Von Peter Wütherich, AFP
Beliebt und gefürchtet: Hillary Clinton (Quelle: dpa)Emotional dürfte sie für die erbarmungslosen Strapazen des US-Wahlkampfs besser gerüstet sein als alle anderen Kandidaten: Privat wie politisch hat Hillary Clinton in ihrem Leben elende Demütigungen erlitten und großartige Siege erlebt. Die Niederlagen steckte sie weg, und mit den Siegen wusste sie politisch zu wuchern. Nun nimmt sie Anlauf für einen Triumph, der ihr ungewöhnliches Leben krönen soll: Hillary Clinton will 2008 das Weiße Haus erobern. Die Meinungen der Amerikaner über sie sind gespalten. In einem aber herrscht Konsens: Die 59-Jährige hat einen stählernen Willen, und ihren Weg Richtung Weißes Haus wird sie mit aller Macht verfolgen.
Der Bill-FaktorEx-Präsident mischt kräftig mit
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Hintergrund Der Weg ins Weiße Haus
USAWahltermine 2008
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"Ich bin dabei, um zu gewinnen"
Die Spekulationen um eine mögliche Präsidentschaftskandidatur ließen Hillary Clinton nicht mehr los, seit sie vor sechs Jahren an der Seite ihres Mannes Bill das Weiße Haus verließ. Der Gedanke an eine Fortsetzung der strahlenden Clinton-Ära mit der wirtschaftlichen Prosperität und dem relativen Frieden der 90er Jahre beflügelte Anhänger der Demokratischen Partei und Journalisten. Hillary verfügt über überlegene Intelligenz, politischen Scharfsinn und - wenn nötig - zähe Kampfbereitschaft. "Ich bin dabei, um zu gewinnen", sagt die Senatorin.
Zusammenarbeit mit Republikanern überrascht
Dabei versuchte sie zu Anfang ihrer politischen Karriere zunächst, Aufsehen zu vermeiden. Als Vertreterin des US-Staates New York gab sie sich im Senat als gelehrige Politik-Novizin. Sie war die erste First Lady, die selbst in ein Amt gewählt wurde. Anfangs von vielen beargwöhnt, verschaffte sich Hillary schnell Respekt. Besonders gelobt wurde ihre ruhige Zusammenarbeit mit Senatoren der gegnerischen Republikaner. Dies überraschte angesichts des erbitterten Versuchs der Republikaner, ihren Mann Bill 1998 wegen der Lewinsky-Affäre des Amtes zu entheben. Hillary hatte ihnen damals eine Verschwörung unterstellt, ehe sie selbst als betrogene Ehefrau bloßgestellt wurde.
Berater des Ehemanns stehen ihr zur Seite
Im Rückblick lassen sich Anzeichen dafür erkennen, dass Hillary Clinton schon lange die Weichen für eine Präsidentschaftskandidatur gestellt hat. Am auffälligsten ist ihre Wandlung von der feministischen Linksliberalen zur Politikerin der Mitte. Sie beschört die traditionellen Werte und fährt in Fragen der nationalen Sicherheit eine harte Linie - Wahlen in den USA werden eben nicht am linken Rand gewonnen, sondern im politischen Zentrum. Dies ist die Erkenntnis, die hinter dem Erfolg von Bill Clinton steckt. Mit dem Ex-Präsidenten steht ihr nicht nur ein schwieriger Ehemann, sondern auch ein gewiefter Wahlkämpfer zur Seite; außerdem kann Hillary auf den Rat erfahrener Clinton-Berater bauen.
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Von Irak-Strategie distanziert
Hillarys Wandlung birgt aber auch Gefahren: Die Wähler könnten ihre Politik und ihre Person als unglaubwürdig betrachten. Konservative dämonisieren sie geradezu, viele sehen sie als kalte Machtpolitikerin, die ihre Ansichten der Wetterlage anpasst. Ein Beispiel dafür konnten die US-Bürger beim Thema Irak verfolgen. Zunächst hatte Hillary den Krieg von Präsident George W. Bush uneingeschränkt unterstützt. Als der Einsatz in der Öffentlichkeit und vor allem bei ihren Demokraten zunehmend unpopulär wurde, rückte sie Schritt für Schritt davon ab.
Aggressive Kampagnenmaschine
Für den Kampf um die Kandidatur ihrer Demokratischen Partei war Clintons Kurskorrektur in der Irak-Politik unumgänglich. In den parteiinternen Vorwahlen hätte eine Kriegsbefürworterin an der Basis keine Chance - zumal sich ihr mit Barack Obama ein ernst zu nehmender Gegner in den Weg gestellt hat. Obama hat viel, was Hillary nicht hat: volkstümliches Charisma, rhetorisches Talent, eine politische Vergangenheit ohne bekannte Skandale. Hillary Clinton wird mit ihren Waffen dagegenhalten: viel Geld, eine aggressive Kampagnenmaschine und Erfahrung von Außenpolitik über Bildungs- bis hin zu Gesundheitspolitik. Ein spannendes Rennen ist eröffnet.
Von Peter Wütherich, AFP
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