14.09.2006, 14:28 Uhr
Der Syrer Fadi A.S., den die Polizei im Fall der gescheiterten Anschläge auf deutsche Regionalzüge festgenommen hatte, ist wieder auf freiem Fuß. Der Ermittlungsrichter hat den Haftbefehl gegen den 23-jährigen Studenten auf Antrag der Bundesanwaltschaft aufgehoben. Ein "dringender Tatverdacht" sei nicht nachzuweisen, teilte die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mit. Seit seiner Festnahme am 26. August galt der Syrer als dringend verdächtig, an der Vorbereitung der Bombenanschläge auf Regionalzüge in Dortmund und Koblenz beteiligt gewesen zu sein. Er soll im Internet nach Anleitungen zum Bau von Bomben gesucht haben.
Wegen handwerklicher Fehler nicht explodiert
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft bleibt der in Kiel festgenommene Verdächtige Youssef E. H. dagegen weiter in Untersuchungshaft. Gemeinsam mit dem im Libanon gefassten Jihad H. soll er die gescheiterten Anschläge am 31. Juli durchgeführt haben. Damals waren in zwei Regionalzügen auf den Strecken Aachen-Hamm und Mönchengladbach-Koblenz zwei Kofferbomben gefunden worden. Die Täter hatten geplant, die Sprengsätze zeitgleich um 14.30 Uhr vor Erreichen der Bahnhöfe Dortmund und Koblenz zur Explosion zu bringen. Wegen handwerklicher Fehler waren die Bomben jedoch nicht explodiert.
Polizei ermittelt weiter
Die Bundesanwaltschaft ging bislang davon aus, dass Fadi A. S. die Anschläge mit den beiden anderen Verdächtigen geplant hat. Die Vernehmungen des Jihad H. im Libanon hätten diesen Verdacht aber nicht bestätigt. Es sei deshalb nicht gerechtfertigt, Fadi A. S. weiter festzuhalten. Gleichwohl werde gegen ihn wie auch die beiden anderen weiterhin wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des versuchten Mordes in einer Vielzahl von Fällen ermittelt.
Quelle: dpa , AFP
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