10.03.2010, 18:38 Uhr
Kundus-Ausschuss: Oberst Klein hält den Angriff weiter für rechtmäßig (Foto: AP)Der Bundeswehroberst Georg Klein hat vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss die Gesamtverantwortung für die Bombardierung von zwei Tanklastern mit bis zu 142 Toten in der Nähe von Kundus in Nordafghanistan übernommen. In der fast fünfstündigen Vernehmung wurde aber auch klar, dass Klein während des Einsatzes am 4. September nicht über alle Schritte informiert worden war. Das berichteten Ausschussmitglieder nach der Sitzung.
Die Opposition sieht auch nach der Aussage Kleins noch erheblichen Klärungsbedarf. Es stelle sich die Frage, welche Rolle das Sonderkommando Task Force 47 bei dem Bombardement gespielt habe, sagten die Vertreter von Grünen und Linken. Auch der SPD-Politiker Rainer Arnold sagte, aus der Aussage Kleins ergäben sich weitere Fragen.
Die Koalition entlastete Klein vom Vorwurf leichtfertigen Handelns. "Die einzige Motivation für seine Entscheidung war tatsächlich der Schutz der Soldaten", sagte der Unions-Obmann Ernst-Reinhard Beck. "Er konnte davon ausgehen, ... dass Zivilisten nicht zu Schaden kommen." Klein hatte sich überraschend dafür entschieden, den 31 Abgeordneten im Kundus-Ausschuss Rede und Antwort zu stehen. Er hätte die Aussage auch verweigern können, weil die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn prüft.
Dem Oberst sei bewusst gewesen, "dass jede seiner Entscheidungen - auch Nicht-Handeln - weitreichende Folgen haben musste", hieß es in der Erklärung seines Anwalts Bernd Müssig. Klein bedauere jedes Opfer des Afghanistan-Konflikts, insbesondere den Tod unschuldiger Zivilisten. "Jeder Tote ist einer zu viel", sagte der Anwalt. Klein ist inzwischen aus Afghanistan an seinen alten Dienstort Leipzig zurückgekehrt. Das Verteidigungsministerium hatte ihm für den Ausschuss eine Aussagegenehmigung erteilt und ihn sogar ermuntert, im Sinne "größtmöglicher Transparenz" Auskunft zu geben.
Es war die erste von insgesamt drei Sitzungen, die der Sachaufklärung über die Vorgänge in Kundus dienen sollen. Erst ab dem 18. März sollen Spitzenpolitiker, darunter der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und sein Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf die Zeugenliste gesetzt werden. Dabei wird es unter anderem um die Verantwortung für Informationspannen in Bundeswehr und Regierung nach dem Bombardement gehen.
Quelle: AFP , dpa
Bastian schrieb:
am 30. April 2010 um 13:01:19
(0)
(0)
Oberst Klein
Gratulation Herr Oberst Klein! Offiziere mit solch einem Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein braucht die deutsche
BW!!!!!
Der Luftangriff war ein voller berechtigter Erfolg - nur so gehts!
mehr
Kommentar melden
heibru schrieb:
am 9. März 2010 um 15:51:38
(0)
(0)
Zeitdruck Oberst Klein
Verherter Herr Oberst, haben sie den Einsatz nicht aus Wut darüber befohlen, weil ihnen Tanklastzüge gestohlen
wurden? Das darf einem deutschen Soldaten nicjht passieren! Die Reaktion und die Folgen: 150 tote Frauen und Kinder! Man bedauert! So sehen Kriegsspiele aus!!
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko
Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.