30.11.2009, 09:08 Uhr
Steuerstreit: Christine Lieberknecht sieht Thüringens Finanzen in Gefahr (Foto: dpa)Der Steuerstreit innerhalb der Union zwischen Bund und Ländern spitzt sich zu. Nach den harten Worten aus Schleswig-Holstein und Bedenken aus Stuttgart und Dresden droht jetzt auch aus Thüringen ein Nein zu den geplanten Steuersenkungen. CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht drohte am Samstagabend im ZDF offen mit einem Nein im Bundesrat zu dem Paket, da die befürchteten Steuerausfälle für ihr Land "nicht verkraftbar" seien. "Deshalb gebietet es die Verantwortung für das Land und den Haushalt, dass wir dem nicht zustimmen können", sagte Lieberknecht, die in Erfurt an der Spitze einer Koalition von CDU und SPD regiert.
Zuvor schon hatte Schleswig-Holsteins Regierungschef Peter Harry Carstensen nach Medienberichten bei einem Treffen der CDU-Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Rücktritt gedroht, sollten die Bedenken seines Landes nicht berücksichtigt werden. Diese Drohung wurde später von Carstensens Sprecher relativiert. Nach einem Bericht des Magazins "Focus" sprachen Teilnehmer der Runde von einer "vergifteten Atmosphäre" und massiver Kritik an der Kanzlerin. Carstensen sei noch von Saarlands Regierungschef Peter Müller unterstützt worden. Denn was für Schleswig-Holstein gelte, gelte auch für das Saarland, "und zwar hoch drei". Zuletzt hatte auch Sachsen mit einer Ablehnung der Steuerpläne gedroht. Auch Baden-Württemberg meldete Bedenken an.
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Quelle: dpa
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