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Malediven: Unruhen weiten sich aus - Präsidentenfamilie flieht vor Gewalt

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Recht und Ordnung auf den Malediven in Gefahr

09.02.2012, 14:48 Uhr

Die Unruhen auf den Malediven weiten sich aus  (Quelle: dapd)

Die Unruhen auf den Malediven weiten sich aus (Quelle: dapd)

Nach dem Rücktritt des maledivischen Präsidenten Mohammed Nasheed weiten sich die Unruhen auf den Trauminseln weiter aus. Der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt Addu, Abdulla Sodig, sprach von einem kompletten "Zusammenbruch" von Recht und Ordnung. Ein unblutiger Machtwechsel scheint auf den Malediven ausgeschlossen.

Von der Hauptstadt Male seien rund 300 Soldaten und bewaffnete Polizisten nach Addu entsandt worden. Diese patrouillierten nun auf den Straßen und hätten bereits Festnahmen angeordnet, sagte Sodig. Er selbst sei in seinem Büro angegriffen worden, wobei ihm das Handgelenk gebrochen worden sei.

In der Nacht hatte es in Addu schwere Ausschreitungen gegeben, bei denen zwei Polizeistationen, ein Gerichtsgebäude und ein Privathaus angegriffen und in Brand gesetzt wurden. Sodig zufolge waren währenddessen keine Polizisten auf den Straßen unterwegs. Die Armee habe sich zunächst nur auf den Schutz des Gan-Flughafens, eines wichtigen Umsteige-Airports für Touristen, konzentriert.

Auf der Insel Thinadhoo griff eine Menge von rund eintausend Demonstranten laut der Schilderung eines Regierungsmitarbeiters sowohl eine Polizeistation als auch ein Justiz- und ein weiteres Regierungsgebäude an.

Urlauber sollen dem Auswärtigen Amt zufolge nicht in Gefahr sein. Derzeit befinden sich rund 5000 deutsche Urlauber auf den Malediven. Vor dem Hintergrund der Unruhen rät das Auswärtige Amt jedoch derzeit von Besuchen der Hauptinsel Male ab, wo es infolge einer "akuten politischen Krise" zu teilweise gewalttätigen Demonstrationen komme. Nach derzeit vorliegenden Informationen erstreckten sich die Unruhen aber nicht auf die Flughafeninsel oder die Ferien-Resorts, hieß es.

Nasheeds Familie flieht vor Gewalt

Unterdessen ist die Familie von Mohammed Nasheed nach Sri Lanka geflohen. Angesichts der zunehmenden Gewalt in dem Inselstaat seien die Frau und zwei Töchter Nasheeds nach Colombo gereist, sagten ein Regierungssprecher in Sri Lanka und ein Familienmitglied der Nachrichtenagentur AFP. Gegen Nasheed selbst wurde nach Angaben seiner Partei Haftbefehl erlassen.

Bereits am Mittwoch wurde der am Vortag zurückgetretene Präsident bei einer Demonstration von Sicherheitskräften verletzt. Nasheeds Cousine Eva Abdulla sagte darüber hinaus, dass mehrere Mitglieder der Demokratischen Partei (MDP) bei den Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Verletzungen davon trugen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, dass die Polizei gegen Demonstranten Tränengas und Schlagstöcke einsetzte. Die Demonstranten warfen ihrerseits Steine.

Zwang die Polizei Nasheed zum Rücktritt?

Nasheed sagte in einem Telefongespräch, er habe sich am Dienstag in das Hauptquartier der Armee begeben und sei dort auf rund 18 bewaffnete Polizei- und Armeeoffiziere "mittleren Ranges" gestoßen. "Sie haben mir gesagt, dass sie ihre Waffen benutzen, wenn ich nicht zurücktrete." Nasheed hatte seinen Rücktritt verkündet, nachdem die Polizei gemeutert und den staatlichen Fernsehsender besetzt hatte.

Der neue Präsident Waheed wies die Umsturzvorwürfe zurück. "Es ist falsch, die Vorgänge als Staatsstreich zu bezeichnen", sagte er vor Journalisten. "Wir wussten nicht, dass dies passieren würde."


Quelle: dapd , AFP

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Kommentare (26)

zum Forum

Thema: "Malediven: Unruhen weiten sich aus - Präsidentenfamilie flieht vor Gewalt"

contra schrieb: am 9. Februar 2012 um 20:38:18
(16) (38) Malediven
Da muss man doch sofort die Bundeswehr eingreifen lassen!!!! Da bemächtigen sich so dahergelaufene Eingeborene der beliebtesten
Urlaubsparadiese unserer höchsten Oberschicht , besetzen Hotels und Ferienanlagen und meinen gar, es würde ihnen und nicht uns Deutschen gehören. Die BW muss doch nun endlich genug Erfahrungen haben, wie man diesem Spuk ein Ende bereitet und deutsche Interessen und u n s e r Eigentum gegen den Pleps sichert. Also : hin und a Ruh is!!!!!!
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Fencer schrieb: am 9. Februar 2012 um 19:14:05
(73) (9) Malediven: Unruhen weiten sich aus
Da ich als Ungläubiger mit meiner bloßen Anwesenheit die Gefühle der ach so friedliebenden Muslime
verletzen könnte, sind für mich sämtliche islamisch geprägten (Urlaubs-)Länder weiße Flecken auf der Landkarte.
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ohne schrieb: am 9. Februar 2012 um 18:51:09
(46) (1) Malediven
@Charly, ein Malediven-Urlaub ist alles andere als billig Warum wird eigentlich erst jetzt über diese Unruhen geschrieben? Das
läuft da schon seit Monaten...
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