Laura Dekker mit ihrem Vater Dirk (Foto: AFP)Kurz vor Heiligabend ist ein Happy End für Hollands umstrittene Solo-SeglerinLaura Dekker in Sicht: Die 14-Jährige muss trotz ihres Ausreiß-Versuchs nicht ins Kinderheim, sondern darf weiter bei ihrem Vater wohnen.
Der Anwalt der 14-Jährigen äußerte sich lobend über die Richter. Sie hätten sogar Verständnis für Lauras Wunsch erkennen lassen, als jüngster Mensch allein die Welt zu umsegeln.
Erfahrungen sammeln
"In den Schulferien soll sie dafür Erfahrungen sammeln können, zum Beispiel bei Segeltörns nach Dänemark oder England", sagte Peter de Lange. Das Gerichte wolle nun konkrete und erfüllbare Vorbedingungen für eine Zustimmung zu dem Rekordversuch formulieren.
Wird Wunsch noch erfüllt?
Der Anwalt schloss nicht aus, dass dem Segelmädchen doch noch der Wunsch erfüllt wird, weiter bei Vater Dirk Dekker wohnen zu bleiben. Derweil gab Laura nach Angaben ihres Anwalts vor den Richtern zu, dass sie auf der niederländischen Karibik-Insel Sint Maarten ein Segelboot kaufen wollte, "um ihre Pläne zu verwirklichen". Sie habe eine Jacht ins Auge gefasst, die allerdings noch reparaturbedürftig gewesen sei.
Reise endet mit Festnahme
Bevor es zu dem Kauf kommen konnte, endete Lauras Ausreiß-Versuch am Wochenende auf Sint Maarten mit ihrer Festnahme. Lauras Mutter Babs Müller zeigte sich nach Angaben des Anwalts bei der Anhörung vor dem Gericht "sehr enttäuscht darüber", dass die Richter das Mädchen nicht in ihre Obhut geben wollten. Die Mutter ist strikt gegen Lauras Plan, als jüngster Mensch allein um die Welt zu segeln. Der Vater unterstützt diesen Rekordversuch, den das Utrechter Gericht vorerst bis zum Juli des kommenden Jahres verboten hat.
Jugendamt drohte
Wie der Anwalt weiter berichtete, war der Hauptgrund für Lauras Karibik-Flucht, dass das Jugendamt in der vergangenen Woche gedroht hatte, sie der Obhut ihres Vaters zu entziehen. Lauras schulische Leistungen hätten nachgelassen, weil sie im Zusammenhang mit dem untersagten Rekordversuch stark unter seelischem Druck stehe. Obendrein habe sie mehrfach die Schule geschwänzt. Deshalb habe das Jugendamt vergangene Woche gedroht, die 14-Jährige wegzuholen. Aus Verzweiflung darüber sei Laura einen Tag später ausgerissen.
Details des Fluchtweges
De Lange berichtete auch über Details des Fluchtweges: Laura sei in der Tat nicht von einem niederländischen Airport auf die Karibikinsel Sint Maarten geflogen, sondern von Paris aus. Dabei habe sie ihren neuseeländischen Pass benutzt. Da Laura während einer Weltreise ihrer Eltern auf einem Segelboot in Neuseeland geboren wurde, hat sie auch die Staatsbürgerschaft dieses Landes. Auf Sint Maarten als Exilort sei sie gekommen, weil dort im Frühjahr eine internationale Segelregatta stattfindet.
Half der Vater bei der Flucht?
In der Nacht zum Dienstag wurde sie in Begleitung eines Grenzschutzbeamten in die Niederlande geflogen. Der Lebensgefährte ihrer Mutter beschuldigte danach Lauras Vater, dem Mädchen bei der Flucht geholfen zu haben. Dirk Dekker habe gute Bekannte auf Sint Maarten, seitdem er dort selbst einige Zeit gewohnt habe.