
11.03.2011, 12:17 Uhr
Rebellen schießen auf die libyschen Truppen (Foto: AFP)
Gaddafis Sohn Saif al-Islam hat den Aufständischen im Osten des Landes mit Vergeltung gedroht. Die libysche Führung wird sich nach eigenen Angaben niemals den Rebellen ergeben. "Das ist unser Land, wir werden niemals aufgeben und uns niemals ergeben", sagte Al-Islam britischen Medien. Diese Drohungen sind nicht nur leere Worte: Das libysche Militär soll jetzt angeblich auch den wichtigen Erdölhafen Ras Lanuf von den Rebellen zurückgewonnen haben. Derweil sagt der Direktor des nationalen Geheimdienstes der USA einen Sieg des Diktators voraus: "Wir glauben, dass Gaddafi langfristig bleiben wird."
Saif al-Islam Gaddafi erklärte angesichts der Krisengespräche von EU und NATO: "Das libysche Volk wird die NATO und die USA niemals willkommen heißen. Wir sind kein Stück Kuchen." Die libysche Führung habe keine Angst vor ausländischen Truppen. Diese würden den Kampf verlieren, sagte er in einem Interview mit britischen Fernsehsendern.
Bei einem Treffen mit jungen Regierungsanhängern sagte Islam, der Sieg sei nahe. Seinen "Brüdern und Verwandten" im Osten des Landes, die um Hilfe gebeten hätten, sage er: "Wir kommen." Die libysche Armee rücke weiter nach Osten vor.
Die Ölstadt Ras Lanuf sei von Aufständischen "geleert" und die Gaddafi-treuen Truppen befänden sich auf dem Weg nach Bengasi, hieß es im Staatsfernsehen. Die Truppen seien dabei, die Ölstadt Brega weiter östlich zurückzugewinnen. Bei Bombardierungen bei Ras Lanuf wurden nach Angaben eines Krankenhausmitarbeiters in Brega mindestens vier Menschen getötet und 35 verletzt. In dutzenden Fahrzeugen flohen Rebellen aus der Stadt. "Wir sind besiegt", sagte ein aufständischer Kämpfer. Die westlibysche Stadt Sawija, 40 Kilometer westlich von Tripolis, stand Zeugen zufolge unter der Kontrolle der regierungstreuen Truppen.
Im Osten des Landes versuchen die Aufständischen, die Regierungstruppen zum Rückzug zu zwingen. zum Video
Nach Einschätzung der US-Geheimdienstbehörden wird Gaddafi im Kampf gegen die Rebellen wahrscheinlich die Oberhand behalten. Das Regime des Machthabers habe die wesentlich bessere Ausrüstung und mehr logistische Möglichkeiten als seine Gegner und könne daher eine Stagnation im Konflikt besser durchstehen, sagte der nationale Geheimdienst-Direktor James Clapper. "Wir glauben, dass Gaddafi langfristig bleiben wird."
Der Chefkoordinator aller 16 US-Spionagebehörden schloss zugleich nicht aus, dass Gaddafi die Kontrolle über Tripolis und die Umgebung behält, während die Hochburg der Rebellen, Bengasi, separater Kleinstaat wird. Clapper begründete seine Einschätzung in einer Kongressanhörung mit Gaddafis immensem Waffenarsenal. Darin seien zahlreiche russische Flugabwehrraketen und Radarsysteme. Die Luftabwehr sei die zweitgrößte in der Region; nur die in Ägypten sei noch umfassender.
Diese jungen Männer haben oftmals alles aufgegeben, um jetzt gegen das verhasste Gaddafi-Regime zu kämpfen. zum Video
Die Rebellen hätten dem nicht genug entgegenzusetzen und seien zudem nicht ausreichend für den Kampf ausgebildet und organisiert. Zudem seien wichtige Militäreinheiten des Regimes ausgesprochen loyal zu Gaddafi, da er sie luxuriös ausstatte.
Heute kommen die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammen, um über die Krise in Libyen zu sprechen. Die EU will den Druck auf den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi erhöhen und voraussichtlich dessen Abgang fordern. Dagegen sind ein Militäreinsatz oder eine Flugverbotszone bislang nicht vorgesehen.
Als erster EU-Staat erkannte Frankreich die Opposition in Bengasi als alleinige und rechtmäßige Vertretung des libyschen Volkes an. Präsident Nicolas Sarkozy plädierte nach inoffiziellen Informationen für gezielte Luftangriffe auf Libyen. In einem gemeinsamen Brief an EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy schreiben Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron: "Gaddafi und seine Clique müssen gehen". Sie riefen die EU auf, die Opposition als vollwertigen Gesprächspartner anzusehen, teilte der Elysée-Palast mit.
Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen hat die Skepsis der Bundesregierung in Bezug auf den Einsatz militärischer Mittel in Libyen betont. In einer Sitzung des Europaausschusses des Bundestages sagte die Kanzlerin am Donnerstagnachmittag, dass sie überrascht sei, "mit welcher Schnelligkeit bestimmte Fragen ins Auge gefasst werden". "Herr Gaddafi führt ohne Zweifel Krieg gegen die eigene Bevölkerung", sagte die Kanzlerin. "Aber wir müssen sehr aufpassen, dass wir nichts beginnen, was wir nicht zu Ende bringen können."
Eine Flugverbotszone könne schnell gefordert werden, sei aber nicht so leicht umzusetzen, sagte Merkel. Erste Voraussetzung sei eine Legitimierung möglicher Maßnahmen durch den UN-Sicherheitsrat. Aber auch die Unterstützung der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union seien nötig. Überrascht zeigte sich Merkel auch darüber, dass Frankreich den oppositionellen Nationalrat in Libyen anerkannt hat. "Das ist keine völkerrechtliche Anerkennung", sagte die Kanzlerin. Es gebe eine "Reihe von französischen Aktivitäten, die erst sehr kurzfristig bekannt geworden sind".
Quelle: dapd , AFP , dpa
Ketzerin schrieb:
am 11. März 2011 um 10:09:42
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Gadafi Drohungen
Politik ist häufig etwas was Maßnahmen erfordert die unpopulär sind. Bei allem Mitgefühl mit den Menschen in Lybien, was
passiert mit uns wenn wir uns einmischen? Was passiert mit uns,wenn wir uns nicht einmischen? Leider halte ich unsere Politiker nicht für fähig das zu beurteilen und hier das Mandat des Volkes zu erfüllen. Was sie aber beurteilen können sind die Waffenarsenale des Gadafi, denn sie haben ihn ausgestattet. So geht es den Zauberlehrlingen. Der Besen agiert selbstständig........
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Michael K. schrieb:
am 11. März 2011 um 09:57:43
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.....
Mich beschäftigt eine Frage. Warum haben Gaddafis Truppen erst jetzt damit begonnen diesen "Aufstand" mit massiven militärischen
Mitteln nieder zu schlagen? Das hätte er doch schon längst locker machen können. Warum hat er versucht sich über die Medien des Landes an die Bevölkerung zu wenden? Wenn er wirklich gewollt hätte das dieser "Aufstand" ein Ende hat wäre das mit militärischen Mitteln kein Problem gewesen.
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Müller2 schrieb:
am 11. März 2011 um 09:57:23
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Libyen
Selbst wenn Gaddafi gehen muß, dann kommt ein neuer Diktator der das Volk unterdrückt, nur im Sinne der USA. Die wollen doch nur das
Öl. Und wenn Herr Gaddafi so ein Verbrecher ist, Warum haben denn alle Europäischen Führer mit ihm Geschäfte gemacht. Warum haben wir ihn bezahlt um Afrikanische Flüchtlinge aufzuhalten. Wir sollten froh sein wenn er bleibt
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