12.01.2012, 17:58 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Berlin (dpa) - Es geht voran mit der Integration von Zuwanderern in Deutschland - aber nur im Schneckentempo. Und noch gibt es erschreckend große Unterschiede im Vergleich zur heimischen Bevölkerung.
"Wir können von maßgeblichen Fortschritten im Bereich der Integration sprechen, die in den letzten Jahren erreicht worden sind", sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), am Donnerstag in Berlin. Die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. Böhmer räumte aber auch ein: "Noch immer sind die Unterschiede zwischen Migranten und Menschen ohne Migrationshintergrund zu groß." In Deutschland leben rund 16 Millionen Zuwanderer und ihre Kinder.
Die Opposition warf der Regierung vor, zu wenig zu tun. "Die Bundesregierung muss noch erhebliche Anstrengungen in der Integrationspolitik unternehmen", sagte die Integrationsexpertin der SPD-Fraktion, Aydan Özoguz. Die migrationspolitische Sprecherin der Linken, Sevim Dagdelen, erklärte: "In allen wichtigen Lebensbereichen herrscht für Migranten bestenfalls Stillstand." Grünen-Parteichef Cem Özdemir sagte, vor allem die Zahl der Schulabbrecher und Migranten ohne Schulabschluss sei nach wie vor viel zu hoch.
Im Jahr 2010 waren dem Bericht zufolge 4,4 Prozent der 18- bis 24-jährigen Migranten ohne Schulabschluss. Damit hat sich die Quote zwar seit dem Jahr 2005 (5,1 Prozent) verringert. Sie ist aber im Vergleich zur Quote von Schülern ohne ausländische Wurzeln (1,6 Prozent) immer noch mehr als doppelt so hoch. Eine Erkenntnis der Wissenschaftler: Es ist nicht die ausländische Herkunft, die über die Entwicklung der Kinder entscheidet, sondern die soziale Herkunft. Zudem sei von großer Bedeutung, ob in einer Familie Deutsch gesprochen werde.
Auch auf dem Arbeitsmarkt gibt es noch große Unterschiede: Unter den 15- bis 65-jährigen Zuwanderern waren im Jahr 2010 fast 12 Prozent erwerbslos - im Vergleich zu rund 18 Prozent im Jahr 2005. Allerdings ist die Quote bei den Menschen, die nicht zugewandert sind, mit 6,1 Prozent (2010) weiterhin deutlich niedriger. Als erwerbslos gilt, wer weniger als eine Stunde pro Woche arbeitet, aber eine Arbeit sucht. Böhmer erklärte, ein Problem sei, dass im Ausland erworbene Abschlüsse häufig nicht in Deutschland anerkannt würden. Das soll sich ändern: "Das kürzlich verabschiedete Anerkennungsgesetz bringt hier einen entscheidenden Fortschritt", meinte sie.
Auch das Risiko, arm zu werden, ist bei Zugewanderten ungleich höher als bei Einheimischen. Auch hier gibt es eine leicht positive Entwicklung. Dennoch sehen die Wissenschaftler bei etwa jedem vierten (26,2 Prozent) Zugewanderten ein Risiko zu verarmen. Dagegen wird diese Quote bei den Einheimischen mit 11,7 Prozent angegeben. Als arm gilt, wer ein Nettoeinkommen hat, das weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat.
Erschreckend sind die Zahlen beim Thema Kriminalität: Der Anteil von ausländischen Tatverdächtigen - also von Menschen, die einen ausländischen Pass besitzen - ist höher als unter Einheimischen. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass die Aussagekraft dieser Zahlen beschränkt sei. Denkbar sei zum Beispiel, dass die Bürger Taten mit ausländischen Verdächtigen häufiger anzeigten oder die Polizei bei solchen Fällen aufmerksamer ist.
Quelle: dpa
Albrecht Klein schrieb:
am 12. Januar 2012 um 20:26:18
(17)
(0)
Integration
Ich glaube, hier liegt bei einigen ein Mißverständnis vor. "Integration" heißt, daß *wir* uns an die Lebensweise der
Zuwanderer aus gewissen Ländern anpassen sollen, und nicht umgekehrt. Und diese Art von Integration macht in der Tat Fortschritte.
mehr
Kommentar melden
Fritz schrieb:
am 12. Januar 2012 um 20:23:29
(19)
(0)
Integration
Es wird auch Zeit,daß sich etwas tut.Bei den vielen Millionen Euro die von unseren Steuergeldern dafür aufgebracht werden
müssen.Aber im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung sind Migranten Finanziell im Vorteil,da sie besser von den Sozialämtern unterstützt werden.
mehr
Kommentar melden
LENA schrieb:
am 12. Januar 2012 um 20:04:55
(23)
(1)
SOLLEN WIR UNS WUNDERN ? !
warum ,frage ich mich ,ist es hier so einfach, ALLE Ausländer werden ohne weiteres reingelassen, in anderen
Ländern ist es nicht so einfach,was auch gut so ist, nur wer ARBEIT HAT und nicht STRAFFÄLLIG ist oder wird, kann bleiben, wer HARTZ 4 EMPFÄNGER WIRD, MUSS gehen, auch sollte man die Landesprache und sich ANPASSEN, schnellstens lernen !
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video