wo schon die Polizei auf ihn wartete.
Angebliche Schlägerei mit dem Türsteher
Im Gefängnis sah sich Marco "eingepfercht zwischen Mördern und Straßenräubern". Er legte sich die Legende zu, wegen einer Schlägerei mit einem Türsteher einzusitzen. Denn "angebliche Vergewaltiger haben im Knast ein schweres Los, müssen oft Prügel einstecken."