22.02.2012, 12:50 Uhr
Proteste in Afghanistan gegen Koranverbrennung Die gewaltsamen Ausschreitungen gegen die versehentliche Verbrennung von Koran-Schriften in Afghanistan fordern nun Menschenleben.
Die gewaltsamen Proteste gegen Koran-Verbrennungen durch US-Soldaten in Afghanistan eskalieren: Bei Zusammenstößen wurde der Tod von mindestens zehn Demonstranten gemeldet.
In Kabul wurden laut afghanischen Behörden drei Menschen getötet. Die Regierung der nördlich der afghanischen Hauptstadt gelegenen Provinz Parwan teilte mit, im Distrikt Schinwari seien sechs Menschen getötet und 13 verletzt worden. Aus Sicherheitskreisen im ostafghanischen Dschalalabad hieß es, bei Zusammenstößen in der Hauptstadt der Provinz Nangarhar sei ein Demonstrant ums Leben gekommen.
In Parwan hätten die Demonstranten versucht, die Distriktverwaltung zu stürmen, und auf Polizisten geschossen. Die Polizei sei gegen den Mob vorgegangen. Bei Protesten in Dschalalabad und in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden nach offiziellen Angaben insgesamt mindestens 17 Menschen verletzt. Auch in der westafghanischen Stadt gingen trotz einer Entschuldigung der US-Regierung zahlreiche Muslime auf die Straßen.
Die US-Botschaft stoppte alle Bewegungen ihres Personals in Kabul bis auf weiteres. Wütende Demonstranten setzten nach Angaben der Polizei Fahrzeuge in Brand und griffen Geschäfte an. Die Polizei sei verstärkt worden und versuche, die Demonstranten davon abzuhalten, in die Innenstadt vorzudringen.
Der Vorfall hatte bereits am Dienstag wütende Proteste ausgelöst. Vor dem Stützpunkt in Bagram hatten sich knapp 3000 Demonstranten versammelt, die "Tod den Amerikanern" skandierten. Bei den Protesten in Bagram wurden nach afghanischen Angaben dreizehn Menschen mit Gummigeschossen mehrere Demonstranten leicht verletzt. Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Schändung des Korans als Todsünde.
Der Oberkommandeur der NATO-geführten Afghanistantruppe ISAF, General John Allen, hatte sich am Dienstag für den "unangemessenen" Umgang mit islamischem religiösen Material, darunter Koran-Ausgaben, entschuldigt.
Am Dienstagabend räumte er ein, dass "irrtümlich" Ausgaben des Koran verbrannt worden waren. Die Soldaten hätten aber nicht vorsätzlich gehandelt. Nach Angaben von US-Vertretern hatte der Verdacht bestanden, dass Häftlinge in dem Gefängnis auf dem Stützpunkt sich Nachrichten in die Koran-Ausgaben geschrieben hatten.
In einer Direktive verpflichtete Allen alle Soldaten dazu, spätestens bis zum 3. März an Schulungen zum angemessenen Umgang mit religiösem Material wie dem Koran teilzunehmen. Die ISAF teilte weiter mit, die Schulung der Soldaten werde die Erkennung, Bedeutung, Lagerung und den korrekten Umgang mit religiösem Material umfassen. Allen versprach zudem, der Vorfall werde gemeinsam mit dem afghanischen Innenministerium untersucht. Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta entschuldigte sich für den "höchst bedauerlichen Zwischenfall".
Im vergangenen Frühjahr waren in Afghanistan bei tagelangen Protesten gegen die Koran-Verbrennung eines Predigers in Florida 23 Menschen ums Leben gekommen, darunter sieben ausländische UN-Mitarbeiter. 2005 hatte ein später zurückgezogener Medienbericht über eine angebliche Schändung des Korans im US-Gefangenenlager Guantanamo schwere antiamerikanische Proteste ausgelöst. Bei Unruhen waren damals in Afghanistan und Pakistan insgesamt 17 Menschen gestorben.
Quelle: dapd , dpa , AFP
MACS schrieb:
am 22. Februar 2012 um 16:38:54
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@Frau aus der Realität
Ja ja jaaaaaaaa!!! Genau so. Bin genau Ihrer Meinung. Wer schreit und Mordet wenn man die Bibel verbrennt? Denkt mal
darüber nach, ihr Befürworter des "Heiligen Krieges".
Was für eine Welt!
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mona schrieb:
am 22. Februar 2012 um 15:00:58
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(44)
gotteslästerung
@theologe
ihr wissenswerter kommentar ist allgemein bekannt,daher unsere empörung,
vielleicht bringen Sie Ihr Wissen einmal
mit Nachdruck den Herren Amerikanern bei, die scheinen das wirklich nicht zu wissen oder
wollen es nicht wissen.
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Till schrieb:
am 22. Februar 2012 um 14:38:13
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(48)
Das US-Kommando in Afghanistan muss dringend abgesetzt werden!
Totale Unfähigkeit! Wenn der Verdacht bestand, dass die Gefangenen
Nachrichten in die Koranbücher geschrieben haben, dann müsste das untersucht werden. Vielleicht handelt es sich ja um Informationen über geplante Angriffe! Aber nein, man verbrennt alles! D.h. doch entweder unfähig oder Kriegsente! Solange nicht mit mit Achtung miteinander umgegangen wird, solange wird es Kriege geben!
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