15.12.2011, 10:26 Uhr | Von Irena Güttel, dpa
Schön schnöde: Das könnte der erste "Loriot-Parkplatz" Deutschlands werden. Radio Bremen freut sich, Loriots Tochter nicht so sehr (Quelle: dpa)
Wie kann man Loriot ehren? In Bremen kam man auf eine - nun ja - ungewöhnliche Idee: mit einem Parkplatz. Dieser liegt direkt vor dem Funkhaus von Radio Bremen, wo Vicco von Bülow einst erstmals auf Sendung ging. Doch Kritiker halten den Platz für unwürdig. Auch die Familie des Humoristen ist nicht begeistert.
Die Geschichte könnte glatt aus einem Sketch von Loriot stammen. Herrlich absurd und doch wahr. In der Hansestadt an der Weser fühlt man sich Vicco von Bülow mindestens genauso eng verbunden wie den berühmten Bremer Stadtmusikanten. Deshalb kam nach seinem Tod im August schnell die Idee auf, einen Platz oder eine Straße nach Deutschlands beliebtestem Humoristen zu benennen.
Die Suche nach einer geeigneten Stelle entpuppte sich jedoch als eine echte Posse, eine Provinzposse. Während die Stadtmusikanten als Denkmal neben dem Rathaus stehen, soll an Loriot ein schnöder Parkplatz erinnern.
Unangemessen und peinlich, finden die Kritiker. Doch der Stadtteil Mitte hält den Vorschlag nach wie vor für gut. Die bisher namenlose Fläche liegt direkt neben dem Funkhaus von Radio Bremen. Einst produzierte Loriot in der Hansestadt seine 45 Minuten langen Sendungen mit den bis heute legendären Sketchen und Zeichentrickfilmen. Sein grünes Sofa im Foyer des Senders erinnert noch immer an diese Zeit.
Für den zuständigen Beirat Mitte, das Parlament des Stadtteils, war damit klar: Der Loriot-Platz gehört vors Funkhaus, Parkplatz hin oder her. Kaum stand der Entschluss fest, erklärte der Senat, die Umbenennung noch in der darauffolgenden Woche beschließen zu wollen. Doch leider vergaß man bei dem ganzen Trubel, die Familie von Bülow zu informieren. Die erfuhr erst aus den Medien von dem Parkplatz-Streit, der inzwischen schon bundesweit für Häme sorgt.
"Ich habe das eigentlich als komisch empfunden - als Posse", sagt Tochter Susanne von Bülow. "Ich habe das nicht ernst genommen, weil niemand auf uns zugekommen ist." Dass das alles etwas unglücklich gelaufen ist, bestätigt auch ein Senatssprecher: "Man hätte vorher Kontakt aufnehmen sollen." Das Ressort von Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) soll die Sache jetzt übernehmen und zwischen allen Beteiligten vermitteln.
Denn der Loriot-(Park)Platz ist nicht der einzige Vorschlag, der zur Debatte steht. Während die CDU schon einen Ideenwettbewerb ausruft, wollen die Grünen eine der Weserbrücken umbenennen lassen. Diese erinnert bisher an den historischen Bremer Bürgermeister Johann Smidt: nicht irgendwer, sondern eine bedeutende lokalpolitische Persönlichkeit, die im 18. und 19. Jahrhundert die Geschicke der Stadt entscheidend gestaltet und unter anderem Bremerhaven gegründet hat.
Doch - Ehre genug? - dem Ex-Bürgermeister ist sowieso schon eine Straße gewidmet. Von der Brücke aus könne man auch das Gebäude von Radio Bremen sehen, das direkt an der Weser liegt, frohlocken die Grünen. Blöd nur: Dabei handelt es sich jedoch um das neue Funkhaus, das mit Loriot so viel zu tun hat wie die Stadtmusikanten mit Hamburg.
Allerdings: Das alte Fernsehstudio, in dem Loriot auf Sendung ging, befand sich im Stadtteil Osterholz und ist längst abgerissen. An seiner Stelle soll ein Möbelhaus entstehen. Der Platz davor soll nach Willen des zuständigen Beirats den Namen des vielseitigen Künstlers tragen. Auch der Stadtteil Huchting plant einen Vicco-von-Bülow-Platz - und dieser würde einen Loriot-Platz in der Innenstadt noch nicht einmal ausschließen, wie Ortsamtsleiter Uwe Martin meint. Radio Bremen käme das sicherlich gelegen.
"Natürlich würde sich Radio Bremen freuen, künftig als Postanschrift "Loriot-Platz 1" zu haben - denn wir fühlen uns dem Meister immer noch sehr verbunden", betont Intendant Jan Metzger. Doch am Ende müsse es eine Lösung geben, mit der auch die Familie von Bülow gut leben könne.
Dazu will sich Susanne von Bülow, die am Starnberger See lebt, demnächst selbst ein Bild machen: "Ich kenne Bremen überhaupt nicht. Ich möchte mir das erstmal anschauen." Doch das müsse bis zum Frühjahr warten. Zeit zum Trauern habe die Familie bisher noch gar nicht gefunden.
Wieso aber dem Meister des Humors nicht gleich ein Denkmal setzen? Das schlägt zumindest der Besitzer von Loriots Lieblingsrestaurant in Bremen vor. Ihm schwebt dabei eins der "Knollennasenmännchen" vor. Als Vorbild könnte da Vicco von Bülows Geburtsstadt Brandenburg/Havel dienen, wo eine Bank samt Knollennasen-Figur den Touristen im Sommer als beliebtes Fotomotiv dient.
Auch dort denken die Behörden darüber nach, wie sie den berühmten Sohn ihrer Stadt ehren können - jedoch leiser als in Bremen. Die Gespräche mit der Familie liefen noch, erläutert ein Stadtsprecher.
Quelle: dpa
Peter schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 15:00:13
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Wenn die offizielle Postanschrift von Radio Bremen "V. von Bülow Platz 1" ist, ist es eine Ehre
Siehe Betreff. Dann ist es eine
Ehre. Beispiele: "Messeplatz 1" in Köln
und "E.ON Platz 1" in Düsseldorf.
Ist die Anschrift anders, z.B. für Radio Bremen "Heringsstipp 16" und für die ruhenden Autos dann "Vicco von Bülow Platz", ist es keine Ehre.
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right schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 11:43:40
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exemplarisch
Vorweg: Herr von Bülpw besitzt meine größte Hochachtung und ich halte ihn für einen der größten, wenn nicht den größten
deutschen Humoristen überhaupt.
Aber abgesehen davon: Das ist mal wieder ein eklatanter Beweis dafür, mit welchem Schwachsinn sich unsere Politiker und ein Großteil unserer Gesellschaft auseinandersetzen, staat sich um die wirklichen Probleme zu kümmern.
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jürgen 60 schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 11:39:58
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loriot
wie gut das bremen keine anderen sorgen hat,der saftladen soll sich besser um was anderes kümmern.
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