
06.09.2011, 09:08 Uhr
Libyen-Krieg: Ist Gaddafi durch die libysche Wüste nach Niger geflohen? Wenn ja, konnten ihn die Rebellen, die mit ihren Panzern die Straßen bewachen, nicht aufhalten (Quelle: Reuters)
Im Niger ist nach Angaben des dortigen Militärs ein großer Konvoi aus Militär- und zivilen Fahrzeugen aus Libyen eingetroffen. Der Konvoi sei am Montagabend durch die Stadt Agadez im Norden des Landes gefahren, hieß es am Dienstag aus Militärkreisen. Es gebe "anhaltende Gerüchte", dass sich auch der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi oder einer seiner Söhne in dem Konvoi in den Sahel-Staat geflüchtet hätten.
Der Konvoi habe aus mehreren dutzend Fahrzeugen bestanden und sei aus der Richtung der nigrischen Stadt Arlit an der Grenze zu Algerien gekommen, hieß es aus Militärkreisen weiter. Der Konvoi habe dann Kurs auf die Hauptstadt Niamey genommen.
Ein Journalist eines privaten Radiosenders in Agadez sagte, er habe die vielen Fahrzeuge ebenfalls gesehen. Augenzeugen berichteten, in einem der Fahrzeuge habe auch ein ranghoher Vertreter der Tuareg gesessen, eines Nomadenvolkes, das während der Herrschaft Gaddafis hinter dem Machthaber stand.
In dem Konvoi sollen sich mit einiger Sicherheit Gaddafis Sicherheitschef Mansur Daw und rund zehn weitere Getreue des Diktators befinden. Bereits zuvor hatten sich mehrere Gaddafi-Vertraute nach Angaben der Tuareg offenbar in den Niger abgesetzt. Sie kamen demnach am Sonntag in Agadez an.
Nach Angaben seines Sprechers ist Gaddafi bei "bester Gesundheit" und organisiert und plant derzeit die "Verteidigung" Libyens. "Wir sind noch immer mächtig", sagte Mussa Ibrahim dem syrischen Sender Arrai, der die Äußerungen am Montagabend sendete. Die neue Führung des Landes sorgte sich unterdessen um die Situation der Zivilisten in der Wüstenstadt Bani Walid.
Gespräche mit Gaddafi Anhängern sind gescheitert. Der Sturz der vorletzten Bastion steht unmittelbar bevor. zum Video
Gaddafis Söhne erfüllten ebenfalls ihre "Rolle der Verteidigung und Aufopferung" für ihr Land, fügte Ibrahim hinzu, ohne die betreffenden Kinder Gaddafis konkret zu benennen. Der Kampf werde "bis zum Tod oder zum Sieg" fortgesetzt. "Wir werden kämpfen und Widerstand leisten, für Libyen und für alle Araber." Die neue libysche Führung des Landes vermutete, dass sich Ibrahim selbst nach wie vor in der seit Tagen eingekreisten Wüstenstadt Bani Walid aufhalte.
Den Gaddafi-Gegnern warf Ibrahim in seinen von Arrai übertragenen Äußerungen "Verbrechen" vor. "Libyen wird niemals fallen und die würdigen Stämme werden weiterhin jede freie Stadt verteidigen", sagte er.
Vertreter des Nationalen Übergangsrat des Landes sorgten sich unterdessen um die noch in Bani Walid verbliebenen Zivilisten. Verhandlungsführer Abdallah Kenschil sagte, in Gebäuden im Zentrum der Stadt sowie in mehreren angrenzenden Dörfern würden Zivilisten als Geiseln festgehalten. "Gaddafis Soldaten haben auch die Tore der Stadt geschlossen und lassen Familien nicht hinaus", sagte er. "Das beunruhigt uns, denn wir wollen bei einem Angriff keine Zivilisten töten."
Verhandlungen über eine friedliche Übergabe Bani Walids, das als eine der letzten Bastionen von Gaddafi-Anhängern gilt, waren am Wochenende gescheitert. Daraufhin war mit einem Angriff der Truppen der neuen Führung des Landes gerechnet worden. Die Lage rings um Bani Walid blieb bis Dienstagmorgen aber ruhig. Unter den Gaddafi-Gegnern gebe es aber Debatten darüber, "einen Schritt weiterzugehen oder zu warten", sagte ein Vertreter. Letztlich werde aber damit gerechnet, dass die Gaddafi-Getreuen die bis zum Samstag gesetzte neue Frist, sich zu ergeben, einhalten würden, sagte er.
Der Nationale Übergangsrat erklärte darüber hinaus, seinen Umzug von der ehemaligen Rebellenhochburg Bengasi nach Tripolis erst zu vollziehen, wenn "das gesamte Gebiet befreit" sei, darunter auch Gaddafis Geburtsstadt Sirte. Dass einige Vertreter des Rats in einem "symbolischen Akt" in die Hauptstadt gingen, sei indes denkbar, sagte der Vize-Präsident des Rats, Abdel Hafis Ghoga.
London öffnete unterdessen nach einem halben Jahr wieder eine diplomatische Vertretung in Libyen. Ziel sei es, die Verbindungen zu den Behörden der neuen Führung auszubauen und sie beim Wiederaufbau des Landes zu unterstützen, erklärte Außenminister William Hague. Der UN-Sicherheitsrat will seinerseits noch in dieser Woche über die Entsendung einer UN-Mission nach Libyen beraten.
Quelle: AFP
Triton schrieb:
am 6. September 2011 um 20:39:44
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Luftschläge in Niger
Wenn sich der Bericht bewahrheitet das Gadaffi mit samt 200 Militärfahrzeugen in den Niger geflohen ist, wird es
höchste zeit für die Nato ein Mandat zum "Schutz des Luftraumes über dem Niger" einzuholen. Mit anderen Worten: umfangreiche Luftschläge in Niger. So langsam aber sicher Berichten auch endlich die Mainstream Medien vom wahrem grund des Libyen Krieges, und plötzlich werden die befürworter dieses Angriffskrieges der Nato ganz leise...schon interessant wie sich das Blatt wenden k
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felsi schrieb:
am 6. September 2011 um 12:24:49
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dieser blöde,
arrogante Affe wird sich sicher verpisst haben und es wird ihn mehr schmerzen, wenn er nun im Ausland leben muß, als in
seinem Land. Dieses wollte er ja nieeee verlassen. Es sei denn, er hat den Anschluß verpasst. Mir jedoch ist es wichtiger, wenn diese Menschen in Lybien nun endlich in relativer Ruhe und Sicherheit, ( wie es eben in solch einem Land usus ist) wieder Leben und Arbeiten können. Dies sollte auch das Wichtigste sein.
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Joker schrieb:
am 6. September 2011 um 12:11:50
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@Otto.Norm
Das stimmt mit der Wahrheit,nur wird die Wahrheit ungerne veröffentlicht,so wie mein Beitrag von 9Uhr18, mit dem Betreff "Bush/Blair/Gaddafi.
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