29.07.2011, 07:52 Uhr
Trauer um die sechs Toten in Berlin (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Nach dem Tod einer sechsköpfigen Familie in Berlin-Köpenick ermittelt die Polizei jetzt gegen zwei frühere Mieter der Wohnung. Sie räumten in Vernehmungen ein, das Abzugsrohr der zum damaligen Zeitpunkt abgestellten Gastherme vor mehreren Jahren mit Zeitungen verstopft zu haben. Sie hätten sich so vor Zugluft und Kälte schützen wollen, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft.
Die Zeitungen seien bei den Ermittlungen auch in dem Abzugsrohr gefunden worden. Gegen die früheren Bewohner, eine Frau und ihren erwachsenen Sohn, leiteten die Behörden ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein.
In der Wohnung waren am Montag eine 27 Jahre alte Frau, ihre vier kleinen Kinder und ihr 40 Jahre alter Lebensgefährte tot aufgefunden worden. Sie starben laut Obduktion an einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid. Nach bisherigem Stand war das geruchlose Gas aus der Therme entströmt.
Neben dem Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung werde nach weiteren "Unglücksfaktoren" und einer etwaigen Verantwortlichkeit Dritter gesucht, hieß es weiter.
Unterdessen sagte ein Sprecher der Hausverwaltung, dass die Therme in der Wohnung Mitte Juli wegen eines "Fehlers an der Anlage" gesperrt worden sei. Daraufhin habe die Hausverwaltung "umgehend" eine Spezialfirma mit der Reparatur beauftragt, die das Gerät anschließend wieder freigegeben und in Betrieb gesetzt habe. Ein entsprechendes Prüfprotokoll liege vor.
Quelle: dapd , dpa
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