30.05.2011, 08:57 Uhr
Gefunden in 3000 Metern Tiefe: der Stimmrekorder der Unglücksmaschine (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Absturzes des Rio-Paris-Fluges AF447 über dem Atlantik haben die Unfallermittler erste Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber veröffentlicht. "Wir haben keine gültigen Angaben mehr", waren demnach die letzten aufgezeichneten Worte des Piloten.
Der Absturz des Airbus der Fluggesellschaft Air France mit 228 Menschen an Bord dauerte demnach nur dreieinhalb Minuten. Der Bericht bestätigt Informationen, die bereits zuvor in die Medien gelangt sind. So befand sich der Pilot kurz vor Beginn der Probleme in der Ruhephase, einer der beiden Co-Piloten hatte das Steuer übernommen.
Wenig später informierte dieser Co-Pilot die Flugbegleiter, dass sie durch eine turbulente Zone fliegen würden. "Ich rufe dich zurück, sobald wir wieder draußen sind", sagte er. Dann steuerte der Co-Pilot die Maschine leicht nach links, um den Turbulenzen auszuweichen. Der Autopilot schaltete sich ab. Der Co-Pilot bestätigte, dass er nun die Steuerung übernehme.
In diesem Moment fingen die Probleme an: Das Flugzeug begann nach rechts abzukippen, und der Co-Pilot zog es nach links hoch. Der Geschwindigkeitsmesser zeigte einen dramatischen Tempoverlust von etwa 509 auf nur noch 111 Stundenkilometern an. Der Abfall der Geschwindigkeit wurde knapp eine Minute später auch auf einem zweiten Messgerät angezeigt.
Das teilte die französische Untersuchungsbehörde BEA nach einer ersten Auswertung der Flugschreiber mit. zum Video
Der zweite Co-Pilot versuchte mehrfach, den Flugzeugkapitän ins Cockpit zurückzurufen. Das Flugzeug stieg unterdessen immer weiter nach oben und schwankte stark. Der Co-Pilot drückte den Steuerknüppel eine halbe Minute lang bis zum linken Anschlag. Als der Pilot im Cockpit war, stellte er fest: "Wir haben keine gültigen Angaben mehr."
Auf den Bildschirmen im Cockpit seien widersprüchliche Geschwindigkeitsanzeigen erschienen. Eine Anzeige habe die Piloten auf einen "brutalen Abfall" der Geschwindigkeit hingewiesen.
Daraufhin zog der Co-Pilot das Flugzeug nach unten. Der Pilot griff seinerseits zum Steuerknüppel, und der Co-Pilot überließ ihm die Steuerung mit den Worten: "Mach du." Die letzten Aufzeichnungen vermerken eine Absturzgeschwindigkeit von etwa 200 Stundenkilometern. Der Absturz dauerte insgesamt dreieinhalb Minuten.
Der französische Nachrichtensender France Info hatte am Donnerstag unter Berufung auf die Ergebnisse der BEA berichtet, die Besatzung habe die abstürzende Maschine mit einem "klassischen" Verfahren zu retten versucht, das in der Ausbildung gelehrt werde. Dieses Vorgehen sei in dem Fall aber "ungeeignet und wirkungslos" gewesen. "Ich verstehe gar nichts", habe einer der Piloten kurz vor dem Aufschlagen des Flugzeuges auf der Meeresoberfläche gesagt.
Die Unfallermittler betonen, dass die Besatzung des Cockpits den Regeln entsprochen habe. Tatsächlich sind Ruhepausen für Piloten vorgesehen. Der Pilot sei eineinhalb Minuten nach Abschalten des Autopiloten wieder im Cockpit gewesen.
Die Air-France-Maschine mit der Flugnummer AF447 stürzte am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug von Rio nach Paris in einer Unwetterzone ab. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche. Die Flugschreiber sind erst nach mehreren aufwendigen Such-Aktionen vor wenigen Wochen gefunden worden.
Quelle: AFP , dapd , dpa
wepunkt schrieb:
am 27. Mai 2011 um 19:30:36
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ausgetrickst ?
es wäre ja nicht das erste mal, dass die so hoch gepriesene technik den menschen austrickst ...
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Hobby-Quax schrieb:
am 27. Mai 2011 um 18:57:08
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@ AF 447
Ohne jetzt die Schuld unmittelbar auf die Airbus-Technik schieben zu wollen, aber die konstruktiven Vorgaben für die Airbus
Steuerungsanlagen gehören untersucht. Side-Sticks, und nicht mehrere unabhängig voneinander funktionierende Systeme riechen nach konsequenter Kostenminimierung. Allein schon, dass der PIC manuell mit der linken Hand fliegen muss, würde mich anko.... Man merkts auch im Endteil, wie sich die Leute mit dem manuellen Knüppeln schwer tun.
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Emily-Nicole di Svienco schrieb:
am 27. Mai 2011 um 18:44:08
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immer noch unklar
und trotzdem weiß man noch nicht wessen schuld es war.
die einen meinen, die technik sei schuld gewesen,
die anderen
geben den piloten die schuld.
AF447 malledetta!
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