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Katastrophe bei der Loveparade

 

Loveparade: Zahl der Opfer in Duisburg auf 21 gestiegen

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(Grafik: ddp/t-online.de)

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Zahl der Loveparade-Opfer auf 21 gestiegen

28.07.2010, 14:59 Uhr

Duisburg: Bei der Loveparade kamen 21 Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt (Foto: ddp)

Bei der Loveparade kamen 21 Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt (Foto: ddp)

Die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade am vergangenen Samstag hat sich auf 21 erhöht. In der Nacht zum Mittwoch sei eine 25 Jahre alte Frau aus Heiligenhaus bei Essen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, sagte der Duisburger Staatsanwalt Rolf Haverkamp.

Derweil macht die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen laut einem Pressebericht den Veranstalter der Loveparade für die Katastrophe verantwortlich. In dem vorläufigen Bericht, den Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Nachmittag vorstellen will, heißt es laut "Süddeutscher Zeitung", der Veranstalter habe sich mehrfach über Bedenken der Behörden hinweggesetzt.

Nach Informationen der "SZ" kommen die Sicherheitsbehörden zu der Einschätzung, dass die Lopavent GmbH um den Fitnessunternehmer Rainer Schaller in ihrem Sicherheitskonzept von völlig falschen Berechnungen ausging, wie sich die Besucherströme auf dem Festivalgelände verteilen würden.

Polizei wies auf Probleme hin

Der Veranstalter habe nicht mit einem Stau gerechnet, obwohl die Polizei ihn zuvor immer wieder auf diese Problematik hingewiesen habe, berichtete die "SZ" unter Berufung auf Polizeikreise. Der Veranstalter habe auf seine Erfahrungen verwiesen. Das Unternehmen ging in seinem Sicherheitskonzept nach "SZ"-Informationen davon aus, dass die verschiedenen Lastwagen mit Tänzern und DJs auf der Ladefläche die Besucher auf das Gelände locken und verteilen würden.

Die Behörden kritisieren in ihrer Ursachenanalyse jedoch, dass die Lkw viel zu nah an der Rampe - dem Zugang zum Partygelände - vorbeigefahren und dort zudem Würstchenstände aufgebaut worden seien, an denen die Menschen stehenblieben.

Ordner, die den Stau hätten beseitigen können, waren dem "SZ"-Bericht zufolge offenbar nicht in ausreichender Zahl vorhanden, weil der Veranstalter viel weniger eigene Ordnungskräfte eingesetzt habe als angekündigt. Dies habe Innenminister Jäger dem Landeskabinett in Düsseldorf berichtet. Außerdem habe der Veranstalter Vorschläge ignoriert, im Zugangsbereich eine Videoüberwachung zu installieren.

Keine Bedenken auf Sitzung neun Tage vorher?

Dagegen berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf das interne Protokoll einer Sitzung im Vorfeld der Loveparade, dass mögliche Bedenken der Sicherheitsbehörden gegen die Planung der Großveranstaltung nicht vehement vertreten wurden. Am 15. Juli, neun Tage vor dem Unglück in Duisburg, habe ein Treffen zwischen Bahn, Bundespolizei, Polizei, Ordnungsamt, Bauamt und Lopavent GmbH stattgefunden, um "bestehende Fragen und Probleme zu klären". Das Genehmigungsverfahren war zu dieser Zeit noch nicht abgeschlossen.

Nach jedem Referat der Teilnehmer sei gefragt worden, "ob es Fragen, Anregungen oder Kritik" gäbe, schreibt der "Spiegel" auf Grundlage des Protokolls. "Hier gab es keine Wortmeldungen", wird daraus zitiert. Am Schluss sei darauf hingewiesen worden, dass auch im Anschluss an das Treffen noch Bedenken eingereicht werden könnten, "falls man sich nicht in großer Runde äußern wolle".

Opfer starben an Quetschungen

Zuvor war bestätigt worden, dass 20 Todesopfer der Loveparade durch Brustquetschungen ums Leben gekommen waren. Sie seien erstickt, berichtete die Duisburger Staatsanwaltschaft über die Obduktionsergebnisse. "Anhaltspunkte für Stürze aus großer Höhe als Todesursache haben sich nicht finden lassen", teilte die Behörde mit.

Zuvor hatte bereits die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), gesagt, dass die tödlichen Verletzungen ausschließlich auf das Gedränge zurückzuführen seien. Drei Tage nach der Katastrophe wurden die Leichen zur Bestattung freigegeben. Bei der Massenpanik am Rande der größten Techno-Party der Welt gab es mehr als 500 Verletzte.


Quelle: Spiegel Online , dpa , AFP

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