04.02.2012, 15:00 Uhr | dapd
Linke-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen laufen zur Piratenpartei über. Während die Linkspartei von "Einzelfällen" in Kleinstädten wie Jüchen und Werl spricht, sehen die Piraten einen Trend: "Im dreistelligen Bereich" seien Mitglieder anderer Parteien übergetreten, schätzt Piraten-Landessprecher Achim Müller auf dapd-Anfrage. Die meisten seien von der Linkspartei gekommen, genau erfasst werde eine frühere Mitgliedschaft aber nicht.
Linke-Landeschef Hubertus Zdebel sieht hingegen "definitiv keinen Abwanderungstrend". Die Linke sei aber bereit für den politischen Wettbewerb. Es läuft in zahlreichen nordrhein-westfälischen Kommunen ein Kleinkrieg zwischen politischen Freibeutern und Sozialisten.
Beflügelt von guten Umfragewerten und dem Erfolg bei der Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl im September 2011, ist die Zahl der Piraten-Mitglieder in NRW auf aktuell 3.300 angestiegen. Vor einem Vierteljahr waren es noch 2.900. Die NRW-Linke verzeichnet landesweit 8.100 Mitglieder - 2010 waren es 8.681 Linke-Genossen gewesen. In NRW-Umfragen liegen beide knapp über 5 Prozent.
"Sieben Mitglieder der Linkspartei sind allein in Werl zu den Piraten übergetreten", sagt Piraten-Sprecher Müller. Zwei Ratsmitglieder sind darunter, damit gibt es in Werl (Kreis Soest) nun keine Fraktion der Linkspartei mehr - dafür eine der Piraten.
Die Piratenpartei hat nun acht Sitze in NRW-Kommunalparlamenten - die meisten davon ohne bei Wahlen angetreten zu sein. Außer in Münster und Aachen sind die Lokalpolitiker Überläufer der Konkurrenz.
Ein Grund für den Zulauf von links könnte der Beschluss zum bedingungslosen Grundeinkommen sein, vermuten die Piraten. Auch die Offenheit und basisdemokratische Ausrichtung sei für viele attraktiv. Bei den Linken argwöhnen die Strategen, die "Nerd-Partei" werde bald Gegenwind spüren. "Irgendwann wird auch der letzte Pirat merken, dass man das Internet nicht essen kann", scherzt der Linke-Landtagsabgeordnete Ralf Michalowsky.
Heiner Lindgens war für die Linkspartei 2009 für die Kommunalwahl in Jüchen (Rhein-Kreis-Neuss) angetreten. Dann trat er aus und heuerte im September 2011 bei den Piraten an. Bei der Linkspartei fehle es an Transparenz und innerparteilicher Demokratie. "Dort herrscht eine strenge Parteidisziplin, um es mal vorsichtig zu sagen", meint Lindgens. Seine Wähler hätten den Wechsel eher positiv aufgenommen, die alten Genossen hingegen hätten geschäumt vor Wut.
"Wir wollten einfach keine Denkverbote mehr", wurde der Ex-Linke und Neu-Pirat Matthias Fischer aus Werl mit einem Seitenhieb zitiert.
"Absoluter Quatsch, bei uns gibt es keine Denkverbote", sagt der Linke-Landesvorsitzende Zdebel. "Wir haben allerdings Prinzipien. So sind wir zum Beispiel gegen Privatisierungen."
"Die Piraten sind eine junge und unschuldige Partei. Bisher sind sie nur Krisengewinner", lästert der Linke. "Deren programmatische Aussagen sind ja bisher eher salopp. Mal sehen, was noch kommt", sagt Zdebel, der früher einmal bei den Grünen war.
Die 2007 aus der Wahlalternative WASG und der PDS entstandenen Linke ist auch noch jung. Nach Jahren des Mitglieder-Wachstums stößt die Linke in NRW an Grenzen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) lässt der Kleinpartei wenig Raum. Gewerkschafter, die vor Jahren mit der Linken liebäugelten, fühlen sich wieder heimisch bei der nach links gerückten SPD. Hinzu kommen die quälende Führungs- und Richtungskämpfe in der Bundespartei.
"Die Mühen der Ebene haben begonnen", räumt der Linke Zdebel ein. Das aber stehe auch der Piratenpartei noch bevor.
dapd
Icke schrieb:
am 4. Februar 2012 um 18:10:05
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(42)
Wechsel
.......da läuft die Pest zur Cholera.
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rainer schrieb:
am 4. Februar 2012 um 18:02:46
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(34)
linke zu piraten
sollen doch bloß gehen.sind bald weg vom fenster mit den piraten
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costa.brava.hombre schrieb:
am 4. Februar 2012 um 17:47:29
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Überläufer
Wie intelligent unsere Wähler sind können wir daran sehen, dass sie zu den Piraten überlaufen. Auch ich möchte ohne Arbeit
ein angenehmes Leben genießen. Dieses versprechen uns die Linken nur bedingt. Da ist es schon besser, wenn wir auf junge, erfahrene Leute mit einer hohen Lebensleistung setzen. Denn irgendwann haben die sicherlich weitere Erfahrungen gesammelt und verdienen für die Alten die Rente. Allerdings ist mit den Etablierten auch kein Staat mehr zu machen. Sie zocken uns nur noch ab.
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