17.03.2010, 08:48 Uhr
Gesine Lötzsch in Erklärungsnot: Ihr Ehemann soll langjähriger Spitzel der Staatssicherheit gewesen sein (Foto: imago)
Der Ehemann der designierten Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch soll nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" in der DDR Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit gewesen sein. Lötzsch ging nicht direkt auf die Vorwürfe ein. Sie kenne die in dem Bericht genannten Akten nicht, teilte sie am Montagabend mit und kündigte an, jedem Versuch entgegenzutreten, "das Schicksal meines Mannes für durchsichtige Kampagnen zu missbrauchen". Sie haben nichts zurückzunehmen, was sie bisher über ihren Ehemann gesagt habe.
Die Stasi-Unterlagenbehörde bestätigte auf Anfrage, dass Unterlagen zu Lötzschs Ehemann herausgegeben wurden.
"Die Welt" berichtet unter Berufung auf Unterlagen der Behörde, ihr Mann habe sich 1962 verpflichtet und als Sprachwissenschaftler an der Berliner Akademie der Wissenschaften der Stasi bis Mitte der 80er Jahre in mehr als hundert Treffen Informationen über in- und ausländische Kollegen geliefert. Die 48-jährige Lötzsch habe ihren 78-jährigen Mann stets als Opfer des SED-Regimes bezeichnet. Sein Führungsoffizier vermerkte nach Angaben der Zeitung: "Er erledigt seine Aufträge gewissenhaft, mit Eigeninitiative und zuverlässig."
Lötzschs Ehemann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Seine Frau sagte, sie gebe über ihre Mitteilung hinaus keine Erklärungen ab. "Wenn ich mehr sagen könnte, würde ich mehr sagen." Lötzsch verwies in ihrer Mitteilung darauf, dass ihr Mann 1957 wegen angeblicher Beihilfe zum Staatsverrat verurteilt worden war und drei Jahre im Stasi-Gefängnis Bautzen inhaftiert war.
Die Spitze der Linkspartei hatte im Januar die ostdeutsche Bundestagsabgeordnete Lötzsch und den westdeutschen Gewerkschafter Klaus Ernst als Nachfolger des bisherigen Führungsteams Lothar Bisky und Oskar Lafontaine vorgeschlagen. Derzeit wird eine Urabstimmung der Partei über die geplante Doppelspitze vorbereitet.
Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagenbehörde können nicht nur Betroffene und berechtigte öffentliche Stellen beantragen, sondern auch Wissenschaftler und Journalisten. Bei den Unterlagen muss immer berücksichtigt werden, dass die Stasi-Akten von Beschäftigten des Spitzelapparates selbst verfasst wurden und auch falsche Informationen enthalten können. Oft kamen Passagen von Inoffiziellen Mitarbeitern auch unter Druck zustande.
Quelle: dpa
zock44 schrieb:
am 27. März 2010 um 20:59:13
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linkspartei
alles schon vergessen?mauerbau, abschiesen der flüchtlinge wie hasen,
alles wegsperren die anders denken,ein regime bößartig
u. unfähig,das sind die nachfolger jener die sog. linken
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Fred schrieb:
am 17. März 2010 um 11:03:26
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NRW-Wahl
Ja Leute muß schwarz/gelb Angst vor einer Abwahl in NRW haben.
Wird da ein 78 jähriger , der dazu noch wegen seiner
Gesinnung
Häftling des Zuchthauses Bautzen war, mißbraucht um Stimmung gegen
Frau Lötzsch und die Linken zu machen.
Fragt doch mal ehemalige Häftlinge des Zuchthauses Bautzen....die hätten
alles unterschrieben auch ein Mitarbeitervertrag bei der Stasi.
Trotzdem die Tage von schwarz/gelb sind gezählt.
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Stefan schrieb:
am 17. März 2010 um 10:52:26
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Lötzsch
Nur um Frau Lötzsch politisch zu Schaden wird ihr 78-jähriger Ehemann
der wegen seiner politischen Gesinnung drei Jahre im
Zuchthaus Bautzen
einsaß in dieser Art vorgeführt.
Fragen sie doch mal Häftlinge des Zuchthauses Bautzen wie es da zu ging.
Wenn dann unter diesem Druck eine Stasimitarbeit eingegangen wird ist doch nur menschlich.
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