23.08.2010, 14:37 Uhr
Rund neun Stunden nach dem Beginn der Geiselnahme in der philippinischen Hauptstadt Manila soll der Geiselnehmern, ein Ex-Polizist, zwei Menschen erschossen haben.
Dies habe er der Polizei mitgeteilt. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der mit einem Sturmgewehr bewaffnete Mann hielt dort zu dem Zeitpunkt noch 16 Menschen - 15 Touristen aus Hongkong und den Fahrer - gefangen, berichteten Medien des Landes.
Fernsehbildern zufolge umstellte die Polizei den Touristenbus, nachdem der bewaffnete Geiselnehmer mit der Ermordung aller 16 Insassen gedroht hatte. Zuvor waren nach Angaben eines Journalisten Schüsse gefallen. Dem Radiosender Mindanao Network sagte der Geiselnehmer in einer Live-Sendung, er habe "zwei Chinesen" erschossen und werde alle Geiseln töten, wenn die Polizei seine Forderungen nicht erfülle. Mit dem Geiselnehmer wurde schon stundenlang verhandelt. Bislang versucht die Polizei nach wie vor, die Geiseln aus der Hand des Kidnappers zu befreien.
Nach Angaben der Polizei ist der Geiselnehmer der 55-jährige Rolando Mendoza, ein einst hoch angesehener Polizeibeamte, der aber vor zwei Jahren wegen seiner Verwicklung in Raub, Erpressung und Drogendelikte entlassen worden war. Offenbar wolle er mit der Geiselnahme seine Wiedereinsetzung in den Polizeidienst erzwingen, sagte Manilas Polizeichef Rodolfo Magtibay.
Rund um den Rizal Park, in dessen Nähe der Bus abgestellt wurde, gingen Scharfschützen der Polizei in Stellung. Neun Geiseln wurden bis zum Mittag freigelassen, darunter zwei Frauen, drei Kinder, ein Diabetiker und drei Philippiner. In seinen Händen blieben nach Polizeiangaben etwa 15 Touristen aus Hongkong und drei Philippiner.
Nach Angaben des Hongkonger Reiseveranstalters sind die Geiseln zwischen vier und 72 Jahre alt. Die Gruppe hätte Manila am Montag nach dreitägigem Aufenthalt verlassen sollen.
Der Überfall weckt Erinnerungen an eine Geiselnahme im Jahr 2007, bei der ein Entführer 30 Kinder in seine Gewalt gebracht und mit einer Handgranate bedroht hatte. Damals hatte er nach zehn Stunden aufgegeben. Alle Geiseln hatten das Drama unversehrt überstanden.
Quelle: AFP , dapd , dpa
Peter schrieb:
am 23. August 2010 um 16:12:32
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Polizeiarbeit
Habe die Livebilder aus Manila mitverfolgt. Die Polizei war augenscheinlich völlig überfordert und hat es anfangs trotz
mehrfacher Versuche nicht geschafft, auch nur eine Tür des Busses zu öffnen und sie war zuerst auch außerstande, Gas oder Blendgranaten einzusetzen. Erst als eine geflohene Geisel (Busfahrer) verlauten ließ, das wahrscheinlich alle verbliebenen Geiseln tot seien, haben sich die Beamten zögerlich dem Fahrzeug genähert. Dilletantismus pur. Mein Beileid den Opfern und Angehörigen.
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