25.01.2011, 13:35 Uhr | DAPD
Remlingen/Salzgitter (dapd-nrd). Die Linke im niedersächsischen Landtag will die künftige Endlagerung der Asse-Abfälle klären lassen. Für die dauerhafte Lagerung des aus dem Bergwerk Asse zu bergenden Atommülls gebe es noch immer kein Konzept, sagte am Dienstag der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog. "Fest steht, dass er nicht einfach in Schacht Konrad landen kann."
Die Zusammensetzung des Asse-Atommülls verbiete eine Einlagerung in dem in Salzgitter geplanten Endlager. Dies habe auch der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, bestätigt. Dafür sei eine Änderungsgenehmigung mit Öffentlichkeitsbeteiligung nötig. Der Umweltausschuss des Landtags hatte Schacht Konrad am Montag besucht.
Die meisten in der Asse gelagerten Fässer mit Atommüll seien wahrscheinlich kaputt, sagte Herzog. "Entweder sie sind schon beim Abkippen in den Abgrund zerborsten oder durch Einwirkungen des Gebirges zerquetscht." Selbst die dicken Betonummantelungen zur Abschirmung höherer Strahlung seien wohl gesprengt. Auch dies habe König bestätigt.
Herzog kritisierte, dass die zuständigen Behörden nicht öffentlich über die Endlagerung des Asse-Atommülls diskutierten. Wenn kein neues Endlager in Betracht gezogen werde, blieben nur Schacht Konrad und "der von der Bundesregierung alternativlos durchgepaukte Standort Gorleben", sagte der Abgeordnete.
Im vom Einstürzen und Volllaufen bedrohten Bergwerk Asse lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Das BfS will die Abfälle aus der Schachtanlage herausholen. Eine erste Kammer mit Atommüll soll voraussichtlich im Frühjahr angebohrt werden.
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