Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland > Innenpolitik >

Köhler-Nachfolge: Politologe sieht von der Leyen und Wulff vorn

...

Politologe sieht von der Leyen und Wulff vorn

01.06.2010, 15:48 Uhr

Beide gelten als Aspiranten für das Amt des Staatsoberhauptes: Ursula von Leyen und Christian Wulff (Foto: dpa)

Von der Leyen, Lammert und Stoiber - Horst Köhler hatte kaum seinen Rücktritt als Bundespräsident bekanntgegeben, da wurde schon über mögliche Nachfolger spekuliert (zur Foto-Serie). Die Zeit drängt, denn das neue Staatsoberhaupt wird am 30. Juni in Berlin gewählt. Zu diesem Termin rief Bundestagspräsident Norbert Lammert die Bundesversammlung ein.

Ein Bundespräsident muss integrieren können, wie der Mainzer Politologe Jürgen Falter sagt. Er müsse über Parteigrenzen hinweg akzeptiert werden und in der Lage sein, überparteilich zu handeln. Außerdem dürfe er nicht völlig unpolitisch sein.

Rhetorische Fähigkeiten von Vorteil

Er müsse das Spiel der Politik kennen und in den Parteien vernetzt sein. Auch gute rhetorische und sprachliche Fähigkeit seien von Vorteil. "Köhler konnte die Bürger mitnehmen, aber bei der politischen Klasse und den Medien fiel es ihm schwer", sagt der Experte. Eine Bundespräsidentin könnte sich Falter sehr gut vorstellen. "Deutschland hatte jahrelang zwei Männer an der Spitze, warum nun nicht zwei Frauen?", meint der Politologe. Für die CDU wäre es definitiv ein geschickter Schachzug, eine Frau ins Rennen zu bringen: So könne der Opposition der Wind aus den Segeln genommen werden, außerdem wäre es ein weiterer Schritt für eine politische Gleichberechtigung.

Politologe: von der Leyen vor Schavan

Nach Ansicht von Falter könnte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen eine sehr gute Lösung sein. "Von der Leyen ist weit über die Grenzen der Union anerkannt, sie ist überzeugend und ihre Politik trägt auch sozialpolitische Züge", erklärt der Experte. Dagegen hält er Bildungsministerin Annette Schavan für eine weniger gut geeignete Kandidatin: "Sie bringt nicht die Art der Bürgernähe wie von der Leyen auf, ihr fehlt die enge Verbindung zum Volk."

"Wulff kann sehr gut vermitteln"

Auch ein weiterer CDU-Politiker wäre nach seiner Ansicht nicht ohne Chancen: Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Der 50-Jährige ist einer der beliebtesten Politiker der CDU. "Wulff kann sehr gut vermitteln. Er hat ein überzeugendes Auftreten und wurde als Lieblingsschwiegersohn der Republik bekannt - eine Rolle, die er jedoch längst hinter sich gelassen hat", betont Falter.

Koch und Stoiber keine gute Wahl

Dagegen glaubt der Politologe, dass weder der ehemalige bayerische Ministerpräsent Edmund Stoiber noch der scheidende hessische Ministerpräsident Roland Koch eine ähnlich gute Wahl wären. "Stoiber hat immer polarisiert und in seiner Karriere sehr viele Wunden beim politischen Gegner hinterlassen", erklärt er. Es könnte deshalb für ihn schwer werden, parteiübergreifend anerkannt zu werden. Außerdem sei er manchmal sprachlich ungeschickt und deswegen als Repräsentant der Bundesrepublik nur schwer vorstellbar.

Auch Lammert aussichtsreich

Auch Koch hält Falter wegen seiner umstrittenen Aussagen für keinen geeigneten Kandidaten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er als Bundespräsident aller Deutschen akzeptiert wird", erklärt der Politikwissenschaftler. Mit Ausnahme von Karl Carstens und Gustav Heinemann seien alle Bundespräsidenten keine Politiker gewesen, die polarisiert hätten - solch ein Verhalten würde dem Amt nicht gerecht werden. Für einen aussichtsreichen Kandidaten hält Falter dagegen Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Gesundheitszustand spricht gegen Schäuble

Lammert als zweiter Mann im Staat sei ein hochintelligenter Politiker, er habe nicht in vorderster politischer Front agiert und werde parteiübergreifend akzeptiert, erläutert er. Gegen den in der Vergangenheit schon öfter ins Spiel gebrachte Wolfgang Schäuble spreche sein Gesundheitszustand. "Ein Bundespräsident hat einen dichten Terminkalender und muss viel reisen", meint Falter. Schäuble sei zwar ein Politiker mit großer Standfestigkeit und Überzeugung, doch sei er auch in seiner jetzigen Funktion als Finanzminister unverzichtbar.

"Petra Roth keine typische Repräsentantin der CDU"

Die Städtetagspräsidentin und Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Petra Roth, würde dagegen das Amt des Bundespräsidenten durchaus schmücken, sagt Falter. Sie wäre in der Lage, über die Parteigrenzen der Union hinweg Menschen für sich zu gewinnen und auch für Sozialdemokraten eine Alternative. Doch sei sie keine typische Repräsentantin der CDU und deshalb als Nachfolgerin nicht leicht durchzusetzen.

FDP bringt Leutheusser-Schnarrenberger ins Gespräch

Von der FDP wurde Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ins Spiel gebracht. "Für sie kann es schwierig werden, die notwendige Mehrheit zusammenzubekommen", glaubt Falter. Außerdem sei sie dabei, ihrem Amt als Ministerin ihren Stempel aufdrücken. Es wäre schade, wenn sie nicht mehr gestalten könnte, betont Falter.

Früherer Umweltminister Töpfer wohl zu alt

Da könne er sich eher den früheren FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt als Kandidaten vorstellen. Abseits der aktuellen Tagespolitik wurde auch der frühere Umweltminister Klaus Töpfer als Nachfolger Köhlers gehandelt. "Töpfer wäre als Gründungsdirektor des Potsdamer Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit ein eher ökologisch orientierter Bundespräsident"", fügt Falter hinzu. Mit seinen 71 Jahren wäre er allerdings etwas zu alt für das Amt, wenn er gegebenenfalls für zwei Amtsperioden von jeweils fünf Jahren antrete.

Union und FDP tagten

Union und FDP haben unterdessen ihr Spitzentreffen im Berliner Kanzleramt beendet. Neben der Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel nahmen Vizekanzler und FDP-Chef Guido Westerwelle, CSU-Chef Horst Seehofer und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an den Beratungen teil. Über Inhalte oder Ergebnisse wurde nichts mitgeteilt. Nach Angaben aus Koalitionskreisen wollte die Runde die bevorstehende Kabinettsklausur zum Haushalt vorbereiten, aber auch über die Nachfolge von Horst Köhler im Amt des Bundespräsidenten beraten.

t-online.de Shop Rüsten Sie sich für die WM - hier geht's zum Special!

t-online.de Shop LCD- und Plasma-Fernseher zu tollen Preisen
t-online.de Shop Beamer: Unsere Angebote!


Anzeige

Quelle: AFP , dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Köhler-Nachfolge: Politologe sieht von der Leyen und Wulff vorn" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Köhler-Nachfolge: Politologe sieht von der Leyen und Wulff vorn" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (142)

zum Forum

Thema: "Köhler-Nachfolge: Politologe sieht von der Leyen und Wulff vorn"

Hans schrieb: am 1. Juni 2010 um 17:21:59
(0) (0) Votum für Ursula von der Leyen
Frau Käßmann hat nun leider ein Amt abgeben müssen aus persönlich verursachten Gründen. Schade, aber aus
meiner und wohl aus ihrer Sicht richtig. Da kann sie sich wohl kaum dem Amt als BP stellen. Frau von der Leyen wäre sicher eine gute Lösung. Dann kommt wohl Herr Rüttgers nach Bonn??? Bloß nicht einen dritten Anlauf für Gesine Schwan. Aber warten wir doch einfach noch ein paar Tage auf gute Vorschläge.
mehr Kommentar melden

Paulchen schrieb: am 1. Juni 2010 um 17:15:58
(0) (0) Nachfolger Köhler
Herr Köhler hatt zu viel Sachverstand und Fachkompetenz und ist sicherlich zu erhaben und auch zu weich, um der
Angriffslust solcher Nichtskönner wie u.a. Trittin und Gysi zu widerstehen. Diese Parteidiener sind neben vielen anderen Politprofis absolute Spezialisten im unsäglichen Parteiengezänk und würden wegen solcher Kritik, wie an Herrn Köhler, nicht einmal einen roten Kopf bekommen. Solche Leute sind gefragt, sie gehören in Spitzenfunktionen. Weiter so !
mehr Kommentar melden

trullifox schrieb: am 1. Juni 2010 um 17:03:01
(0) (0) @renrew Murg
Tochter von Albrecht Aldi ????? Wie bitte. Frau von der Leyen ist die Tochter des ehemaligen nieders. Ministerpräsidenten Ernst
Albrecht. Stammt der von Aldi ab ? Zudem hat Frau von der Leyen sieben Kinder. Wenn schon, dann korrekt. Und sie hat eine Vita, die durchaus respektabel ist. Abgehoben wirkt sie auf keinen Fall, nur etwas blass. Aber als Präsidentin, will mir nicht so in den Sinn.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

UMFRAGE

Wen hätten Sie gerne als neuen Bundespräsidenten?

Nachrichten
Wer folgt auf Köhler?

Am 30. Juni findet die Wahl statt, über mögliche Nachfolgekandidaten wird munter spekuliert. zum Video

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige