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Sarkophag unter Königinnen-Grabstätte gibt Rätsel auf
02.03.2009, 15:33 Uhr
Dieser Sarkophag aus Sandstein wurde im Magdeburger Dom gefunden. Er könnte Archäologen und Historikern einige Fragen beantworten. (Foto: AP)
Archäologen haben im Magdeburger Dom eine weitere überraschende Entdeckung gemacht: Erst Ende November waren sie auf einen Bleisarg gestoßen, der laut Inschrift die Gebeine von Königin Editha enthalten sollte. Diesen fanden sie in einem Sarkophag im Chorumgang des Doms, der bis dahin für ein Scheingrab gehalten worden war. Jetzt stießen sie auf einen weiteren Sarkophag aus Sandstein, der sich im Fundament des vermeintlichen Scheingrabs befand.
Dies teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mit. Es handelt sich vermutlich um die Grabstätte von Königin Editha (910-946). Sie war die erste Frau des späteren Kaisers Otto des Großen. Magdeburg bekam sie von ihm bei der Heirat als Morgengabe.
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Genaues Alter noch unbekannt
"Was liegt näher als die Vermutung, dass es sich bei einem Sarg, der an dieser Stelle gefunden wird, um einen älteren Sarg von Editha handelt", sagte Grabungsleiter Rainer Kuhn. Aus den Beifunden schließt er, dass der Sarg erst im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts in das Fundament verbaut wurde. Der Sandsteinsarg sei aber mit großer Wahrscheinlichkeit älter, stamme wahrscheinlich aus der Zeit zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert. Das genaue Alter hoffen die Archäologen nach der Öffnung bestimmen zu können. Das werde aber noch vier bis sechs Wochen dauern. Der Sarkophag aus dem Chorumgang selbst wurde erst 1510 aufgestellt.
Edithas Gebeine wurden mehrmals umgebettet
Zunächst werden die anderen Steine des Fundaments entfernt und dokumentiert. Erst danach kann der Sarg geöffnet werden. Viel Inhalt erwartet Rainer Kuhn in dem Steinsarg allerdings nicht. "Edithas Gebeine sind mehrmals umgebettet worden", sagte Kuhn. "Wenn der jetzt gefundene Sarg tatsächlich ein älterer Sarg oder möglicherweise der Originalsarg der Königin war, so befand sich sein Inhalt zuletzt in dem vor kurzem gefundenen Bleisarg."
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Rätsel um altes Kloster
Der ältere Sandsteinsarg könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei den Gebäuderesten unter dem heutigen Magdeburger Dom um das Mauritiuskloster handelt. Dort war Editha 946 ursprünglich bestattet worden. Allerdings wurde dieser Sandsteinsarg definitiv erst nach 1209 in die heutige Position gebracht, dem Jahr des Baubeginns des gotischen Doms. Ob der Sarg und sein Inhalt dabei an seinem ursprünglichen Ort belassen worden sind, wo einst das Mauritiuskloster stand, ist eine in Magdeburg seit Jahrzehnten vieldiskutierte Frage.
Aufschlüsse über Bebauung
Um die Fundamentreste des Vorgängergebäudes mit Sicherheit zuordnen zu können, müsse tiefer gegraben werden, so Rainer Kuhn. Von den Grabungen erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschlüsse über die Bebauung des Magdeburger Domplatzes zur Zeit Ottos des Großen.
Quelle: dapd
, t-online.de