27.01.2012, 14:57 Uhr | Ein Kommentar von Jakob Pastötter
Was der Kaiser nicht geschafft hat, das hat die Naturwissenschaft für die Gesellschaft mit links erreicht: Sie hat uns herrlichen Zeiten entgegengeführt. Frei von lästiger Moral, altväterlicher Religion und gesellschaftlichen Regeln des Anstands und der Sitte, die alle längst von ihr als bloßes Menschenwerk, geschaffen von selbsternannten Autoritäten zur Durchsetzung ihrer eigenen Allmächtigkeit, entlarvt wurden. Sexualität ist da nur ein Aspekt, aber durchaus nicht der geringste.
Zum Glück aber ist die wissenschaftliche Welt nicht nur einfältiges Weiß und Schwarz (so wenig wie der Feminismus), sie ist vielmehr überraschend bunt und vielfältig und deshalb auch interessant und sogar spannend. Vor allem dann, wenn man sich vor Augen führt, dass es keine fixen Gesetzmäßigkeiten in ihr gibt, sondern immer nur ein Wechselspiel aus Theorien und Experimenten, die zudem "reproduzierbar" sein, das heißt in der Wiederholung dasselbe Ergebnis erbringen müssen. Dies ist im Fall der Evolutionspsychologie naturgemäß etwas schwierig zu realisieren, will sie doch erklären, welche evolutionär Sinn habenden Wurzeln heutige Verhaltensweisen besitzen.
Wir haben es hier gleich mit zwei Bereichen zu tun, die von enormer Unschärfe geprägt sind: Weder wissen wir sonderlich viel über die heutigen sexuellen Verhaltensweisen, noch waren wir dabei, als sich in den Jahrmillionen der Entwicklung der menschlichen Spezies von Kopulation zu Geburt und schließlich nach einem guten Jahrzehnt in der sozialen Gebärmutter Generation auf Generation folgend ein immer funktionstüchtigeres sexuelles Verhalten herauskristallisierte.
Hier lässt sich einer der wesentlichen Unterschiede zwischen wissenschaftlicher und populärer Evolutionspsychologie erkennen: Ersterer geht es immer um die Spezies, um die Gattung als Ganzes in ihrer zeitlichen Entwicklung und Überlebensfähigkeit, letzterer bloß um die Legitimation der individuellen (bemerkenswerterweise meist männlichen) Promiskuität (also zumeist Vielweiberei). Ein besonders markantes Beispiel für die etwas unterentwickelte Tragfähigkeit von individuellen Erklärungsmodellen der Sexualität ist Homosexualität, denn sie dürfte es aus Sicht der Populär-Evolutionspsychologie überhaupt nicht geben beziehungsweise hätte schon längst ausselektiert werden müssen.
Aber auch das beliebteste Beispiel der Party-Evolutionspsychologen, die männliche Promiskuität, erscheint in einem komplexeren Licht, wenn sie gegen das fast ausschließlich männliche Phänomen der Paraphilien kontrastiert wird. Plötzlich wird männliche Sexualität als "überreguliertes System" erkennbar, das wie der zu fest zugedrehte Wasserhahn in einen unerwünschten Aggregatzustand überspringt.
Tatsächlich lässt sich ein ähnlicher Zusammenhang bei heterosexuellen Männer feststellen: Mitnichten sind sie immer auf dem Sprung auf "everything that moves", sondern haben ein sehr spezielles Bild vor Augen, das mit großer Ausschließlichkeit die sexuelle Erregungsspirale in Bewegung setzt. Ein Beweis dafür sind die wie gestanzt wirkenden "Bunnies" des "Playboy"-Gründers Hugh Hefner. Für einen bekennenden Promisken, der sich doch "jede Frau leisten kann", ist es auffallend häufig immer derselbe Typ Frau.
Für das menschliche Männchen hat es eben keinen Sinn, mit wirklich jeder schlafen zu können, denn dann käme man(n) möglicherweise ausgerechnet bei der einen, genetisch perfekt zu einem passenden Frau (die sich durch ihr Aussehen, ihre Stimme, ihre Gesten, ihren Geruch enttarnt) zu keinem Ergebnis. Und deshalb hat es perfekten Sinn, dass die Sexualität des menschlichen Weibchens ungeheuer plastisch (sprich: auf viele Reize reagierend) ist - mit Ausnahme der genetisch kritischen Tage rund um den Eisprung.
Jakob Pastötter: Der Gastgelehrte am Kinsey-Institut für Sexualität, Geschlechterforschung und Fortpflanzung ist zur Zeit Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung und Professor an der US-amerikanischen Akademie American für klinische Sexologen. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen und medialen Aspekten von Sexualität in Deutschland und den USA, Sexualität bei Jugendlichen sowie entwicklungs- und evolutionspsychologische Erklärungsmodelle von Sexualität.
Ein Kommentar von Jakob Pastötter
Betty Mc Jones schrieb:
am 27. Januar 2012 um 19:53:27
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Die Vielweiberei wird
ja Gott sei Dank nur von dummen, triebgesteuerten Primaten betrieben. Diese sind dann durch spärliche Ausrüstung von
grauen Zellen nicht mal in der Lage für ihre Brut ( Gelege ) zu sorgen. Das macht dann in sozialer Verantwortung die Gesellschaft oder Spendengemeinschaft. Diese zügellose Verhalten besorgt dann unserem Globus Überbevölkerung ! Also Primaten geht lieber öfter mal einen Saufen.
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rainerlanghans schrieb:
am 27. Januar 2012 um 17:36:28
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Frauen
@Kristin
ich lebe mit sechs Frauen zusammen und erfülle ihnen keinen sexuellen Wunsch -
auch eine Möglichkeit des Zusammenlebens.
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Christin schrieb:
am 27. Januar 2012 um 16:07:21
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Wir sind drei Frauen
und teilen uns tatsächlich einen Mann.Wir sind alle ungebunden und machen dies schon seit 3 Jahren.Etwas schöneres
können wir uns nicht vorstellen.Wir sind zwischen 38 und 45 Jahre alt und der Mann ist 49 und sehr sportlich, erfüllt uns fast alle sexuellen Wünsche.Wir unternehmen auch außerhalb der eigenen 4 Wände etwas, im Wirlpool hat er es dann mit 3 Damen auf einmal zu tun, da muß er dann auch durch.Wir haben Spaß und er genießt es, auch ein Lebensmodell zum nach machen.
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