
31.03.2011, 21:55 Uhr
Die Rebellen in Libyen kämpfen, wie hier in Brega, weiter erbittert gegen das Gaddafi-Regime (Foto: Reuters)
Der US-Geheimdienst CIA unterstützt nach einem Zeitungsbericht bereits seit Wochen mit verdeckten Aktionen die Gegner des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Die Spione kundschafteten dabei mögliche Ziele für Luftschläge aus und versuchten überdies, Kontakte zu den Aufständischen zu knüpfen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte. Der libysche Außenminister Mussa Kussa setzte sich derweil nach London ab.
Während Präsident Barack Obama erklärt habe, dass es keine US-Bodentruppen in Libyen geben werde, "arbeiten kleine Gruppen von CIA-Agenten seit mehreren Wochen in Libyen", schreibt die Zeitung. Sie seien Teil einer "Schattenmacht" westlicher Bürger, von denen die Obama-Regierung hoffe, dass sie Gaddafis Militär schaden könne.
"Es ist gängige Praxis für diese und alle anderen US-Regierungen, sich zu Geheimdienst-Angelegenheiten nicht zu äußern", teilte Präsidentensprecher Jay Carney mit. Es gebe nach wie vor keine Entscheidung darüber, die Regimegegner oder irgendeine andere Gruppe in Libyen mit Waffen zu versorgen. "Weder schließen wir es aus, noch schließen wir es ein", erklärte er. "Wir erörtern und prüfen Optionen für alle Arten von Unterstützung, die wir dem libyschen Volk geben können." Man habe sich dabei direkt mit der Opposition wie auch den internationalen Partnern der USA beraten.
Bei den CIA-Mitarbeitern handelt es sich laut "New York Times" um eine unbekannte Zahl von US-Geheimdienstoffizieren, die entweder bereits in Tripolis arbeiteten oder neu hinzukamen. Nach Angaben britischer Regierungsbeamter arbeiteten auch "Dutzende" Agenten des Geheimdienstes MI6 und Mitglieder von Spezialkommandos in Libyen. Sie versorgten die britischen Streitkräfte mit Informationen über Ziele für Luftschläge, Stellungen und Bewegungen von Gaddafis Militär.
Die britische Regierung bestätigt die Ankunft von Mussa Kussa in Großbritannien. Er gehörte zum inneren Kreis um Gaddafi. zum Video
Währenddessen scheiterten die libyschen Aufständischen am Donnerstag mit dem Versuch, die Küstenstadt Brega wieder einzunehmen, aus der sie am Vortag von den Regimetruppen vertrieben worden waren. Der Vorstoß mit mehreren Dutzend Fahrzeugen geriet in heftiges Artilleriefeuer der Gaddafi-Verbände und musste abgebrochen werden, berichtete ein BBC-Reporter aus dem Kampfgebiet. Die Milizen der Regimegegner stünden nun unverändert etwa zehn Kilometer westlich der Stadt Adschdabija, sagte der Reporter. Der Ort liegt etwa 200 Kilometer von der ostlibyschen Rebellenhochburg Bengasi entfernt.
Wie schon in den letzten Tagen erwiesen sich die Trupps der Aufständischen den regimetreuen Verbänden an Bewaffnung und militärischer Organisation unterlegen. Die Milizen der Regimegegner waren am letzten Wochenende bis vor Sirte, 400 Kilometer westlich von Adschdabija, vorgedrungen, nachdem die westliche Militärallianz den Gaddafi-Truppen mit Luftangriffen schwer zugesetzt hatte. Seitdem aber das ausländische Bündnis die Attacken in dieser Region reduziert hat, befinden sich die Rebellen auf dem Rückzug.
Die USA und Frankreich schließen auch die Bewaffnung von libyschen Rebellen durch den Westen nicht aus. zum Video
Angesichts der Luftangriffe der internationalen Streitkräfte auf Libyen änderten die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi inzwischen offenbar ihre Militärtaktik. Immer häufiger verzichteten die Soldaten auf Panzer und schwere Geschütze und würden stattdessen in Kleinbussen und Geländewagen zur Front fahren, hieß es aus US-Geheimdienstkreisen.
Auch libysche Aufständische berichteten, dass regierungstreue Truppen vermehrt zivile Fahrzeuge benutzten. Diese Taktik erschwere Luftangriffe, da die Piloten der internationalen Streitkräfte nicht zwischen Aufständischen und Regierungstruppen unterscheiden könnten, sagte ein Vertreter der US-Geheimdienste, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach sich in China gegen Waffenlieferungen an die Rebellen aus. Die beiden jüngsten Libyen-Resolutionen der Vereinten Nationen erlaubten zwar Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und enthielten auch ein umfassendes Waffenembargo gegen das Gaddafi-Regime. Aber: "Die Völkergemeinschaft ist sich einig, dass eine dauerhafte Lösung nur politisch, nicht militärisch erfolgen kann", sagte Westerwelle in Peking.
Der libysche Außenminister Mussa Kussa setzte sich derweil nach London ab. Kussa sei "aus freien Stücken" nach Großbritannien gereist, teilte das Außenministerium in London mit. Der 59-Jährige galt bislang als wichtiger Vertrauter des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, für den Kussas Rücktritt politisch eine Schwächung ist.
Kussa befinde sich an einem "sicheren Ort", sagte ein Sprecher des britischen Premierministers David Cameron. Er stehe aber nicht unter Arrest. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass er sich um Asyl beworben habe. Kussa hatte nach Absprache mit London sein Land über Tunesien verlassen.
Die Flucht ist nach Einschätzung der USA ein klares Signal für den Zerfall des Regimes von Gaddafi. "Wenn es jemals ein Zeichen dafür gegeben hat, dass der innere Kreis um Gaddafi zerbröselt, dann ist das die Abtrünnigkeit von Mussa Kussa", sagte US-Regierungssprecher Jay Carney.
Auch bei den Vereinten Nationen laufen Gaddafi die Vertreter davon: Nachdem sich die UN-Botschafter Ibrahim Dabbaschi und Abdurrahman Schalgam schon vor Wochen von seinem Regime losgesagt hatten, setzte sich auch ihr letzter designierter Nachfolger, der Diplomat Ali Abdussalem Treki, ins Nachbarland Ägypten ab.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Petrus schrieb:
am 31. März 2011 um 10:27:43
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Libyen/Gaddafi
Diese Jungs geben Ziele an und suchen ABC Waffen. Die scheinbar überstürtze Rückzug der Rebellen ist in wirklichkeit nicht
anders als Taktik, damit die Gaddafikräfte, nach Benghazi lechzend, meinen den sicheren Sieg vor Augen zu haben. Sie sollen lediglich möglichst weit von Tripolis weg gelockt werden, damit sie dann von den A10's und AC 130'ern problemlos beseitigt werden können. Und das werden sie noch. Das Gaddafi der Kussa Mussa einfach gehen läßt ist auch fraglich. Da steckt mehr dahinter!
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April schrieb:
am 31. März 2011 um 10:27:07
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Krieg gegen Libyen
Jeder denkende Mensch weiß, das dies ein vom Westen gesteuerter
Bürgerkrieg ist, wobei eine Minderheit von Oststämmen
aus Bengasi in Nähe
der Ölfelder den Vorwand liefert. Es geht nur ums Öl, einer der Bengasi
Führer hat bereits verkündet das Öl über Katar zu verhökern, damit die ohnhin
gut betuchte Anführerbande noch reicher wird und der Westen endlich an das Öl kommt, worauf man schon 40 Jahre warten mußte.Der Bengasibande der Bombenterror gegen das eigene Volk egal.
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Lockiderpoet schrieb:
am 31. März 2011 um 10:22:00
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Lybien
Zuerst wird eine Sprachregelung eingeführt, dann, mit Hilfe der Medien das tumbe Volk in Stimmung versetzt, bis selbst Gutmenschen
eingreifen wollen um dann endlich das oder die Ziele ( Ölquellen, strategische Vorteile ua.) zu erreichen. Wenns sein muß auch mit Bomben!
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