25.10.2010, 09:53 Uhr
Anopheles-Mücken sind die Hauptüberträger von Malaria (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Schlechte Nachrichten im Kampf gegen Malaria: Die Mückenart, die zu den Hauptüberträgern zählt, steht offensichtlich kurz vor ihrer Aufspaltung. Zu diesem Schluss kommen gleich zwei wissenschaftliche Studien. Bislang ist die Bekämpfung der Mücken das wichtigste Mittel, um der Krankheit Herr zu werden. Die Forscher raten nun, Insektengifte daraufhin zu überprüfen, ob sie gegen beide Stämme helfen.
Für ihre Studien verglichen die beiden internationalen Forscherteams unter anderem das Erbgut von zwei Stämmen der Mückenart Anopheles gambiae sensu stricto, die rein physiologisch betrachtet identisch sind. Dabei stellten die Wissenschaftler jedoch derart umfassende genetische Unterschiede fest, dass sie eine bevorstehende Aufspaltung in zwei neue Arten vorhersagen. Dies könnte sich entscheidend auf die Strategien zur Malariabekämpfung auswirken.
Die Mücke Anopheles gambiae ist eine der Hauptüberträgerarten von Malaria. Mit der gefürchteten Tropenkrankheit sind weltweit rund 250 Millionen Menschen infiziert, die meisten davon in Afrika. Der Verursacher der Krankheit sind einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium, die die Mücken befallen, den Menschen jedoch als Zwischenwirt nutzen. Sie gelangen durch den Stich der Anophelesmücke in den Blutkreislauf und können unter anderem Fieberattacken, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Insbesondere bei Kindern endet eine Infektion häufig tödlich.
Vor allem durch Insektizide wird versucht, die Ausbreitung von Malaria eingedämmt. Die Insektengifte sind jedoch umso wirkungsvoller, je besser sie an den Zielorganismus angepasst sind - und genau für diesen Punkt ist die Entdeckung der Forscher wichtig.
Die beiden untersuchten Stämme der Anophelesmücke sind von ihrem Körperbau und ihren grundlegenden Eigenschaften her identisch. Erste Studien zeigten zunächst wenige genetische Unterschiede auf. Die Forscher wollten es nun genauer wissen und führten einen nahezu kompletten Erbgutvergleich durch. Mit eindeutigem Ergebnis: Die genetischen Unterschiede sind stärker, als bisher gedacht. Von den Veränderungen betroffen sind den Forschern zufolge auch eben jene Genregionen, die über die Entwicklung der Mücken, ihr Stechverhalten und die Fortpflanzung entscheiden. Diese genau zu kennen, ist für die Malariabekämpfung sehr wichtig.
Offenbar schreitet die Evolution der Mücken auch noch ungewöhnlich schnell voran, wie die Forscher des Weiteren herausfanden. Um effektive Werkzeuge im Kampf gegen Malaria entwickeln zu können, empfehlen sie daher fortlaufende Erbgutanalysen sämtlicher Hauptüberträgerarten.
Quelle: ddp
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