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Kriminalität und Vandalismus: Magdeburg verbietet Alkohol im Stadtzentrum

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Magdeburg verbietet Alkohol im Stadtzentrum

31.01.2008, 14:41 Uhr | Von Thomas Struk, dpa

Weniger Kriminalität durch Alkoholverbot im Stadtzentrum? (Quelle: ddp) Weniger Kriminalität durch Alkoholverbot im Stadtzentrum? (Quelle: ddp)Der Platz mit sanierten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert soll Magdeburgs Schmuckstück sein. Tagsüber staunen Touristen am Hasselbachplatz über die prächtigen Fassaden in der sonst im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Landeshauptstadt. Doch abends ist es mit der Idylle schnell vorbei. Jugendliche ziehen mit Bierflaschen umher, verursachen Krach, Müll und Scherben. Damit nicht genug: Das Kneipenviertel hat sich nach Polizeiangaben zum Kriminalitätsschwerpunkt entwickelt. Von diesem Freitag an will die Stadt diesem Trend mit einem drastischem Schritt entgegenwirken: Rund um den Platz darf kein Alkohol mehr getrunken werden. Auch in anderen deutschen Städten gilt dieser Schritt inzwischen als letztes Mittel, um auch nachts Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.


Alkoholverbot ist strittig

Alkoholmissbrauch und Vandalismus haben sich in vielen deutschen Großstädten zum Problem entwickelt. Immer wieder entdecken Polizisten Jugendliche, die nach einer durchzechten Nacht auf einer Parkbank liegen und nicht ansprechbar sind. Ob ein Alkoholverbot das Problem aus der Welt schaffen kann, ist strittig. Kritiker verweisen darauf, dass auch Aufklärung über schädliche Folgen des Alkohols und Kontrollen an der Einkaufskasse verbessert werden müssten.

Auch Verkauf stärker kontrollieren

Magdeburg steht mit der neuen Regelung nicht allein, in einigen Städten gilt ein Alkoholverbot auf bestimmten öffentlichen Plätzen schon länger - beispielsweise seit Dezember in Marburg in Hessen und seit Januar im baden-württembergischen Freiburg. Auf dem Kiez in St. Pauli haben die Hamburger Behörden ein Alkoholverbot angedroht. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund spricht von einem "zunehmenden Interesse" der Kommunen an dem Thema. "Wir sehen solche Verbote grundsätzlich positiv. Konsequenterweise muss dann aber auch der Verkauf von Alkohol an Jugendliche stärker kontrolliert werden", sagt Uwe Lübking von dem kommunalen Spitzenverband.

Polizei unter Beschuss

In Magdeburg brachten Auseinandersetzungen in der Neujahrsnacht das Fass zum Überlaufen: Während in den Kneipen ausgelassen das neue Jahr begrüßt wurde, geriet draußen ein Polizeiwagen unter Beschuss. Aus einer Gruppe von 20 bis 25 Jugendlichen wurden Feuerwerkskörper auf den Streifenwagen geschossen. Die traurige Bilanz: zwei verletzte Polizisten. Ein besonders schwerer Einzelfall, doch er bestätigte den Trend zu mehr Gewalt. Rund um den Hasselbachplatz hatte es 2007 deutlich mehr bei Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegeben.

Feierabendbier nicht bedroht

Die Kommune handelte: Zwischen 18 und 6 Uhr darf nun im öffentlichen Raum auf dem Platz im Zentrum Magdeburgs zunächst bis zum 31. März kein Alkohol getrunken werden. Das klingt nach einer einfachen Regelung, tatsächlich aber gibt es viele offene Fragen: Ziehen die Jugendlichen womöglich nur einige Straßen weiter, um dort abends Bier und Schnaps zu trinken? Anwohner fragen sich, welche Konsequenzen es hat, wenn sie abends über den Hasselbachplatz gehen und einige Flaschen Bier für einen gemütlichen Fernsehabend bei sich haben. Stadt und Polizei beruhigen - das angedrohte Zwangsgeld von bis zu 2000 Euro soll in solchen Fällen nicht verhängt werden.


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Quelle: dpa

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