Ein Besatzungsmitglied des vor Somalia gekaperten ukrainischen Frachtersist nach Angaben der Entführer gestorben. Der Mann sei am Sonntag eines natürlichen Todes gestorben, sagte ein Piratensprecher. Er sei nicht gewaltsam ums Leben gekommen oder erschossen worden.
Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht. Zur Nationalität des Toten wollte Piratensprecher Sugule Ali keine Angaben machen. Zuvor hatte er erklärt, die Besatzung sei "nicht verletzt und in Sicherheit".
Mehrere ausländische Kriegsschiffe haben den Frachter umzingelt. Das berichten Augenzeigen und ein somalischer Regierungsvertreter. Das mit Panzern beladene Schiff sei am Sonntag in der Nähe der Hafenstadt Harardhere im Nordosten Somalias von drei Kriegsschiffen eingekreist worden, sagte der Berater des Präsidenten der somalischen Provinz Puntland, Bile Mohamoud Qabowsade. Eines der Schiffe stamme aus den USA, zwei weitere aus Ländern der Europäischen Union, führte Qabowsade fort, ohne weitere Details zu nennen. Augenzeugen aus der Region um Haradhere bestätigten, dass mindestens zwei Schiffe den Frachter umzingelt hätten.
Piraten fordern Lösegeld
Die "Faina" mit 33 Panzern sowie Granatwerfern für die kenianische Armee an Bord war am Donnerstagabend vor der Küste Somalias von Piraten gekapert worden. Zur Besatzung zählten neben 17 Ukrainern auch drei Russen und ein Lette. Nach Angaben eines Vertreters des internationalen Seefahrerverbandes in Kenia forderten die Piraten insgesamt 35 Millionen Dollar Lösegeld, umgerechnet etwa 24 Millionen Euro. Diese Summe sei den Erfahrungen zufolge jedoch verhandelbar und könne möglicherweise auf unter fünf Millionen Dollar gedrückt werden.
Japanischer Frachter wieder frei
Vor Somalia wurden in der Vergangenheit wiederholt ausländische Schiffe überfallen. Ein japanischer Frachter, der am 20. Juli gekapert wurde, kam nach der Zahlung von rund 1,3 Millionen Euro am Samstag frei, wie die Behörden von Punktland bekanntgaben. Ein griechisches Schiff mit Chemikalien an Bord wurde am selben Tag im Golf von Aden gekapert.