13.01.2012, 06:50 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Kabul/Washington (dpa) - Nach der mutmaßlichen Schändung getöteter Taliban-Kämpfer durch US-Soldaten sind nach Angaben des US-Senders CNN zwei der vier Marine-Infanteristen identifiziert worden.
Wie CNN in der Nacht zum Freitag berichtete, erklärte dies ein Sprecher der Marine-Infanterie. Die Namen der beiden wurden nicht genannt, da es sich um laufende Ermittlungen handele.
Auf einem im Internet kursierenden Video, dessen Echtheit zunächst nicht offiziell bestätigt wurde, urinieren angeblich US-Soldaten auf getötete Aufständische. Der afghanische Präsident Hamid Karsai forderte die USA dazu auf, die Täter so schwer wie möglich zu bestrafen. "Diese Tat amerikanischer Soldaten ist zutiefst unmenschlich", hieß es in einer Mitteilung Karsais. Erst im vergangenen März hatten amerikanische Soldaten in Afghanistan mit Leichen ihrer Opfer für Fotos posiert.
US-Verteidigungsminister Leon Panetta verurteilte die im Film gezeigte Leichenschändung auf das Schärfste. "Dieses Verhalten ist für Angehörige des US-Militärs absolut unangemessen und spiegelt nicht den Standard oder die Werte, für die unsere Streitkräfte eintreten", sagte Panetta nach einem Bericht der "New York Times". Die Beteiligten würden dafür "im vollen Ausmaß" zur Verantwortung gezogen. Panetta wies eine umfassende Untersuchung des Vorfalls an.
Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums bezeichnete das Video als "abscheulich". "Es hat mir den Magen umgedreht", wurde Pentagon-Sprecher John Kirby vom Nachrichtensender CNN und anderen US-Medien zitiert. "Egal, wer das in dem Video ist oder wie die Umstände waren - dieses Verhalten ist ungeheuerlich und ekelhaft."
Auch die Nato-geführte Isaf verurteilte die mutmaßliche Schändung getöteter Taliban-Kämpfer. "Diese respektlose Tat ist unerklärlich und nicht in Übereinstimmung mit den hohen moralischen Maßstäben, die wir von Koalitionstruppen erwarten", teilte die Internationale Schutztruppe Isaf am Donnerstag mit. Die in dem Video gezeigten Taten "scheinen von einer kleinen Gruppe amerikanischer Individuen ausgeführt worden zu sein, die anscheinend nicht mehr in Afghanistan dienen".
Das nur 39 Sekunden lange Video ist seit Mittwoch im Umlauf. Auf ihm sind vier mutmaßliche Marine-Infanteristen in Kampfanzügen zu sehen, die über den Körpern von drei Männern lachend ihre Notdurft verrichten. Die geschändeten Leichen tragen für Afghanistan landestypische Kleidung. Eine Video-Unterschrift beschreibt die Urinierenden als US-Scharfschützen und die Toten als Taliban.
Die Taliban reagierten empört. "Das ist eine unmenschliche, unmoralische und brutale Tat der Invasoren", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der Nachrichtenagentur dpa in Kabul. Der Vorfall werde dazu beitragen, "dass die Amerikaner und ihre Alliierten ein kurzes Leben in Afghanistan haben". Seit zehn Jahren würden die ausländischen Truppen solche Straftaten im Land verüben.
Quelle: dpa
Töten schrieb:
am 13. Januar 2012 um 13:32:50
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gegner
Sicher hätten die Jungs sich das verkneifen müssen.
Für die Getöteten ist das größere Übel wohl das getötet worden sein!
Die
Marines haben mit Sicherheit gelernt einen gehörigen emozionalen Abstand zu ihren (getöteten) Feinden zu wahren. Sonst hält man das eh nicht aus. Ich halte das ganze auch für Heuchelei - Das Töten ist das eigentliche Übel
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gibbes schrieb:
am 13. Januar 2012 um 10:20:42
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Leichenschändung
Ich kann mir gut vorstellen dass die Soldaten sich so abreagieren, weil sie mit dem erlebten nicht klarkommen. Und wer
weiss was die Gegner mit den amerikanischen Soldaten anstellen. Das passiert leider in jedem Krieg. Ist auch oft genug dokumentiert.
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unbedarfter Beobachter schrieb:
am 13. Januar 2012 um 09:19:31
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(1)
Leichenschändung
Der Krieg ( die Fortsetzung der Politik mit militärischen Mitteln ) bringt häufig nur das Schlimmste im Menschen an die
Oberfläche, selten mal etwas Gutes. Wer kann, sollte einmal Kriegsteilnehmer befragen, solange es noch welche gibt ( nicht gerade G. Grass ), im Gegensatz zu den Meinungen der moralinsauren Heuchlern im Netz kommt man dann zur Erkenntnis, dass Menschen mit der Erfahrung Krieg meist völlig überfordert sind und man wünscht niemandem dieses Erlebnis.
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