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Zeigt die "Mona Lisa" eigentlich "Mona Pacifica"?
15.10.2009, 13:52 Uhr
Wer ist die Frau auf Leonardo da Vincis "Mona Lisa"? (Foto: dpa)
Leonardo da Vincis weltberühmtes Ölgemälde "Mona Lisa" zeigt einem Forscher zufolge nicht die Florentiner Kaufmannsgattin Lisa del Giocondo. Der Historiker Roberto Zapperi nannte dies im Interview der "Süddeutschen Zeitung" ausgeschlossen.
Da Vinci selbst habe gegenüber einem Augenzeugen den Auftraggeber des Bildes genannt: Giuliano de Medici, ein Bruder von Papst Leo X. Dieser aber habe die Seidenhändlergattin Lisa del Giocondo nicht gekannt, die bislang gemeinhin als Modell des Werks gilt.
Geliebte starb nach der Geburt
Zapperi habe anhand neuer Dokumente das gesamte Umfeld des Auftraggebers und die wahrscheinliche Entstehungsgeschichte des Gemäldes recherchiert. Demnach sei die einzige Frau, die als Vorbild des Gemäldes in Frage kommt, Pacifica Brandani aus Urbino, schreibt die Zeitung. Sie sei eine Geliebte Giuliano de Medicis und Mutter seines unehelichen Sohnes Ippolito gewesen, nach dessen Geburt 1511 sie gestorben sei.
Erinnerung an die Mutter?
Das Gemälde wäre demnach ein Erinnerungsbild an die tote Mutter für den kleinen Jungen. Da es sich um ein Idealporträt handele, empfehle der Historiker Zapperi, das Gemälde künftig wie im Italienischen "La Gioconda" zu nennen. Dieser Name sei schon von einem Leonardoschüler verwendet worden. Er bedeute "Die Tröstende" möglicherweise deshalb, weil das Gemälde den kleinen Ippolito de Medici über den Verlust seiner Mutter hinwegtrösten sollte, heißt es in dem Bericht.
Quelle: dpa