12.10.2011, 13:29 Uhr | Gerd Langguth, "The European"
Man merkt, dass die CSU längst nicht mehr den krachledernen Charakter hat wie in vergangenen Zeiten. Die Tatsache, dass der "Euro-Rebell" Peter Gauweiler nicht zum CSU-VIzechef gewählt wurde, ist eindeutig auf die Regie des Parteitages zurückzuführen.
Ein so engagierter Euro-Kritiker, das ist klar, hätte nicht in das Personalkonzept von Horst Seehofer gepasst. Trotzdem ist der Parteitag kein makelloser Sieg für den Parteichef. Seehofer bekam mit 89,9 Prozent nur wenige Stimmen mehr als bei seiner letzten Wahl (88,1 Prozent). Das ist vor allem deshalb interessant, weil jedem in der Partei klar ist, dass es bei der nächsten Landtagswahl 2013 für die CSU ums Ganze geht.
Mit dem jetzigen Oberbürgermeister von München, Christian Ude (SPD), tritt erstmals ein Herausforderer in Bayern an, der der CSU und Seehofer gefährlich werden kann. Nach dem Gesetz der innerparteilichen Logik hätte deshalb eigentlich eine größere Zustimmung für den Vorsitzenden die Folge sein müssen.
Für die Euro-Skeptiker dagegen, die es in der CSU zuhauf gibt und die sich zu großen Teilen hinter Peter Gauweiler und dessen Kampfkandidatur versammelt hatten, sind die fast 50 Prozent der Stimmen gar kein schlechtes Ergebnis. Trotzdem muss schlussendlich konstatiert werden, dass Gauweiler gescheitert ist. Er verpasst so die Chance, als Stellvertreter quasi ex cathedra für den Vorstand zu sprechen. So kann er seine Stimme als Euro-Rebell weiterhin nur im eigenen Namen erheben.
Vermutlich dürfte das Verhältnis zwischen Seehofer und Gauweiler endgültig zerrüttet sein: Zu offensichtlich war das Bemühen des Parteichefs, den Rebellen zu verhindern. Dass Seehofers Strategie aufging, ist auch dem Umstand geschuldet, dass man in einer autoritätsfürchtigen Partei wie der CSU nur ungern gegen einen Bundesminister stimmt – einen Minister zudem, der viele Milliarden verwaltet, die auch in die Infrastruktur von Bayern fließen.
Gauweiler dagegen gilt Seehofer als zu wenig kalkulierbar und wird nicht nur mit Euro-Skepsis verbunden, sondern steht für manche in der CSU für eine eher vormoderne Version der Partei aus der Zeit von Franz Josef Strauß.
In welche Richtung trägt dieser Parteitag die CSU also? Obwohl europakritische Aspekte im Europapapier verabschiedet wurden, hat sich die CSU prinzipiell proeuropäisch gegeben: Die Tatsache, dass Gauweiler nicht gewählt wurde, ist auch eine Absage an einen zu harschen anti-europäischen Populismus.
Und doch darf man sich von diesem nach außen hin weitgehend gelungenen Versuch, die CSU als eine europäische Kraft darzustellen, nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass es in der Zukunft in der Europa-Frage zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden C-Parteien kommen dürfte. Die CSU wird dabei mit Gauweiler im Nacken, wenn auch ohne einen Gauweiler im Vorstand, einen deutlich restriktiveren Kurs als die Schwesterpartei einnehmen.
Die bayerische Euro-Kritik kann im Endeffekt allerdings für die Union als Ganzes sogar nützlich sein: In der Bevölkerung gibt es einen beachtlichen Teil von Euro-Skeptikern. Wenn sich diese überhaupt nicht im Parlament oder einer staatstragenden Partei repräsentiert finden, könnten sie sich der Wahl verweigern oder womöglich eine radikalere Partei wählen. Die Tatsache, dass die CSU häufig präziser, klarer, härter und oft auch populistischer agiert, ist unter Umständen zur Integration der gesamten Breite der Bevölkerung in die Union hinein – beide Parteien sind in einer Fraktionsgemeinschaft verbunden – ziemlich nützlich. So war das zumindest in der Vergangenheit.
Gerd Langgutharbeitete immer zwischen Politikwissenschaft und -praxis. In den 70er Jahren war er Bundesvorsitzender des RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten). In der Legislaturperiode 1976 bis 1980 war er Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Weitere wichtige Ämter folgten. Heute lehrt Gerd Langguth an der Universität Bonn und schreibt über die Machthaber in Berlin, so etwa Biografien über Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident a.D. Horst Köhler.
Gerd Langguth, "The European"
Katzlmacher schrieb:
am 12. Oktober 2011 um 21:12:20
(31)
(3)
CSU
Auch wenn es Gauweiler nicht zum Partei-Vize geschafft hat, mach weiter so Peter! Säg ihn ab den Seehofer!!!. Nicht gewählt vom Volk
und dazu noch der schwächste Ministerpresident, den Bayern jemals hatte. Nur dass dieser Prozess zu spät begonnen hat und bis zur Wahl 2013 wohl kein Seehofer-Ersatz zu platzieren sein wird.! Als eingefleischter CSU Wähler mache ich mir um Bayern echt sorgen.
mehr
Kommentar melden
KONDI schrieb:
am 12. Oktober 2011 um 21:12:00
(34)
(0)
CSU
Unsere Politiker sind den anstehenden Anforderungen längst nicht mehr gewachsen.Sie verstehen die komplexen Zusammenhänge gar nicht
mehr.Noch nicht einmal die Heerscharen von den sogenannten Experten verstehen das.5 Experten geben an 4 Tagen 7 unterschiedliche Einschätzungen zum Besten.Bis die Verantwortlichen begreifen was los ist hat sich die aktuelle Situation schon wieder verändert und sie hecheln chancenlos den Gegebenheiten hinterher.Dem Volk gaukeln sie vor was für Helden sie sind.Endzeit
mehr
Kommentar melden
chinook schrieb:
am 12. Oktober 2011 um 19:31:23
(31)
(24)
CSU
jahrzehntelang und bis heute wurden und werden die bürger unter der CSU führung in klassen eingeteilt ( 1 klasse mit abitur 2 klasse
mit realschule und 3 klasse mit hauptschule) in der modernen welt, wo der titel mehr zählt als das können, denke ich das heute viele vierzig und fünfzigjährige beruflich darunter zu leiden haben. ich werde bei der nächsten wahl darüber mal nachdenken.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS