
05.03.2011, 19:53 Uhr
Der Hubschrauberträger "USS Kearsarge" hat mittlerweile die griechische Insel Kreta erreicht (Foto: dpa)
Als Reaktion auf die Kämpfe in Libyen ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten auf der Mittelmeerinsel Kreta zusammen. Man wolle sich "für den Fall der Fälle" vorbereiten, hieß es aus Militärkreisen. Schiffe der Deutschen Marine begannen zudem vor der tunesischen Küste mit dem Transport hunderter ägyptischer Flüchtlinge in ihre Heimat. Derweil geht die Schlacht um die von Aufständischen gehaltene Stadt Sawija im Westen von Libyen weiter. Regierungstruppen starteten einen neuen Großangriff zur Eroberung der Stadt westlich von Tripolis.
Auf der griechischen Insel Kreta, die etwa 400 Kilometer von Libyens Küste entfernt liegt, hat ein Truppenaufmarsch der westlichen Mächte begonnen. Wie griechische Medien und Augenzeugen aus der Region am Samstag berichteten, liefen bereits zwei große amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda ein, darunter der Hubschrauberträger "USS Kearsarge". An Bord seien rund 1200 Mann, darunter fast 800 Marineinfanteristen, berichtete der griechische Rundfunk. Das Schiff eignet sich sowohl für Landungsunternehmen als auch für Evakuierungsaktionen.
Zudem sollen auf dem nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri Spezialeinheiten aus verschiedenen NATO-Staaten angekommen sein, darunter auch deutsche Soldaten. Genaue Zahlen wollte das Verteidigungsministerium in Athen nicht nennen. Einwohner der Region sagen, sie hätten mindestens sechs Transall-Maschinen gesichtet.
Schon am Donnerstag waren auf Kreta rund 400 Soldaten aus den USA eingetroffen, hieß es aus diplomatischen Quellen. Die Bucht und der Flughafen von Souda bilden einen der größten Marine- und Luftwaffenstützpunkte des westlichen Militärbündnisses im Mittelmeer.
Laut UN gibt es seit Freitagabend keinen digitalen Datentransfer mehr in oder aus dem Land. zum Video
Schiffe können von Kreta binnen neun Stunden die libysche Küste erreichen, Kampfjets brauchen etwa 20 Minuten. NATO, EU und USA haben aber deutlich gemacht, dass ein Militäreinsatz gegen Libyen vorerst nicht geplant sei. Allerdings wurden von den zuständigen Militärs Planungen, etwa zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen, eingeräumt.
Zeitgleich begann die Deutsche Marine vor der tunesischen Küste mit einem Hilfeeinsatz für Flüchtlinge. Zwei Fregatten und ein Einsatzgruppenversorger seien vor der tunesischen Hafenstadt Gabes vor Anker gegangen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Mehrere hundert Flüchtlinge würden nun mit Beibooten auf die Schiffe gebracht, die dann Kurs auf deren Heimatland Ägypten nehmen sollen. Einzelheiten zu der Aktion, die vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) koordiniert wird, nannte der Sprecher nicht.
In den vergangenen Tagen waren zehntausende Menschen vor den Unruhen in Libyen in das Nachbarland Tunesien geflüchtet. Dort werden sie von internationalen Hilfsorganisationen betreut. Da ein Großteil der Flüchtlinge aus Ägypten stammt, wurde auch eine internationale Luftbrücke eingerichtet.
Unterdessen gehen die blutigen Kämpfe um die Hoheit in libyschen Städten weiter: In Sawija, 50 Kilometer westlich von Tripolis, hatten die Regimetruppen in den frühen Morgenstunden mit Panzern, Artillerie und Luftabwehrgeschützen angegriffen, berichteten Augenzeugen dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. Heckenschützen der Regimetruppen sollen diesen Berichten zufolge auch auf Zivilisten geschossen haben. Der Angriff konnte von den Aufständischen zunächst zurückgeschlagen werden.
Die Regimetruppen zogen sich in die Außenbezirke zurück, um von dort einen neuen Angriff zu starten, berichtete ein Al-Dschasira-Reporter. Die Kämpfe in den Morgenstunden seien äußerst blutig gewesen. Ein Arzt sprach von einem "Blutbad": "Das ist ein echtes Massaker. Die Lage ist katastrophal", sagte er. Gaddafis Truppen hätten viele Menschen getötet. "Sie haben meine Tochter getötet", fügte er hinzu und brach in Tränen aus.
Die Kämpfe zwischen Gaddafi-Truppen und Aufständischen waren am Freitag ausgebrochen. Allein an diesem Tag sollen nach Medienberichten in Sawija mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen sein. Während die Aufständischen den ganzen östlichen Landesteil mit dem Großteil der Ölquellen kontrollieren, sind die Orte rund um die Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes zum Teil schwer umkämpft.
Rebelleneinheiten stießen außerdem weiter in westlicher Richtung auf Sirte vor. Die Geburtsstadt Gaddafis galt bislang als Hochburg seiner Milizen. Nach Berichten von Al-Dschasira soll es aber dort zu einer Spaltung zwischen den maßgeblichen Stämmen gekommen sein. Der Zwist habe sich daran entzündet, dass sich einige der Clans weigerten, Verstärkungen für die Gaddafi-Truppen in Ras Lanuf zu entsenden.
In der Nacht zu Samstag hatten die Aufständischen im Osten den Ölhafen Ras Lanuf erobert, wie arabische Medien berichteten. In der östlichen Metropole Bengasi explodierte in der Nacht aus bisher ungeklärten Gründen ein Munitionslager. Dabei kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Krankenhausärzte sagten laut Al-Dschasira, Aufständische hätten die Explosionen versehentlich ausgelöst, als sie Waffen aus dem Depot holen wollten. Andere machten hingegen Gaddafis Truppen dafür verantwortlich.
Ein libysches Kampfflugzeug stürzte Augenzeugenberichten zufolge am Samstag nahe des Ölhafens Ras Lanuf ab. Von den Gewährsleuten aufgenommene Fotos zeigten den Leichnam des Piloten und Wrackteile der Maschine. Wie es zu dem Absturz kam, war bislang nicht herauszufinden.
Quelle: dapd , dpa , AFP
techno schrieb:
am 5. März 2011 um 19:11:21
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(1)
Moral Fehlanzeige
Zur Zeit stopft sich die Welt gerade mit dem Sterben in Libyen die Taschen voll. Gaddafi wird nämlich fleißig über
Weissrussland als Drehscheibe mit Waffen und Rüstungsgütern versorgt. Wie wir hieran sehen ist das Geld mal wieder wichtiger als die Moral und die Politiker reden moralisch und scheinheilig daher.
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michel schrieb:
am 5. März 2011 um 19:10:18
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der westen hat sich rauszuhalten
das ist eine libysche angelegenheit. reicht es denn nicht das wir die abeteuer im irak und afghanistan
mittragen und mitfinanzieren? am ende "dürfen" wir diesen amerikanischen abenteuerurlaub wieder bezahlen. es reicht endlich, schluß mit krieg spielen auf unsere kosten!
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Resevist der Bundeswehr schrieb:
am 5. März 2011 um 19:08:20
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Die NATO ist nicht angegriffen worden
d.h. die NATO hat in Libyen nichts zu suchen. In den letzten 14 Tagen hat die von den USA gesteuerte
Medienwelt Halbwahrheiten verbreitet. So sind die 180.000 ? Flüchtlinge, die Libyen verlassen haben, ausnahmslos ausländische Gastarbeiter aus Ägypten bis Asien. Eine "humanitäre Katastrophe" ist ein Lügenmärchen, da die Mehrzahl der Chinesen usw. bereits weg sind. Wenn die NATO in Libyen militärisch eingreift, dann wäre das völkerrechtswidrig. Wir sollten sehr genau hinschauen.
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