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Bartsch kündigt Rückzug als Geschäftsführer an
12.02.2010, 11:03 Uhr
Dietmar Bartsch wird sein Amt als Geschäftsführer der Linken aufgeben (Foto: AP)Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, hat den monatelangen Machtkampf mit Parteichef Oskar Lafontaine verloren. Der 51-Jährige teilte mit, auf dem Parteitag im Mai nicht mehr zu kandidieren.
Er wolle den Weg frei machen, "weg von einer Personaldebatte, hin zur Politik", begründete Bartsch seinen Rückzug. Bis zum Parteitag in Rostock werde er das Amt jedoch weiterführen.
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Erfolgreiches Führungsteam zerbrochen
Bartsch' Verhältnis zu Parteichef Lafontaine gilt schon länger als zerrüttet: Der Ostdeutsche will die Partei auf einen realpolitischen Kurs trimmen, während der Saarländer Lafontaine oft für einen harten Oppositionskurs eintritt. Die Auseinandersetzung erreichte ihren Höhepunkt, als Fraktionschef Gregor Gysi zu Wochenbeginn öffentlich Illoyalitätsvorwürfe gegen Bartsch erhob. Damit ist die Einheit des einst so erfolgreichen Führungsteams, das die Linke bei der Bundestagswahl 2009 mit 11,9 Prozent zu ihrem bisher größten Wahlerfolg geführte hatte, endgültig zerbrochen.
Für eine offene Programmdebatte
"Im Kern geht es nicht um eine personelle Auseinandersetzung", betonte Bartsch in seiner Erklärung. "Es handelt sich nicht um einen Konflikt zwischen Lafontaine und Bartsch, es handelt sich erst recht nicht um einen Konflikt zwischen Ost und West. Es geht um die politische und strategische Ausrichtung der Partei." Er setze sich dafür ein, "dass wir in der Partei eine offene Programmdebatte führen, die von geistiger Weite geprägt ist und in einem kulturvollen Klima stattfindet". Zu Plänen, ob er Mitte Mai in Rostock für ein anderes Amt kandidieren wolle, äußerte sich Bartsch nicht.
Großer Rückhalt im Osten
Der seit 2005 als Parteimanager der Linken fungierende Bartsch hat besonders bei den ostdeutschen Landesverbänden großen Rückhalt, viele westdeutsche Linken-Politiker forderten hingegen in den letzten Wochen vehement seine Ablösung. Mit seinen innerparteilichen Kritikern ging der 51-jährige hart ins Gericht: "Über mich wurden Lügen verbreitet, gegen mich wurden inakzeptable Vorwürfe in zum Teil extrem kulturloser Weise erhoben. Sogar von Illoyalität war die Rede." Er verwahrte sich erneut entschieden gegen die auch von Gysi vorgebrachten Vorwürfe, er habe Gerüchte zu Lafontaines Privatleben an die Medien weitergegeben.
Quelle: AFP
, dpa