Zu seiner Geburtstagsparty wird Marco seine THW-Kollegen einladen (Quelle: dpa)Am Donnerstag feiert Marco seinen 18. Geburtstag. Eine große Party gebe es aber erst einen Tag später, erzählte ein Freund Marcos vom Technischen Hilfswerk (THW). Er habe seinen Freundeskreis und das THW eingeladen. Auch einige Menschen, die ihm und seiner Familie während der Inhaftierung beigestanden haben, seien bei der Fete dabei.
Marco fährt nach Antalya
Ganz so unbeschwert wie andere Jugendliche wird Marco seine Volljährigkeit aber wohl nicht feiern können. Sein Prozess wird am 1. April in Antalya fortgesetzt. Bis dahin will das türkische Gericht den Sachverhalt des Falls, der wie kaum ein anderes Schicksal die Öffentlichkeit bewegt und zwischenzeitlich die deutsch-türkischen Beziehungen auf die Probe gestellt hat, möglichst geklärt haben. Marcos Verteidiger haben bereits angekündigt, dass der Schüler trotz seiner traumatischen Zeit hinter Gittern zu dem Gerichtstermin in die Türkei zurückkehren wird. Das Ziel: ein vollständiger Freispruch und die Wiederherstellung seiner Ehre.
Was als Kurzurlaub vor den letzten Schulprüfungen geplant war, endete für den Realschüler aus der niedersächsischen Provinz in einer acht Monate dauernden Zitterpartie im Gefängnis von Antalya. Als die Polizei ihn im Hotel abholte, glaubte er erst an eine Verwechselung, hoffte auf schnelle Aufklärung und musste dann von einem Monat auf den nächsten auf Entlastung im Gerichtsverfahren hoffen. Erst als schließlich die übersetzten Vernehmungsprotokolle der 13-jährigen Charlotte im Gericht eintrafen, beschlichen die Richter Zweifel an dem Vorwurf der angeblichen Vergewaltigung. Ohne Auflagen kam Marco kurz vor Weihnachten auf freien Fuß und durfte nach Uelzen zurückkehren.